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Green Room – Filmkritik

Green Room – Filmkritik

Nachdem Jeremy Saulnier zum ersten Mal mit seinem kleinen aber feinen Rachethriller Blue Ruin aus dem Jahr 2013 für Aufsehen sorgte, begibt sich der amerikanische Regisseur- der nebenbei auch die Drehbücher für seine Filme schreibt- mit seinem neuesten Werk Green Room in gewohntes Terrain.
Nicht umsonst stellt dieser Film den dritten und letzten Teil seiner inoffiziellen Rachetrilogie dar, aber alles der Reihe nach.

Die erfolglose Punk-Band mit dem treffenden Namen „The Ain’t Rights“ befindet sich am Ende ihrer Tour, die alles andere als erhofft gelaufen ist und ihnen nicht einmal genug Geld eingebracht hat, um mit dem Auto in die nächste Stadt zu kommen. Nach ihrem vermeintlich letzten Gig bekommen sie das Angebot in einem abgelegenen Club gegen gute Bezahlung aufzutreten, welches die vierköpfige Band ohne lange Überlegung annimmt. Dort angekommen spielen sie ihren Gig vor einem etwas „schwierigen“ Publikum voller Neo-Nazis und werden im Anschluss Zeuge von etwas, das nicht für ihre Augen bestimmt war. Gefangen im Green Room des Lokals muss die Band nun einen Plan schmieden, um aus den Fängen der Neo-Nazis zu entkommen.

Was sich auf den ersten Blick vielleicht nicht besonders originell anhören mag, findet in Green Room eine fantastische Umsetzung. Jeremy Saulnier inszeniert einen klaustrophobischen Thriller par excellence, der an jedem Punkt zu überraschen beziehungsweise zu schockieren weiß. Die bedrohliche Atmosphäre, die nach und nach aufgebaut wird, schwappt regelrecht auf das Publikum über und nach einiger Zeit fühlt man sich selbst in den Green Room eingesperrt, was definitiv das Können des Regisseurs unterstreicht. Die zusätzlichen Twists erledigen das Übrige und lassen einen beinahe die gesamte Laufzeit hindurch immer wieder aufschrecken.

 

Auch der Cast kann durch die Bank überzeugen und das obwohl darin nur wenige bekannte Gesichter zu finden sind. Die großteils sehr junge Schauspielerriege rund um Anton Yelchin und Imogen Poots verkörpert ihre Parts hervorragend, sogar im Vergleich zum wohl renommiertesten Schauspieler im Film, nämlich Patrick Stewart. Dieser schafft es in seiner Rolle als Anführer der Neo-Nazis düster und gefährlich wie selten zuvor aufzutreten und kann trotz äußerst kurzer Screen-Time herausstechen. Gerade wenn man an dessen sonstige Rollen denkt, verdient die Leistung von Stewart in diesem Film besondere Aufmerksamkeit, zeigt sie doch eine Seite von ihm, die man bisher nur selten zu sehen bekam.

Dem gegenüber muss man aber ebenso den einen oder anderen Mangel hervorheben, der den Film sicher nicht für alle leicht zugänglich macht. Da wäre zum einen die enorme Blutrünstigkeit, der sich Saulnier bedient. Ohne dabei ins Detail zu gehen, gibt es die eine oder andere Szene, die durchaus anders und genauso effektvoll gestaltet werden hätte können, auch ohne dabei so viel Blut zu zeigen. Zum anderen sind manche Entscheidungen der Protagonisten teilweise nur schwer nachzuvollziehen und wenn an es an einer Stelle heißt „We should split up“ erinnert das doch an billige Horrorklischees.

Alles in allem ist Jeremy Saulnier mit Green Room aber trotzdem ein voller Erfolg gelungen, der zwar nicht jedermann ansprechen, bei Fans des Genres aber große Begeisterung auslösen wird. Spannung pur, einige Shocker und ein hervorragend düsterer Patrick Stewart neben einem tollen jungen Cast machen das neueste Werk des US-Regisseurs definitiv sehenswert. Nicht umsonst lief der Film letztes Jahr auf der Director’s Fortnight der Filmfestspiele von Cannes und zog dabei die Aufmerksamkeit der Kritiker auf sich. Zartbesaitete Kinogeher sollten Green Room dennoch meiden!

Kinostart: 02.Juni 2016
Genre: Thriller, Horror
Regisseur: Jeremy Saulnier
Cast: Patrick Stewart, Anton Yelchin, Imogen Poots
Land: USA
Dauer: 95 Minuten
Filmverleih: Constantin
Für Fans von: Blue Ruin, 10 Cloverfield Lane

7 von 10 Punkte

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