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Kirby: Planet Robobot im Test

Kirby: Planet Robobot im Test

Kirby is back! Das kleine, rosa Kugelding wagt sich in ein neues Abenteuer, aber mit einem kleinen Twist. Denn wenn Roboter aus dem All angreifen, gibt es nur einen Weg sich zu verteidigen: Selbst in einen Mecha steigen und dem Bösen zeigen wer hier das Sagen hat! Das ist Kirby: Planet Robobot.

Wie immer, bloß besser

Kirby will doch nur tun, was ein Kirby tun will. Schlafen, Essen, all die guten Aspekte des Lebens genießen. Dumm nur, dass es mal wieder Zeit wird die Welt zu retten. Wenn feindliche Roboter all die Grünflächen seiner Heimat unter Tonnen von Stahl begraben, aus ihren Einwohnern bösartige Cyborgs machen und generell ein Verhalten an den Tag legen bei dem Asimov im Grab rotiert, kann er aber nicht einfach so zusehen. Das ist die Geschichte von Kirby: Planet Robobot. Wie bei anderen Titeln der Reihe ist sie simpel, aber zufriedenstellend. Tatsächlich muss man dem neuen Spiel rund um Nintendos verfressene Kugel sogar ein gewisses Maß an Respekt zollen. Zwar ist die Handlung, wie gehabt, banal, aber man hat es diesmal geschafft sie mit ein paar wirklich sympathischen und witzigen Charakteren zu füllen. Neue Charaktere, die man so noch nie gesehen hat, denn die alten Hasen werden auf Nebenrollen beschränkt. Es stimmt schon, neue Figuren werden mittlerweile mit jeder Fortsetzung eingeführt, aber selten haben sie so vor Charme gestrotzt wie hier. Diese Charaktere hat nicht nur Kirby zum Fressen gern.

Invasoren aufgepasst – Kirby hatte ein Upgrade!

Invasoren aufgepasst – Kirby hatte ein Upgrade!

Es ist schwierig bei einem derart simplen Geschehen (selbst für ein kindgerechtes Spiel) von einer wirklich guten Handlung zu sprechen. Aber mit seinen liebenswürdigen Neulingen – und dem gekonnten Einsatz von Urgesteinen und Fanfavoriten – hat Kirby: Planet Robobot eine der spaßigsten Storys der gesamten Reihe.

Mit Feintuning zum Erfolg

Blickt man auf die letzten Jahre des Kirby Franchises zurück, wird schnell klar, dass kaum eine Reihe von Nintendo Spielen derartig auf Gimmicks aufgebaut hat. Kirby und das magische Garn ging seinen eigenen Weg in Look und Gameplay. In Kirby: Mass Attack hat man eine ganze Horde von Kirbys gesteuert und diese gezielt auf seine Feinde geschleudert. Kirby und der Regenbogen-Pinsel kann kaum noch als Jump’n’Run bezeichnet werden und sticht grafisch ähnlich hervor wie Kirby und das magische Garn ein paar Jahre zuvor. Tatsächlich waren gerade diese Titel auch die unterhaltsamsten, während sich klassische Ableger wie Kirby: Triple Deluxe oder Kirby’s Adventure Wii durchaus eine gewisse Monotonie vorwerfen lassen mussten. Mit Planet Robobot versucht Nintendo sich nun erneut an einem klassischen Kirby, vermeidet dabei jedoch Fehler der Vergangenheit.

Allen voran muss hier die Länge des Storymodes angeschnitten werden. Wenn man nicht gerade jedes Geheimnis entdecken will, hat man diesen in ein paar Stunden durchgespielt. Zwar bietet das Spiel dank zusätzlicher Spielmodi noch ausreichend Content um länger zu begeistern, aber das Herzstück ist weitaus kürzer als man es in aus manchem Vorgänger kennt – und das ist gut so. Kirby: Planet Robobot wirft einem kreative Ideen, gelungene Leveldesigns und exzellente Bosskämpfe in einem beachtlichen Tempo entgegen. Langeweile kann dabei gar nicht aufkommen. An keiner Stelle hat man das Gefühl hier wurde as Geschehen gestreckt. Jedes Level erweckt den Eindruck, dass es genau das ist, was die Entwickler in ihr Spiel stecken wollten, nicht mehr und nicht weniger. Besser man hat ein Jump’n’Run, welches man in weniger als zehn Stunden abgeschlossen hat, als man hat zwanzig Stunden an Content, bei denen man nach drei Leveln schon das Interesse verliert.

Der Schlüssel zum Erfolg ist einerseits ein verbessertes Pacing. Die Level sind keineswegs kurz, aber Kirby bewegt sich schlicht flott durch sie. Gegner, selbst Minibosse tauchen ebenfalls in einem entsprechendem Tempo auf und der Wechsel zwischen den Abschnitten einer Stage erfolgt nahezu unmittelbar.

Alte Feinde: Natürlich haben auch klassische Gegner in neuem Gewand den Weg in das Spiel gefunden.

Alte Feinde: Natürlich haben auch klassische Gegner in neuem Gewand den Weg in das Spiel gefunden.

Andererseits gibt es auch einiges an Abwechslung. Mehrere Stages wechseln das Genre in Richtung Shmup, wenn Kirby in einem Jet umherfliegt. Bosse und Minibosse erwarten einen mitunter sogar mehrmals pro Stage. Immer wieder gilt es auch, teilweise recht knifflige, Rätsel zu lösen. Und kaum ein Level vergeht ohne das sich Kirby in seinen Mecha schwingt und mal richtig aufräumt. Das sind die Momente in denen Kirby: Planet Robobot aus allen Zylindern feuert. Das Gameplay ist immer noch klassisch Kirby, selbst in seiner Mecha Form kann er die Fähigkeiten ausgewählter Feinde kopieren und einsetzen. Nur spielt man jetzt mit mehr Power! Nachdem man sich als kleine Kugel durch das Level gekämpft hat und dabei so manches Hindernis meiden musste, kann man nun alles was sich einem in den Weg stellt vernichten. Der ohnehin schon geringe Schwierigkeitsgrad sinkt hierbei noch ein wenig weiter, aber darum geht es dabei auch gar nicht. Normale Gegner sollen für Mecha Kirby auch kein Hinternis sein. In dieser Form sind es Rätsel und extra toughe Bosse, die einen Aufhalten werden und bis dahin darf man das Gefühl der Genugtuung genießen, wenn selbst Teile der Stage unter der Wucht von Kirbys Hieben nachgeben und in tausend Teile zerfallen.

Das ist letztlich, wofür man Kirby: Planet Robobot spielen sollte. Spaß der einfacheren Art. Man ist ein Held den wenig aufhalten kann und genau so fühlt man sich auch. Wer eine wirkliche Herausforderung will, wird hier nicht glücklich werden. Es gibt zwar einen zusätzlichen Modus, welcher ein erneutes Spielen mit Timer, höherem Schwierigkeitsgrad und einem anderen Hauptcharakter ermöglicht, dieser wird jedoch auch erst nach erstmaligem Durchspielen freigeschaltet und ändert nichts daran, dass Kirby eben doch auf ein jüngeres Publikum abzielt.

Gameplay geht vor

Was einige der letzten Kirby Spiele wirklich ausgezeichnet hat, war eine ganz besondere, eigene Optik. Kirby und das magische Garn war dank seines simplen Stils eines der schönsten Spiele seiner Zeit, obwohl es für die leistungsschwache Wii erschienen ist, und auch heute noch kann sich der Titel sehen lassen. Derartiger Schnickschnack ist bei Planet Robobot nicht gegeben. Auch visuell hat man es mit klassischem Kirby zu tun, was in diesem Fall leider kein Lob ist. Es ist nicht, dass es ein unschönes Spiel ist. Es ist nett anzusehen, vor allem die zahlreichen neuen Charakterdesigns gefallen wirklich, aber am Ende des Tages wird einem die Optik kaum im Gedächtnis bleiben. Manche Stages verfügen über nette Details hier und da. In einem Großstadtlevel warnen in den Hintergrund eingebettete, rote Ampeln etwa vor Gefahr beim überqueren der Straße. In Summe wurde jedoch nicht wirklich versucht die Möglichkeiten des 3DS auszureizen. Die Präsentation ist dem Gameplay vollends untergeordnet und das merkt man auch. Das mag harsch Klingen, aber es sei noch einmal betont, die Grafik, der Sound, nichts an Kirby: Planet Robobot ist schlecht. Zweckdienlich ist da schon eher das richtige Wort. Einzig mit dem 3D Effekt kann Nintendo diesmal punkten, da das Wechseln zwischen Ebenen im Vorder- und Hintergrund dadurch wirklich bereichert wird. Wie groß dieses Plus für die geneigten Spieler ist, muss man individuell entscheiden.

Übermächtig: Sitzt er in seinem Mecha, kann Kirby es sich auch erlauben die Verkehrsregeln zu missachten.

Übermächtig: Sitzt er in seinem Mecha, kann Kirby es sich auch erlauben die Verkehrsregeln zu missachten.

Fazit

Ein Highlight kreativen visuellen Designs wie Kirby und das magische Garn oder Kirby und der Regenbogen-Pinsel darf man hier auf keinen Fall erwarten. Dafür bekommt man die pinke Kugel in spielerischer Höchstform. Kein besonderer Look, kein zu drastisch abweichendes Gameplay, Kirby: Planet Robobot ist ein waschechter Nachfolger zu traditionellen Kirby Titeln und eines der besten Spiele, welches das Franchise je hervorgebracht hat. Die Level spielen sich flott, die Bosse sind unterhaltsam und clever designet, sogar die Geschichte macht diesmal, dank einiger neuer (und sehr liebenswürdiger) Figuren, richtig viel Spaß. Für den nötigen frischen Wind sorgen die Mecha Passagen, in denen man sich über jeglichen Gegner erhaben fühlt. Selbst der Schwierigkeitsgrad, wenn auch immer noch sehr niedrig, wurde im Vergleich zur Vergangenheit streckenweise nach oben angepasst. Insbesondere Kämpfe gegen Minibosse können einen schnell ein Leben kosten. Dadurch können auch routiniertere Jump’n’Run Liebhaber Kirby mal wieder eine Chance geben. Langzeitfans und Genreneulingen sei das Spiel ohnehin nur wärmstens empfohlen.

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Release Date: 10.06.2016
Plattform: 3DS
Genre: Jump’n’Run
Publisher: Nintendo
PEGI: 7

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