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Lemo: „Ich habe nichts für Society-G’schichtln übrig!“

Lemo: „Ich habe nichts für Society-G’schichtln übrig!“

Der Singer/Songwriter Lemo ist derzeit in aller Munde. Nach großartigen Support-Shows für Joris, Revolverheld und viele andere Acts, sowie einer Nominierung beim Austrian Amadeus Music Award, kommt man um den gebürtigen Grazer mittlerweile gar nicht mehr herum und das ist gut so. Seit 20.05.2016 gibt es nun auch sein Debütalbum Stück Für Stück zum Hören. Die ersten Schritte für eine große Karriere sind getan. Wir trafen den sympathischen Wahl-Wiener in Graz zum Interview und plauderten mit ihm über seine bisherige Karriere, sein Album und Niki Laudas Ohren. Doch lest am besten selbst:

Hi Lemo! Seit 20.05.2016 steht dein Debütalbum Stück Für Stück in den Plattenläden. Erst mal Gratulation von unserer Seite! Die obligatorische Frage: Wie geht’s dir so kurz nach dem Release? Wie waren die letzten Wochen für dich?
Lemo: Danke! Ja, die letzten Wochen waren sehr stressig, mit den ganzen Promoterminen, die Proben mit der ganzen Band für den Release-Gig und so weiter. Aber jetzt ist das Album da und der Stress lässt etwas nach. Das ist schon sehr befreiend.

Nach der CD ist vor der Tour! Gibt es schon Pläne, wo du in nächster Zeit zu sehen sein wirst?
Lemo: Im Herbst wird es eine Tour quer durch Österreich geben. Da werden wir die ganzen großen Städte abklappern und auch vereinzelte Deutschland-Shows sind geplant. Davor spielen wir noch am Donauinselfest und zwei Support-Shows mit Revolverheld.

Lemo

© Kidizin Sane

 

Stichwort: Support-Shows! Du durftest ja schon einige namhafte Acts unterstützen: Revolverheld, Joris, Philipp Dittberner etc. Was war dein persönliches Highlight bislang?
Lemo: Da waren echt schon einige coole Sachen dabei! Eben die Shows mit Revolverheld waren richtig groß. Das sind auch super nette Typen, die sich noch wirklich um ihre Support-Acts kümmern. Das genießt man schon sehr. Musikalisch war es vielleicht mit Joris die beste Zeit. Ich mag ihn als Person sehr gerne und kann halt auch mit seiner Musik sehr viel anfangen. Ziemlich fett war auch, dass ich einmal James Blunt in Graz supporten durfte.

Mehr: Lemo – Stück Für Stück – CD Review

Stück Für Stück heißt dein Album. Der Titel beschreibt deinen Karriereweg irgendwie ganz gut. Du bist ja nicht aus dem Nichts gekommen, sondern hast dich wirklich Stück für Stück emporgearbeitet.
Lemo: Ja, das stimmt schon. Ich habe ganz klein begonnen und es ist alles ständig gewachsen, aber auf eine humane Art und Weise. Mit Vielleicht der Sommer (Sommerhit 2015 auf Ö3, Anm. d. Red.) ging es dann endgültig los.

Kann man so etwas planen?
Lemo: Sicher nicht! Bis dahin stand ja nicht mal fest, ob es überhaupt ein Album geben soll. Aber nachdem die Nummer so gute Resonanzen geschlagen hat, war uns klar, dass wir mehr machen wollen und haben dann das Album aufgenommen.

Glaubst du, hat dir der langsame Aufstieg gut getan? Es mag ja für viele Bands, die aus dem Nichts kommen, überfordernd sein, plötzlich mit einem derartigen Hype umzugehen.
Lemo: Das war definitiv gut. Ich hab sehr lange vor wenigen Leuten gespielt, um als Gage nicht mal den Tank finanziert zu bekommen, oder gerade mal 1-2 Bierbons abzustauben. Aber ich finde den Weg ziemlich gut und gesund. Es erdet einen als Musiker und als Mensch. Dafür kann ich heute Dinge wie ein Buffet im Backstage-Bereich sehr schätzen und das ist gut so!

Lass uns noch mal zurück zu deinem Album kommen. In dem Song Tomaten Auf Den Papst besingst du, dass du für deine Frau einen Karpfen fangen, einen Spagat machen und den Papst mit Tomaten bewerfen würdest – alles ziemlich banale Dinge. Gibt es etwas, was der private Lemo so gar nicht kann?
Lemo: Meine Wohnung sauber halten. (lacht) Bei mir herrscht das totale Chaos. Ich bin auch ein totaler Langschläfer, also ein Nine-To-Five Job wäre auch nichts für mich.

Dabei hattest du ja so tolle Jobs wie Bahnhofsreiniger und Pizzalieferant! Echte Traumjobs würde manch einer sagen. Aber gibt es, neben dem Beruf Musiker, etwas, das du gerne machen würdest?
Lemo: Ich koche total gerne! Also Koch würde mich schon reizen, auch wenn ich jetzt nicht der beste Koch bin. Ich stell mir das schon cool vor, sein eigenes Restaurant zu haben und sich kreativ austoben zu können. Wobei das in der Realität wohl eher selten der Fall sein wird.

Lemo, entscheide Dich!

Ich stell dir nun ein paar Entscheide-Dich-Fragen. Du bekommst immer zwei Optionen präsentiert und musst dich für eine entscheiden.
Erste Frage: Hättest du lieber starken Mundgeruch oder einen uralten Mitbewohner, der ständig Heino hört?

Lemo: Den Mitbewohner, weil der nur mich belästigen würde. (lacht) Mit starkem Mundgeruch würd ich meinem Umfeld nichts Gutes tun!

Weil wir gerade bei komischen Berufen waren: Würdest du lieber in einem FKK-Camp arbeiten oder jedes Jahr zusammen mit Richard Lugner den Opernball eröffnen?
Lemo: Auf jeden Fall im FKK-Camp! Vor allem, wenn dort nur hübsche Frauen sind! Diese ganzen Society-G’schichtn wie der Opern Ball sind überhaupt nichts für mich.

Hättest du lieber ein Stachelschwein als besten Freund oder eine Schweinchennase?
Lemo: Definitiv das Stachelschwein! Ich find die super süß. Ich war mal in Indonesien und da haben wir Stachelschweine gesehen, das war schon ziemlich cool!

Hättest du lieber einen Bildschirm auf der Stirn, der ständig deine Gedanken anzeigt, oder Niki Laudas Ohren?
Lemo: Niki Laudas Ohren! Ich mag meine Ohren nicht und daher wäre es kein großes Übel, die Ohren von Niki Lauda zu haben. Außerdem wäre es nicht gut, wenn die Leute ständig wüssten, was ich denke! (lacht)

Das klingt vernünftig! Danke Lemo für deine Zeit und alles Gute auf der kommenden Tour!

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