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Mein allererstes Mal – Skillet live in der Arena

Mein allererstes Mal – Skillet live in der Arena

„Jesus Christ“, „God“ … Normalerweise sträuben sich mir bei diesen Worten die Nackenhaare. Nicht anders war es anfangs bei Skillet: Die spielten am 2. Dezember in der Arena Wien. Und verbinden Rockmusik mit Religion. Wie kann denn das zusammenpassen?

Meine erste Assoziation bei diesen zwei Begriffen? Ein ganz verstörendes Bild: Kinder, die mit flotter, „rockig“-musikalischer Begleitung christliche Inhalte auf eine „neue“ Art und Weise darzustellen versuchen. Kurz: Religion hip und cool machen. So habe ich es jedenfalls in der Vergangenheit erlebt. Die Kinder-CD, die ich damals von meinen Großeltern bekommen habe, hatte ich kurz überflogen und seitdem nie wieder angerührt. War zwar gut gemeint, aber bei Glaubensfragen suche ich eher nach Antworten und nicht nach neuen Fragen.

Aber zurück zum Thema: Christlicher Rock? Kann das was? Skillet kenne ich ja grundsätzlich schon etwas länger. Mit 15 Jahren durfte ich das erste Mal hinein hören. Eingängige Melodien, mitreißende Rhythmen, auch die Lyrics wirkten sehr fesselnd. Was mir allerdings dann doch etwas zusetzte, war der Hinweis, dass es sich hierbei um eine christliche Rockband handelt. Ob die auch live eine geile Bühnenshow bieten können? Oder würde es doch ein religiöser Overload werden – sprich Jesus hier, Bekehrung da, Glaube und Friede auf der Welt … HOLY MOLY!

Ich, der ungläubige Thomas.

Ja, ich wurde eines Besseren belehrt, darum passt die Headline in diesem Fall ganz gut: Nie hätte ich gedacht, dass so ein großer Andrang bestehen würde, Skillet live sehen zu wollen. Ausverkauft, die Arena war bis zum Rand gefüllt. Dicht aneinander gedrängt fieberten wir alle gespannt dem Beginn des Konzerts entgegen und wurden nicht enttäuscht: Pünktlich verdunkelte sich der Raum und das Intro begann. Und ich wippte gemeinsam mit anderen Konzertbesuchern mit im Takt der Musik.

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(c) Aylin Izci

 

Und nie hätte ich auch nur zu träumen gewagt, dass Skillet so sympathisch, freundlich und überaus menschlich rüber kommen würden. Wow. Wirklich, ich war schon auf vielen Konzerten. Und bin auch allgemein sehr kritisch, wenn es um Performances und Interaktion mit dem Publikum geht. Aber Skillet schafften es, mich vollends zu begeistern. Überaus höflich und euphorisch wurde das Publikum begrüßt. Und nicht nur das: Die Vier füllten die Bühne und heizten ordentlich ein. Und zeigten Spaß an der Musik und echte Freude an dem Gig. Genau deshalb gehe ich auf ein Konzert! Ich möchte lächelnde Artists sehen, die sich darüber freuen, dass das Publikum alle Lyrics auswendig kann. Die die Euphorie der Fans erkennen und zu schätzen wissen. Und für die jeder Auftritt etwas ganz Besonderes ist. Bei Skillet konnte ich das spüren und miterleben: Es waren nicht unbedingt die Worte von Sänger John Cooper, der von Wien und dem diesjährigen Nova Rock-Auftritt schwärmte, sondern das wahnsinnig fröhliche und wahrlich echte Lächeln von Schlagzeugerin Jen Ledger, das mich berührte. Und die Hingabe von Korey Cooper, die diese Musik einfach lebt. Einfach nur WOW!

„Videogames, Rock’n’Roll and …“

, spätestens mit diesen Worten überzeugte mich schließlich auch John Cooper. Denn der bezeichnete sich selbst als Nerd. Und gestand uns seine Liebe zu Videogames. Doch den letzten Teil seiner drei aufgezählten Leidenschaften konnte ich leider aufgrund der Akustik in der Arena nicht verstehen. Nicht, weil gegen Ende langsam seine Stimme immer heiserer wurde. Sondern die Boxen gaben zwar echt alles, aber der Sound überschlug sich leider häufig. Dennoch meine Vermutung: Jesus Christ. Aber ganz ehrlich, letzten Endes hat mich das kein bisschen gestört. So viele Vorurteile ich anfangs auch hatte, umso mehr habe ich das Konzert genossen. Glaube hin oder her – wenn jemand Spaß an Musik hat und diese Freude auch zeigt, hat er mein Herz gewonnen.

Darum kann ich jedem getrost raten, egal ob besonders gläubig oder nicht: Skillet ist ein MUST-SEE! Denn sie besitzen das Herz, die Seele und die Begeisterung, wenn es um Musik geht. Meine ganz eigene Auffassung der Dreifaltigkeit.

Photos: (c) Aylin Izci

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