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Nova Rock 2016: Geiler Start und jähes Ende an Tag 4

Nova Rock 2016: Geiler Start und jähes Ende an Tag 4

Am 09. Juni startete das Nova Rock 2016 – ungewöhnlicherweise an einem Donnerstag. Denn heuer können Fans wieder vier Tage rocken statt der üblichen Drei. Was an Tag 4 los war? Lest selbst!

Da denkt man im Vorhinein, wie lang vier Tage Festival sind – und dann steht schon wieder der letzte Tag vor der Tür und hämmert sie einem gleich ein. Der letzte Tag Nova Rock 2016 lies zunächst jedoch nicht viel Platz für Wehmut. Denn es ging früh los, sehr früh. Tag 4 begann traditionell mit Wendi’s Böhmische Blasmusik auf der Red Stage – um 11:30 Uhr. Also zu einer Zeit, in der die meisten Besucher noch den Kater von gestern wegtrinken. Doch am Sonntag war das allen egal, denn Wendi’s Böhmische Blasmusik sind mittlerweile Kult und gehören genauso zum Nova Rock wie Unwetter und Staub, wie Twitter-Userin @tini95 richtig feststellte:

Die Red Stage war gut gefüllt und die Stimmung war bombenmäßig! Einziger Wermutstropfen dabei: Es sollte bis abends dauern, bis wieder so viel los war – leider sehr schade für Bands wie Dragony oder Drescher, die im Anschluss spielten. Fans von The Struts (Opener Blue Stage) hatten auch Grund zur Traurigkeit, denn die Band musste wegen Anreiseproblemen kurzfristig absagen.

Auf der blauen Bühne ging es an diesen Tag zunächst alternativer als auf der Red, wo harte Töne klar im Vordergrund standen. Graham Candy, Gary Clark Jr., Mono & Nikitaman und K.I.Z standen auf der roten Tageskarte. Doch von einer Fehlbesetzung im Line-up kann keine Rede sein, denn es war reichlich Publikum am Start. Wieder ein mal trotz des Regens, der während Mono & Nikitaman begann und erst ein Mal nicht wieder aufhörte.

Killswitch Engage (c) Alex Blach| enemy.at

Killswitch Engage
(c) Alex Blach| enemy.at

 

Auf der Red Stage war die Stimmung mittlerweile wieder so gut wie zu Beginn des Tages, die Musik von Killswitch Engange, die die Herzen von meinem Fotografen Alex und mir bis zum Siedepunkt erwärmte, allerdings um einiges härter. Während dann K.I.Z beziehungsweise Heaven Shall Burn auf den Bühnen standen, klarte der Himmel auf und es gab Regen und Sonnenschein gleichzeitig – und einen perfekten Regenbogen dazu. So schee!

Nach den ersten drei Songs von Deftones und dann Twisted Sister, die kurz darauf die Red Stage headlinten, verzogen wir uns wieder mal in Pressezelt, wo sich Alex geschwind den eben entstandenen Fotos widmete, während ich mir auf dem Fernseher das EM-Spiel Deutschland gegen Ukraine ansah.

Nach dem ersten Tor (Go Schland!) und einigen spektakulären Szenen ging’s wieder raus zu den Deftones, die uns beide leider mit verzogenen Augenbrauen zurückließen. Ihre Fans hingegen bekamen Herzchenaugen und grinsten von einem Ohr zum anderen. Bei Twisted Sister war die Stimmung beim Publikum ebenso gut, obwohl Sänger Daniel „Dee“ Snide nur so vor sich hin fluchte und ihnen ständig

fuck you

entgegen schmetterte. Aber wenn man schon zum älteren Semester gehört, muss man seine Credibility ja irgendwie beweisen. Jedenfalls rockten die Urgesteine ordentlich und waren, wie sich später herausstellte, für viele die eigentlichen Headliner.

Red Hot Chili Peppers (c) Alex Blach | enemy.at

Red Hot Chili Peppers
(c) Alex Blach | enemy.at

 

Denn Red Hot Chili Peppers waren für viele die Enttäuschung des Nova Rock 2016. Im Wavebreaker war davon, zumindest zu Beginn, nichts zu spüren: Die Kalifornier begannen ihr Set nach einer kurzen, etwa zehnminütigen Verspätung und gaben sich leidenschaftlich langen Instrumentalparts hin. So dauerten die ersten drei Nummern schon fast 20 Minuten. Die Stimmung weit vorne war super, die Menschen tanzten und sangen ohne Aufforderung. Man konnte spüren, wie viele sich auf RHCP gefreut hatten!

Diese Begeisterung schaffte es leider nicht, bis in die hinteren Reihen durchzudringen. Viele Besucher gingen noch während der Performance zu ihren Zelten oder Autos. Zu viele Textpatzer, zu wenig Interaktion mit dem Publikum und alles irgendwie – ja, lieblos, so das allgemeine Fazit. Sehr schade, dass das Nova Rock 2016 mit solch negativen Gefühlen enden musste. (Die sich bei der Abreise nur noch verstärkten, da sie zur einzigen Geduldsprobe wurde – und das nicht nur direkt nach den Peppers, sondern offenbar auch noch am Montagvormittag.)

Photos: (c) Alex Blach | enemy.at

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