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Playstation VR und ihre Release-Titel im Test

Playstation VR und ihre Release-Titel im Test

Die Stunde der Consumer-freundlichen Virtual Reality-Brillen hat geschlagen und Vorreiter Sony schickt sein eigenes Modell, die PSVR, auf den Markt. Diese überzeugt mit Design, Integrität und Preis-/Leistungsverhältnis, jedoch noch nicht wirklich mit ihren Release-Titeln.

So sieht das typische Setup einer PSVR richtig verkabelt aus.

So sieht das typische Setup einer PSVR richtig verkabelt aus.

Wie funktioniert der Hokus Pokus?

Wer sich von den vielen Kleinteilen der gelieferten Box nicht irritieren lässt, wird schnell herausfinden, dass alles halb so wild ist. Letztendlich wird zwischen PS4 und VR-Brille eine Processor Unit via HDMI zwischengeschaltet, die ebenfalls mit dem Fernseher verbunden ist. Im ausgeschalteten Zustand bridged diese einfach das HDMI-Signal wie gewohnt zum Fernseher durch. Wird die VR-Brille aktiviert, schaltet sich die Processur Unit hinzu und liefert somit Bild an Fernseher und Brille gleichzeitig. Somit muss vor Nutzung nie etwas umgesteckt werden und Freunde auf der Couch sehen am Fernseher das gleiche, was man auch selbst in der Brille sieht.

Ob diese ethnisch fast perfekt gemischte Couch-Party mit 5-Spieler-Unterstützung Realität wird, steht noch in den Sternen.

Ob diese ethnisch fast perfekt gemischte Couch-Party mit 5-Spieler-Unterstützung Realität wird, steht noch in den Sternen.

 

Die Bedienungsmöglichkeiten der PSVR reichen hin von PS4 Dual Shock Controller über PS Move Controller bis hin zur Steuerung nur mit VR-Brille. Doch für die meisten Spiele werden Motion-Controller benötigt, empfohlenerweise zwei Stück PS Move-Controller. Eine Kamera ist im übrigen auch unabdingbar für PSVR.

Release Titel

Folgende Release-Titel wurden von uns bis zum Schwindelwahn getestet:

Job-Simulator

Wer auch nach Feierabend noch nicht genug vom Arbeiten bekommen kann oder einfach nur mal einen unbekannten Job ausprobieren möchte, wird beim Job Simulator fündig: Das Spiel simuliert diverse Arbeitsplätze in der virtuellen Realität in humorvollem Stil. Im Jahr 2050 haben Roboter die Menschen in allen Berufen komplett ersetzt. Um den Menschen der Zukunft verständlich zu machen, wie Arbeiten einmal aussah, hat man kurzerhand den Job-Simulator erschaffen. So kann man sich als Koch in einem Restaurant, als Büroangestellter, als KFZ-Mechaniker oder an der Kasse eines Gemischtwarenladens versuchen.

Alle Gegenstände, die sich in der Reichweite des Spielers befinden, kann man dabei bewegen, in die Hand nehmen, benutzen oder nach Belieben durch den Raum schmeißen. Das mit Abstand witzigste Game für die PSVR!

Die PS Move Controller dienen als Hände in der VR.

Die PS Move Controller dienen als Hände in der VR.

EVE: Valkyrie

EVE Valkyrie ist ein Weltraum-Actionspiel von dem Entwickler CCP Games, die bereits für ihr Weltraum-MMO EVE Online bekannt sind. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Raumschiffpiloten, der im EVE-Universum zahlreiche Dogfights bestreiten muss.

EVE: Valkyrie ist das Spiel mit der höchsten Immersion und demzufolge auch das mit dem höchsten Übelkeitspotential.

EVE: Valkyrie ist das Spiel mit der höchsten Immersion und demzufolge auch das mit dem höchsten Übelkeitspotential.

 

Wer den Oberkörper zur Seite neigt, um hinter eine Verstrebung des Cockpits zu blicken, versinkt auf eine Weise in dieser Welt, wie es mit herkömmlichen Spielen gar nicht möglich ist – zumal das Umsehen als aktives Element ein wichtiger Teil der Steuerung ist. Die Gefechte überzeugen dazu mit gut aufeinander abgestimmten Schiffen, deren Eigenheiten erfahrene Teams clever kombinieren. Einzig unangenehm ist allerdings der übertrieben zähe Fortschritt beim Freischalten aller Flieger. Und was dem Spiel derzeit dringend fehlt ist ein Sprachchat, der alle Piloten eines Teams verbindet, sowie Clans, deren Mitglieder gemeinsam in Partien starten. Gut, dass CCP die Raumschlachten weiter entwickeln will – das haben sie nötig.

Noch dazu muss gesagt werden, dass das Game definitiv nichts fürs Menschen ist, denen leicht schwindlig wird. Denn bei EVE: Valkyrie kann sogar dem stärksten Magen übel werden. Trotzdem zählt EVE: Valkyrie als eines der besten VR-Games am Markt.

Battle Zone VR

Weniger ein echtes Remake, als eine Tron-artig abstrahierte und mit prozeduralen Elementen verzierte Fortsetzung des Original. Die Vektorgrafik mit moderner Beleuchtung macht diesen Krieg im Computer zu einem der eindrucksvollsten PSVR-Spiele. Man stattet seinen Panzer mit Waffensystemen und Upgrades für Schilde und Gegenmaßnahmen auf, wechselt je nach Situation zum passenden Ballermann. Gespielt wird mit Controller, die gewonnene Übersicht dadurch, dass man seinen Kopf frei über Welt und Armaturen kreisen lassen kann, versetzt einen wirksam in diese fremde Welt. Lediglich die Rauf-runter-Achse seiner Waffe steuert man mit dem rechten Stick, den Rest des Zielvorgangs übernimmt die Drehung des Gefährts.

Man hat das Gefühl, zwischen dem Spiel und wahrer, dauerhafter Größe stehen nur ein paar kleinere Designentscheidungen.

Man hat das Gefühl, zwischen dem Spiel und wahrer, dauerhafter Größe stehen nur ein paar kleinere Designentscheidungen.

 

Das Gefühl in einem futuristischen Panzer zu sitzen, wird gut transportiert, auch wenn es hier zum Glück etwas leichtfüßiger zugeht. Schön ist, dass man in der prozedural genierten Kampagne auf einem Hex-Feld selbst wählen kann, welchen Weg man zum Endboss nimmt. Will man das gewonnene Geld noch bei einem Versorgungsstützpunkt in neue Waffen stecken oder nimmt man die nächste der etwas gleichförmigen Missionen an. Immer wieder gibt es Gelegenheit die KI für den weiteren Verlauf der Kampagne zu schwächen. Insgesamt eine coole Idee, die auf die Wiederspielbarkeit abzielt, die vielen der Launch-Titel von PSVR noch abgeht.

PlayStation VR Worlds

Das hier ist das Spielepaket, in dem auch The Heist vorkommt, das lange als Showcase für PSVR durch die Gegend geschippert wurde. Eine nette, kurze Gangster-Geschichte, wie sie von Guy Ritchie kommen könnte. Mit viel Gerede in dickem Cockney-Akzent und NPCs, die mit ihrer Lebensgröße imponieren, während man selbst eher selten Spielentscheidendes macht. Man hört viel zu, zündet sich mal eine Zigarre an und – nettes Detail – zieht sogar daran, wenn man sie zum Mund führt und ein Sauggeräusch macht. Danke Mikro! Zwischendrin immer wieder etwas belanglose Lightgun-Schießereien. Einmal durch und gut. Wenn es darum geht, Leuten zu demonstrieren, wie man in VR mit seiner Umgebung interagiert, eine nette Demo.

Einmal so richtig austoben und fühlen wie der Star eines Action-Films? Alles möglich mit The Heist.

Einmal so richtig austoben und fühlen wie der Star eines Action-Films? Alles möglich mit The Heist.

 

Über das Minispiel VR Luge, wo man auf einem Longboard liegend einen Berg hinunterrauscht und per Kopfbewegung steuert, ist jedes Wort zu viel gesagt. Die Idee ist toll, die Umsetzung, mit unsichtbaren Begrenzungen und fehlenden Finessen aber leider, wenn man mal ganz fachmännisch werden darf, doof. Scavengers Odyssey mal wieder ein Mech Titel, der einige nette Panoramen zu bieten hat, aber so schnurstracks geradeausgeht, dass er am Ende auch ein Lightgun-Shooter sein könnte. Drängt sich für mehr auf, ist selbst aber mal wieder nur ein Machbarkeitsbeweis. Und Danger Ball – nun, Danger Ball ist Pong, mit der Möglichkeit, das Spielgerät anzuschneiden. Nett, aber im Gegensatz zur Vorlage nicht für die Ewigkeit. Ocean Descent hat dagegen eine wirklich fantastisch gemachte Haibegegnung und ist damit der böse Bruder von Vives The Blue. Toll animiert, unglaublich spannend. Man merkt nicht einmal, dass man hier außer gucken eigentlich nichts machen kann.

Das Beste hieran ist mit Abstand der Hai. Perfekt für das erste Wow-Erlebnis in VR.

Das Beste hieran ist mit Abstand der Hai. Perfekt für das erste Wow-Erlebnis in VR.

Headmaster

Arcadige Quatschsportspiele muss man einfach lieben, oder? Freihändig, also nur mit dem Kopf in einem schrägen, virtuellen Gefängnis per Kopfball Zielscheiben und später noch Einfallsreicheres zu treffen, um so Highscores nachzujagen, sorgt aufgrund humorvoller Aufmache für jede Menge Spaß. Aber es hilft, dass einem nach jeder besonders gut bestandenen Prüfung ein besonders schweres oder scharfkantiges Sammelobjekt zur Belohnung an den Kopf gedonnert wird. Das hier ist die Sorte Fun-Sport, wie sie einen in der Launch-Phase der Wii an die Konsole fesselte, bis der, manchmal nicht nur sprichwörtliche, Arzt kam. Nur dass man jetzt eben ein Headset hin und her reicht oder gleich seine Punktestände und gesammelten Sterne mit anderen vergleicht.

Die Grenzen des klassischen Kopfballschießens haben wir hier schon längst überschritten.

Die Grenzen des klassischen Kopfballschießens haben wir hier schon längst überschritten.

 

Die einzelnen Stages werden immer kurioser und obwohl man hier buchstäblich nur seinen Kopf als Eingabegerät zu meistern hat, steckt hierin einiges an Spieltiefe. Nach hinten hinaus wird’s leider ein bisschen schwer. So schwer, dass man manchmal nicht sicher ist, ob’s nun an einer etwas zu fordernden Ausgestaltung der Übungen liegt, man einfach nur schlecht ist oder PSVR nun doch nicht so exakt erfasst wird, wie es das Spiel gerne sähe. Aber bis dahin hat man für seine 20 Euro schon ordentlich geschwitzt, gebibbert und bei Erfolg die Hände in die Luft gerissen, obwohl sonst niemand im Raum ist, der sich mit einem freuen würde. Tolles, kleines Spiel.

 

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