Home   /   Games  /   Pokémon Sonne und Mond im Test

Pokémon Sonne und Mond im Test

Pokémon Sonne und Mond im Test

Das perfekte Jahr der Pokémon-Serie neigt sich zu Ende. Ein Jahr, in dem die Serie seit langem aus den üblichen Formen des Taschenmonster-Fangens ausgebrochen ist und neue Wege beschreitet. Schließlich wird die berühmte Videospielreihe bereits ganze 20 Jahre alt. Das Grundprinzip blieb meist gleich, denn schließlich ist es immer noch erfolgreich. Doch in dem Jahr, wo Pokémon GO für einen Aufschwung mit neuen Wegen sorgte, will auch Pokémon Sonne und Mond etwas weniger konventionell werden – von der sommerlichen Alola-Welt über mächtige Z-Attacken bis hin zum Wegfallen des Arenasystems. Wie sich das letztendlich auswirkt und wie gut es funktioniert, lest ihr hier.

Und dies ist die neue Region Alola, in der Leute sich mit "Alola!" begrüßen. Man stelle sich das mal in Österreich vor...

Und dies ist die neue Region Alola, in der Leute sich mit „Alola!“ begrüßen. Man stelle sich das mal in Österreich vor…

Alola!

Zu behaupten, die Pokémon-Spiele wären für ihre durchdachten und mitreißenden Geschichten bekannt, wäre eine dreiste Flunkerei. Und doch ist es gerade die Geschichte, die gleich zu Beginn von Pokémon Sonne und Mond ins Gesicht springt. Noch bevor man überhaupt ins Spiel einsteigt, zeigt eine Cutszene unbekannte Charakter in einer Verfolgungsjagd. Eine Szene, die neugierig macht und verdeutlicht, dass hier in Sachen Geschichte mehr passieren wird als sonst.
Und dem ist auch so. Denn auf über 20 Stunden Spielzeit allein für die Hauptstory können sich die Spieler freuen. Eine Geschichte um Verrat, Intrigen, große Ziele und vor allem Freundschaft. Und wie Pokémon-Fans wissen, folgt nach der Hauptstory jede Menge weiterer Content. Ist das Standardprozedere mit der Auswahl eines der drei Starter-Pokémon zwar gleich wie früher, merkt man schnell, dass auf Alola so einiges anders ist. Hier gibt es keine Arenen mehr, sondern Insel-Prüfungen. Nachdem diese absolviert wurden, kann der oberste Kahuna der Insel herausgefordert werden, und davon gibt es vier. Erst dann qualifiziert man sich für die Pokémon-Liga, denn was wäre ein Pokémon-Spiel ohne die Möglichkeit, Champion zu werden?

Die Entscheidung fällt schwer bei drei so süßen Starter-Pokémon.

Die Entscheidung fällt schwer bei drei so süßen Starter-Pokémon.

Der Wechsel vom klassischen hohen Gras zu einem völlig neuen Insel-Setting steht Pokémon unglaublich gut – und wenn’s nur deswegen ist, weil alles einfach mal ein wenig anders aussieht, als man gewohnt ist. Die Details in dieser von Hawaii inspirierten Inselwelt sind liebevoll: Einerseits gibt’s passende Ukulele-Sounds beim Aufheben von Items, andererseits heben zum jeweiligen Gegner passende Animationen die Atmosphäre des Titels deutlich an. Auch der neue Pokédex namens Rotom ist zuckersüß: Patscht man ihm versehentlich ins Auge statt auf die Karte, reagiert er darauf. Ganz zu schweigen von der Animation, wenn man mit einem Freund ein Pokémon tauscht, die jede Sekunde der Antizipation auszukosten weiß. Hier stimmen die kleinen Dinge. Natürlich weiß die Pokémon Company aber auch bei den großen Dingen in Sachen Design zu überzeugen: Vor allem die teils wirklich seltsamen Entwürfe der Pokémon dieser Ausgabe haben es in sich – und letztlich ist es ja auch genau dieses Entdecken der Formen und ihrer Entwicklungen, was diese Spiele so stark und beliebt macht. Sonne und Mond schlägt hier viele Vorgänger, es warten so einige überraschende „Was ist das denn für ein krasses Vieh?“-Momente auf den Spieler.

Dies sind nur eine Hand voll verrückter neuer Pokémon, die in Alola auf euch warten.

Dies sind nur eine Hand voll verrückter neuer Pokémon, die in Alola auf euch warten.

Neue, alte Features

Bewegen wir uns weg vom visuellen Design zum Game-Design außerhalb der Kämpfe, dann findet man gewohnte Pokémon-Qualität, die mal experimentiert und mal direkt einen Schritt in die richtige Richtung macht. Beispielsweise wurden die Menüführung und der Tausch von Pokémon innerhalb des Teams und der PC-Box sinnvoll angepasst. Fängt man neue Pokémon mit vollem Team, hat man die Möglichkeit, diese direkt ins Team zu stecken und dafür ein anderes auf die Bank zu schicken. Und statt VMs und Fahrrad gibt’s jetzt das praktische Pokémobil, das via Menü oder Druck auf die D-Pad-Tasten bestimmte Pokémon heraufbeschwört, die schwimmen, fliegen, Items aufspüren oder Dinge kaputthauen und somit Wege freilegen können. Nicht ganz so gut gelungen wie diese Änderung ist das Pflegesystem, das nach den Kämpfen optional dazu aufgerufen werden kann, das eingesetzte Pokémon beispielsweise zu heilen, zu kämmen oder zu föhnen. Dies macht einige Items obsolet, da jede Statusveränderung nach dem Kampf mit einer kleinen Streicheleinheit aufgehoben werden kann. Über die Pflege Nähe zu seinen Pokémon aufzubauen, damit sie in einem späteren Kampf zum Beispiel einen fatalen Schlag überstehen, ist die Mühe und Zeit, die in diese Option gesteckt werden muss, nicht wirklich wert.

MIt unserem Pager können wir jeder Zeit ein Glurak rufen, das uns wo hinfliegt, dabei muss es nicht mal im Team sein!

MIt unserem Pager können wir jeder Zeit ein Glurak rufen, das uns wo hinfliegt, dabei muss es nicht mal im Team sein!

Gut bleibt, was gut war

Pokémon vs. Pokémon: Was wir seit Jahren lieben, funktioniert auch in Pokémon Sonne und Mond noch so klassisch und zeitlos wie immer. Dennoch wurde das System für diese Ausgabe an allen Ecken und Enden sinnvoll gepimpt: Beispielsweise ist das Werfen von Pokébällen über Shortcuts nun wesentlich angenehmer geworden, und kleine Pixel-Versionen der im Kampf antretenden Monster zeigen auf dem unteren Display ganz komfortabel Veränderungen der Statuswerte (wie Initiative, Spezial-Angriff, etc.) an. Das bringt Transparenz und damit ein besseres Verständnis des Kampfsystems und den Auswirkungen der Fähigkeiten, was besonders für Einsteiger hilfreich ist.
Die freuen sich auch über die Sichtbarkeit der Effektivität einer Attacke: Statt den üblichen Spickzetteln über die Reaktion von einem Elementen-Typ auf einen anderen Typ, steht nun – sobald wir einen Pokédex-Eintrag für das gegnerische Pokémon besitzen – direkt neben der Attacke, wie stark sie wirkt. Wer das auswendig weiß und gern den Hirnschmalz trainiert, wird sich leider über die fehlende Möglichkeit eines Schwierigkeitsgrades ärgern müssen. Aber warum haben wir schließlich einen Pokédex, wenn wir dessen Informationen nicht nützen? Wer die Pokémon-Games zum unterhaltsamen Zeitvertreib spielt, freut sich darüber mehr als er oder sie zugeben wird.

Mit viel Liebe zum Detail sind die Städte und Landschaften gestaltet.

Mit viel Liebe zum Detail sind die Städte und Landschaften gestaltet.

Fazit

Pokémon Sonne und Mond zeigt Mut zur Veränderung. Wirkt vieles jedoch auf den ersten Anschein gleich, könnte man es letztendlich doch als völlig neues Pokémon-Game bezeichnen, das der Zeit gerecht wird. Mit neuen Features und simplerer Handhabung zielt es auch auf Einsteiger ab, die eventuell durch den Pokémon GO-Hype zum Franchise hingetrieben wurden.
Pokémon Sonne und Mond punktet mit toller Grafik und gut angepasstem, aber trotzdem traditionellem Kampfsystem, sowie perfekter Urlaubs-Atmosphäre und musikalischer Untermalung. Das Recyceln mancher Generation 1-Pokémon zu Alola-Formen ist eine Draufgabe, die altbekannte Monster in neuem Licht erstrahlen lässt und sie sogar für manche wettbewerbsorientierte Spieler wieder interessanter macht. Die gut erzählte Story verschafft einem zwischen 20 und 30 Stunden Unterhaltung, gefolgt von einem Poststory-Inhalt, der den Champion erst zum Meister werden lässt. Denn schließlich heißt es: Schnapp sie dir alle!


Release Date: 23.11.2016
Plattform: Nintendo 3DS
Genre: RPG
Publisher: Nintendo

Home   /   Games  /   Pokémon Sonne und Mond im Test

Tags

Related Article