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Rock Den See Festival 2016

Rock Den See Festival 2016

Die guten Momente im Leben vergehen immer wie im Flug. Kaum beim Rock Den See Festival 2016 angekommen, sitze ich nun, zwei Tage später, schon wieder im heimischen Office und lasse das kleine gemütliche Festival in St. Andrä Revue passieren. Zum zweiten Mal ging das Rock Den See nun unter der Leitung von Markus Jäger (Roxor Rockstore) über die Bühne. Daher bietet es sich an, die letzten beiden Jahre etwas zu vergleichen und Bilanz zu ziehen.

Mehr: Rock Den See Festival 2015

Line-up: Bands & Konzerte

Mit dem Line-up ist es ja immer so eine Geschmacksache und so richtig recht machen, kann man es ohnehin nie allen. Einige Acts, die letztes Jahr den See rockten, waren auch heuer wieder mit dabei, wie etwa Matakustix, Kompass Nord und All Faces Down. Letztere durften heuer die Main Stage bespielen und waren der heimliche Sieger des ersten Tages. Super Stimmung, die meisten Zuseher und eine durchstrukturiere und perfekte geplante Show sprachen für sich – da waren auch die kleinen technischen Problemchen (die es bei vielen Bands gab) ziemlich egal.

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All Faces Down (c) Robert Reischütz

 

Eben jene technischen Probleme gab es auch bei den Super Action Heroes, die trotz alledem für gute Stimmung sorgten und mit ihrem Ska-Punk zum Tanzen einluden. Zum Tanzen luden auch Kompass Nord ein, die augenscheinlich den größten Sprung aller Bands schafften: 2015 spielte man als Opener vor rund 20 Besuchern. Ein Jahr später standen die jungen Chartstürmer als Co-Headliner auf der Second Stage und vor einer großen Fanbase.

Die Pop-Formation entpuppte sich einmal mehr live als wahre Rockband und überzeugte auch die harten Metal-Heads, die anfangs noch mit erhobenen Mittelfingern dastanden. Kompass Nord haben die Situation bravourös gemeistert und ihre Kritiker einfach in Grund und Boden gerockt – Hut ab!

Mehr: Kompass Nord im Interview

Unseren Hut ziehen wir auch vor Turbobier, die eine geniale Show aufs Parkett lieferten. Es wurde gesprungen, mitgesungen und natürlich brav gebiaschtlt! Dr. Marco Pogo wurde wie ein Messias empfangen und hatte die Menge sofort im Griff. Die Mischung aus Kabarett, feinstem Punkrock und charmantem Assi-Saufgelage ließ keine Zweifel, dass Turbobier eine der besten Acts unseres Landes sind und das total verdient – Prost!

All Faces Down beim Rock-den-See-Festival-2016

All Faces Down
(c) Robert Reischütz

 

Völlig überraschend war beim Headliner Silverstein aus Kanada weniger los, als dies bei All Faces Down der Fall war. Auch die Stimmung war nicht gerade überragend, was sehr schade war, da wir uns total auf den Auftritt unserer Jugendhelden gefreut hatten. Dabei war dieser ohnehin schon stark verkürzt, da es einen Zeitplan einzuhalten galt und sich dieser, wie es bei Festivals nun mal so ist, verschoben hatte. Das hätte man auch anders lösen können, indem man vielleicht den Bands davor jeweils zwei bis drei Minuten Spielzeit nehmen hätte können, um Silverstein und deren Fans eine volle Show zu bieten. Vielleicht lag es aber auch daran, dass Sänger Shane Told nicht gerade seinen besten Tag hatte – sehr schade!

Mehr: Turbobier – Irokesentango – CD Review

An Tag zwei war das Klangbild dann sehr monoton, denn es gab eigentlich nur Metal zu hören. Geplättet vom ersten Tag und auch, weil uns das Line-up nicht so angesprochen hat, schafften wir es erst zu The Sorrow aufs Gelände. Die Vorarlberger legten einen fulminanten Auftritt hin und unterstrichen klar, warum sie die größte und erfolgreichste Metal-Band des Landes sind. Hammer Setlist, spitzen Sound und überraschenderweise lustige Ansagen, sorgten für eine Metal-Show, die seinesgleichen sucht.

Normandie beim Rock-den-See-Festival-2016

Normandie
(c) Robert Reischütz

 

Alles in allem konnte sich das Line-up des Rock Den See auch 2016 sehen lassen. Wir finden dennoch, dass es 2015 ausgeglichener war, was für eine bessere Grundstimmung sorgte. Diesmal waren die Lager der Bands doch sehr gespalten und so mussten einige Acts negative Reaktionen entgegennehmen oder vor einer sehr kleinen Menschenmenge spielen. Vielleicht kann man das nächstes Jahr etwas besser planen und aus Rock Den See wieder einen bunten Blumenstrauß (so, endlich hab ich dieses Wort auch mal in einem Bericht untergebracht) verschiedener Musikgenres binden.

Verpflegung: Häppchen, Häppchen, Mjam, Mjam, Mjam

Wie auch im Vorjahr geht wieder mal ein großes Kompliment an die Mitarbeiter der Verpflegungsabteilung. Es gab weder lange Wartezeiten, noch unfreundliches Barpersonal. Im Gegensatz zu großen Mainstream-Festivals wird man bei Rock Den See stets freundlich bedient – das sieht man gerne.

Als kleinen Kritikpunkt möchte ich dennoch anmerken, dass die Preise bei Burger, Bier und Co. im Vergleich zu 2015 doch deutlich angehoben wurden. Eine große Mischung (o, 5L) war mit 5, 50€ zwar immer noch deutlich günstiger als bei anderen Festivals, dennoch aber um satte 2€ teurer als im Jahr zuvor.

All Faces Down beim rock-den-see-festival-2016

All Faces Down

Flair: Atmosphäre, Stimmung und Wetter

Das Gelände des Rock Den See wurde 2016 noch mal aufpoliert. Größere Caravanflächen, Essenstände und Partyzelt am Campingplatz und eine kleine Einkaufsmeile am Kerngelände sorgten für noch mehr Festival-Flair. Alles größer, fetter, professioneller. Hier hat man wirklich versucht, das ohnehin coole Konzept des Rock Den See noch mal eine Stufe besser zu machen.

Doch das Rock Den See ist eben nur ein kleines Rock-Festival, wenn das Wetter nicht mitspielt. Denn leider war der Wettergott nicht auf Seiten der Veranstalter und so blieb der Sprung in den Badesee bei Temperaturen um die 18 °C heuer traurigerweise aus. Dies machte sich auch in der Grundstimmung der Besucher bemerkbar, die sich natürlich sehr auf einen kleinen Badeurlaub inklusive Bands gefreut hatten. Anstatt idyllischen Gruppenplanschens gab es heuer eher kollektives Biaschtln am Campingplatz. Wir fanden es ebenfalls sehr schade, dass sich das Alleinstellungsmerkmal des Rock Den See heuer nicht entfalten konnte und ließen Flip-Flops und Badehose betrübt im Zelt.

Fazit

Rock Den See Festival 2016, du warst zwar nicht ganz so schön, nicht so entspannend wie 2015, doch dafür kannst du nichts. Nachdem Festivals wie Rock am Ring oder Hurricane heuer schon abgesagt wurden, kann man froh sein, dass dieses kleine Festival in St. Andrä ohne Komplikationen über die Bühne gehen konnte. Trotz kleiner (durchaus verzeihbarer) Kritikpunkte waren wir wieder mal sehr glücklich, hier gewesen zu sein und freuen uns auf das nächste Jahr. Bussi!

Photos: (c) Robert Reischütz

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