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Rock-Urgesteine: Toto im Wiener Gasometer

Rock-Urgesteine: Toto im Wiener Gasometer

Toto stehen ja schon länger auf meiner Must-See-List. Da es sich bei mir bis jetzt noch nie ausgegangen ist, sie live zu erleben, bin ich natürlich umso froher, dass es Dienstagabend endlich funktioniert hat. Schon länger wollte ich mich von ihren gepriesenen Livequalitäten selbst überzeugen, und seit gestern kann ich bestätigen: Die Lobeshymnen werden mehr als zurecht gesungen! In Topbesetzung und Topform brachten die Kultrocker eine Auswahl ihres musikalischen Repertoires zum Besten, vermischten dabei gekonnt Altes und Neues, Ruhiges und Rockiges und bewiesen, dass sie es einfach immer noch drauf haben!

(c) Yavuz Odabas

(c) Yavuz Odabas

Primetime!

Um ziemlich genau 20:15 Uhr fiel der weiße Vorhang, der zuvor die Bühne verhüllte, und Toto wurden mit begeistertem Applaus empfangen. In Topform starteten sie mit der Vorzeige-Rocknummer Running Out Of Time von dem neuen Album Toto XIV. (2015) in den Abend und sorgten von Beginn an für eine motivierte, gute Stimmung, welche sich fast durchgehend während des ganzen Konzerts halten konnte. Nach diesem gut gewählten Opener wurde eine Brücke zu den Anfängen geschlagen: I’ll Supply Your Love stammt von dem Debütalbum Toto (1978), und man merkt schnell, dass dieses gekonnte Balancieren zwischen alten, früheren Klassikern und neuen Nummern charakteristisch für den Abend sein wird.

Klar, dass in dieser gut dosierten Mischung natürlich auch die größten Hits, wie Hold The Line oder Rosanna nicht fehlten. Untermalt von einer passenden Lichtshow sorgten sie für zustimmendes Kopfnicken und Mitwippen. Mit Songs wie The Road Goes On wurde auch eine ruhige Komponente ins Spiel gebracht, obwohl die rockigen Nummern natürlich bei weitem überwogen. Erwähnenswert weiters sind Steve Lukathers Gitarrensoli, die beim Publikum mehrmals für offene Münder sorgten.

„Ihr seid fantastisch!“

(c) Yavuz Odabas

(c) Yavuz Odabas

 

Mit diesen Worten verabschiedete sich Sänger Joseph Williams und die Band verließ die Bühne, um sie dann für die Zugaben noch einmal zu betreten. Bei der letzten Zugabe Africa schafften sie es, die Leute ein letztes Mal zu animieren. Bei mir wurden Erinnerungen an meine Karaoke-Zeiten geweckt, und so grölte auch ich mit dem Großteil des Publikums mit – fast wie damals auf „SingStar Rock Ballads“.

Generationenverbindend

Dass sie es trotz ihres Alters immer noch können, stellten Toto gestern mit einem verblüffend studionahen Sound vor altem und jungem Publikum unter Beweis. Mit Leland Sklar holten sie außerdem einen der begehrtesten Bassisten ins Boot, der wirklich von Beginn an überzeugte – dieser Typ ist so ziemlich die Coolheit in Person! Toto genießen also zurecht den Titel als eine der besten gegenwärtigen Livebands. Während sie zwei Stunden nach Konzertbeginn noch immer energiegeladen und topfit wirkend von der Bühne gingen, verließ ich den Gasometer mit Kreuzweh. Von dem langen Stehen.

Photos: (c) Yavuz Odabas

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