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Schmutzki: „Es gibt Zeiten, da musst du mal fett auf die Fresse kriegen!“

Schmutzki: „Es gibt Zeiten, da musst du mal fett auf die Fresse kriegen!“

Die deutsche Indie-Punk Band Schmutzki ist soeben mit ihrem zweiten Album Spackos Forever in die deutschen Charts eingestiegen und spätestens seit ihrem krass guten Debütalbum Bäm jedem in der Szene ein Begriff. Wir trafen die sichtlich noch müden, aber gut gelaunten Stuttgarter vor ihrem Auftritt beim And There Come The Wolves Festival in Wiesen zum Interview.

Hey Schmutzki, danke für’s Zeitnehmen! Ihr spielt heute nicht nur auf der zweiten Bühne beim ATCTW, sondern auch schon davor eines euer Zeltplatz-Konzerte. Bei dem werden dann brav T-Shirts, Kondome und Bier verteilt. Ein riesiger Aufwand an Zeit und Geld.
Beat: Ja, wir sind aber auch furchtbar reich. (lacht) Ne, wir haben da ein paar nette Sponsoren, die uns die Biere usw. zur Verfügung stellen, das ist schon nett. Wir sponsern quasi nur unsere kostbare Zeit und unser hervorragendes musikalisches Talent. (lacht)
Flo: Wir haben damit vor drei Jahren angefangen, um irgendwie die Leute auf uns aufmerksam zu machen, da wir halt einfach die unbekannteste Band auf jedem Festival waren und wollten, dass doch ein paar Menschen bei unseren Auftritten vor der Bühne sind.

Wiesen IV Schmutzki

(c) Dave Bitzan

 

Definitiv eine super Promo für euch! Aber geht das nicht doch auch an die Nieren? Festivals sind doch auch anstrengend: Ihr kommt spät in der Nacht an, seid verkatert und müde. Dann ab zum Soundcheck, nervige Interviews und später ab auf die Bühne. Da macht ihr euch mit dem Zeltplatz-Konzert nur noch mehr Stress, oder?
Dany: Wir sind ja auch Hochleistungssportler! Spaß beiseite, das macht schon tierisch Bock und die Zeltplatzgeschichte ist besser, als den ganzen Tag langweilig im Backstage abzuhängen. Das ist wie ein kleines Warm-up. Den Leuten gefällt’s, uns macht es Spaß und wir sind danach auch besser drauf und haben richtig Bock auf die „richtige“ Show.

Mehr: NDW – Nostalgie, Deutschpunk, Wölfe – And There Come The Wolves Festival Tag 1

Das ist heute euer erster großer Festival-Auftritt in Österreich. Woran lag es bis jetzt, dass ihr nicht öfter hier wart?
Beat: Stimmt! Naja, liegt wohl daran, dass die Aufmerksamkeit in Deutschland natürlich größer ist und wir dort auch bekannter sind. Aber wir haben schon einige Shows in Wien gespielt (u.a. mit den Beatsteaks, Wizo, ZSK).
Dany: Nach dem heutigen Konzert wird aber alles anders!
Beat: Ja, dann spielen wir nur noch in Österreich, weil es heute so derbe gut laufen wird!

Seit Kurzem ist eure neue Platte Spackos Forever draußen und ihr seid sofort in die Charts aufgestiegen. War das absehbar?
Beat: Und zwar direkt auf Platz 27, wie geil ist das denn? Also wenn wir ehrlich sind, dann haben wir damit gerechnet, dass wir so ungefähr auf Platz 100 einsteigen könnten. Dass wir dann aber unter den Top 30 landen, das ist schon irre. Wir sind happy, die Plattenfirma ist auch happy. Alles gut also!

Schmutzki

(c) Dave Bitzan

 

Die neue Platte klingt – bitte korrigiert mich – sehr stark nach den Sachen der Die Ärzte in den 80er Jahren. Also nach Gute Laune-Punk mit verstecktem Tiefgang. Könnt ihr mit dem Vergleich etwas anfangen?
Dany: Das ist ein großes Kompliment, danke! Ja, Die Ärzte haben das schon ähnlich gemacht, wie wir das auch tun. Musik zu machen, die einem selbst gefällt, ohne Regeln und Grenzen und dennoch den Spagat zu schaffen, dass auch der Mainstream-Hörer etwas damit anfangen kann. In dem Sinne ist der Vergleich gar nicht so weit hergeholt!

Auch der Sound erinnert stark an den der 80er. War das so geplant, oder hat sich das im Studio einfach entwickelt?
Flo: Das war schon so geplant, da wir ja doch nur zu dritt auf der Bühne stehen und die Songs eins zu eins so spielen wollen, wie sie auf Platte klingen.
Dany: Es ist wichtig, dass du den Sound ebenso rüberbringen kannst, wie er auf der CD zu hören ist. Es ist doch furchtbar, wenn eine Band den halben Sound vom Band einspielen muss, weil sie ihn live nicht so hinbekommt! Außerdem hätten wir gar keine Ahnung, wie man Samples einspielt, da wir technisch nicht so schlau sind. (lacht)

Nach der Festival-Saison ist vor der Club-Tour. Wo kann man euch demnächst sehen?
Beat: Genau! Wir spielen noch ein paar kleinere Festivals und dann geht die Tour los im Herbst und wir starten in Wien zusammen mit LIAN. Da freuen wir uns schon riesig drauf! Also alle vorbeikommen und mit uns feiern!

Schmutzki

(c) Dave Bitzan

 

Klingt nach einer richtig guten Zeit für euch, wäre der VFB Stuttgart nicht abgestiegen, oder?
Beat: Ja, aber die mussten jetzt auch echt mal runter. Auch im Umfeld ist man gar nicht so unfroh, dass der VFB sein Konzept wieder von Null aufbauen kann und sich neu sortieren wird.
Dany: Es gibt einfach Zeiten, da muss man mal fett auf die Fresse kriegen!

Wir sind hier beim And There Come The Wolves Festival. Frage: Was würdet ihr tun, wenn Wölfe die Weltherrschaft an sich reißen würden?
Dany: Ich würde einfach Songs schreiben, die Wölfen gefallen. Dann wären wir wieder dick im Geschäft! Ganz einfach, oder? (lacht)
Beat: Ich würd lernen zu heulen wie ein Wolf. Du musst einfach immer mit dem Strom schwimmen. (lacht)

Gut geheult liebe Schmutzki! Wir sehen uns hoffentlich im Herbst in Wien und bis dahin macht’s gut!

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