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Sing – Filmkritik

Sing – Filmkritik

Sing ist ein Animationsfilm für Kinder. Ich sage das so schnörkellos, weil es das Wichtigste ist, was es über den Film zu wissen gibt. Und weil er nicht wirklich versucht mehr zu sein.

Wie im Genre üblich sind alle Charaktere anthropomorphisierte Tiere, hier allerdings etwas bunter durchgemischt. Schnecken, Bären, Tintenfische – es gibt alles. Der Film beginnt aus der Sicht von Buster Moon, einem Koala, der eine Leidenschaft fürs Theater hat und deswegen eines leitet. Leider ohne Erfolg. Von Schließung bedroht hat er den Geistesblitz eine Casting-Show zu veranstalten. Als Preisgeld sollen 1000$ winken, doch durch ein Missgeschick werben die Flyer mit 100 000$. Unmengen von Tieren strömen deswegen herbei um ihm ihre Gesangstalente zu zeigen.

Buster trifft unter den Teilnehmern eine kleine Auswahl, darunter den Gorilla Johnny, ein großartiger Sänger, der von seinem Vater gezwungen wird bei diversen Verbrechen mitzumachen; der Mäuserich Mike, der so gut singt wie er von sich selbst eingebildet ist; die Schweine Gunter und Rosita, letztere ist Mutter von 25 Ferkeln und muss versuchen ihre große Chance damit in Einklang zu bringen; Ash, das Punkrock-Stachelschwein mit Beziehungsproblemen; und später noch Meena, die Elefantin mit Bühnenangst.

Diese Auflistung mag hier im Text nach viel aussehen, ist im Film allerdings schlimmer. Mit etwas unter zwei Stunden gehört Sing nicht wirklich zu den langen Filmen. Das macht es umso verwunderlicher, dass die Charaktere, die ich bis jetzt aufgezählt habe – bis auf Gunter – eigene Handlungsstränge bekommen. Also Hintergrund, Problem, Auflösung. Was eigentlich dazu führen sollte, dass man sich in ihre Lage versetzt und mitfühlt, wird so schnell abgewickelt, dass mir der Film praktisch buchstabieren musste welche Emotion ich denn nun zu empfinden hatte. Meenas Teil ist dabei am verwirrendsten – sie ist schüchtern, und traut sich nicht vorzusingen, aber Buster nimmt sie trotzdem. Sie arbeitet dann hinter der Bühne, mit der Abmachung, jederzeit bei der großen Show mitsingen zu dürfen. Warum Buster ihr das verspricht wird nie klar, und so wie er dargestellt wird ist es auch kein leeres Versprechen.

Solche Momente lassen mich zur Einleitung zurückkehren. Es ist ein Kinderfilm. Zu viel nachdenken sollte man nicht. Es ist ein wenig schade, dass so viele Ideen viel zu kurz kommen, aber immerhin hat Sing dadurch keine großen Hänger und bleibt unterhaltsam. Optisch ist Sing ein farbenfrohes Spektakel, die verschiedenen Tiere haben Charakter. Filmtechnisch gesehen ist es bis auf ein paar Schnitte, die kurz einen Hauch Persönlichkeit durchblitzen lassen, Standardkost, was nicht schlecht sein muss. Die Gesangsleistungen, die viel vom Film einnehmen, schwanken zwischen OK und gut, wer keine Popmusik mag wird hier allerdings nicht glücklich werden. Für ältere Zuseher gibt es Lieder wie My Way von Frank Sinatra. Die Songauswahl hat mir persönlich gefallen, ist allerdings ein wenig zu sicher gespielt.

Fazit

Sing ist ein bunter Kinderfilm über singende Tiere. Kurzweilig, mit vielen Ideen, die leider etwas schnell abgearbeitet werden. Nicht herausragend, aber auch weit davon entfernt schlecht zu sein. Alles in allem ganz gut.

Kinostart: 8.12.2016
Genre: Animation, Musical, Kinder
Regisseur: Garth Jennings
Cast: Matthew McConaughey, Reese Witherspoon, Seth MacFarlane, Scarlett Johansson
Land: USA
Dauer: 110 Minuten
Filmverleih: Universal Pictures
Für Fans von: Animationsfilmen für Kinder

 

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