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Slipknot in der Wiener Stadthalle: Bizarrer Höllentrip für Freunde und Familie

Slipknot in der Wiener Stadthalle: Bizarrer Höllentrip für Freunde und Familie

Für gut 100 Minuten wurde am 26. Jänner die beinahe ausverkaufte Wiener Stadthalle ein Trip in die Hölle, denn Slipknot waren wieder mal in der Stadt. Nach einem kurzen Tribut an den erst kürzlich verstorbenen David Bowie wurde dem Publikum präsentiert, worauf sie sich an diesem Abend eingelassen hatten.

Während be prepared for hell aus den Boxen schallte, wurde auf der riesigen Videowall brennende Schaufensterpuppen gezeigt, um die Zuschauer gleich mal an das Bizarre zu gewöhnen. The Negative One wurde angespielt und in den vorderen Reihen begann schon der erste von vielen Circle Pits. Slipknot zeigten sich routiniert, was bei 17 Jahren Bandgeschichte nicht unbedingt überraschend ist. Corey Taylor hingegen hat seine Stimmbänder anscheinend doch schon ein wenig zu sehr beleidigt, denn sein Shouting war auch schon mal besser.

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(c) Alexander Blach

 

Das Konzert war laut, was bei Slipknot aber auch sein muss. Teilweise waren deshalb jedoch die verschiedenen Instrumente nicht perfekt ausgeglichen. Besonders Coreys Gesang ging teilweise unter, was aber auch daran liegen könnte, dass er sein Mikro zu weit weggehalten hat, obwohl von ihm eigentlich am wenigsten Bewegung zu sehen war. Ganz im Gegenteil zu Sid Wilson, der auffällig ähnliche Moves wie Flake von Rammstein an den Tag legte. Es kursierten ja vor kurzem Gerüchte, dass Sid aus der Band geworfen wurde. Ob sich da nicht doch ganz wer anderer hinter der Maske verborgen hat?

Das Jahr 2016 ist das 15. Jubiläum von dem Album Iowa, welches von vielen Fans, als das beste Album der Band gefeiert wird. Deshalb waren die meisten Songs dieses Abends auch von diesem Album: Disasterpiece, Everything Ends, I Am Hated, Metabolic und Left Behind. Sehr zur Freude der Fans, die alle anscheinend mit Slipknot aufgewachsen und älter geworden sind, waren auch vom selbstbetitelten und ersten Album gleich viele Songs dabei: Eyeless, Wait and Bleed, (sic), Surfacing und Spit it Out. Von den neueren Alben wurden lediglich die Hits, wie Duality, Psychosocial oder The Devil in I gespielt.

(c) Alexander Blach

(c) Alexander Blach

 

Das gesamte Konzert wurde von äußerst verstörenden Bildern auf der Videowall begleitet. Eine Art Operation eines Menschen wurde gezeigt, viele Insekten und Spinnen und Maden, welche ursprünglich namensgebend für die Fans, die von der Band liebevoll Maggots genannt wurden, waren. Doch die Band ist erwachsener geworden. Die Fans werden abgesehen von Motherfuckers nur noch Friends and Family genannt, nicht mehr Maggots. Corey wurde redseliger und sie haben komplett auf das in Szene setzen des Drummers geschissen, was zu Joeys Zeiten Gang und Gebe war. Braucht man aber auch nicht, denn Jay Weinbergs perfekt sitzende Schläge und Kicks waren Show genug. Bis auf einen massiven Patzer (jedoch von der gesamten Band) war das großartige Schlagzeugkunst.

Weder Chris noch der seltsame Sid-Ersatz sind ins Publikum gesprungen, welches sich aber trotzdem nicht nehmen ließ, ordentlich abzufeiern. Riesige Mosh- und Circlepits gab es sowohl innerhalb des Wavebreakers als auch außerhalb bei nahezu jedem Song. Corey bedankte sich unendlich oft und meinte sogar er hätte aufgrund der großartigen Stimmung das Gefühl, aus Wien zu sein. Obwohl das Durchschnittsalter der Bandmitglieder bei circa 43 Jahren liegt, war es eine großartige Show. Natürlich fällt das Headbangen in diesem Alter ein bisschen schwerer, das ist verständlich. Trotzdem sind wir, die Maggots, immer dankbar wenn uns Slipknot beehren und wir freuen uns schon auf ihren nächsten Besuch.

 

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