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Smalltalk mit Musikern – diesmal: Sampling

Smalltalk mit Musikern – diesmal: Sampling

Das Sprachverhalten in den heimischen Proberäumen ist zumeist ein anderes als im Alltag. Die verschrobenen Wesen der Musiker bedienen sich um sich mit ihresgleichen zu verständigen, oft recht eigensinnigen Begriffen, die für Außenstehende nur schwer verständlich sind. Um ein wenig Licht in die dunkle Welt der Musikersprache zu bringen und damit du das beim Gefasel deiner Kumpels über ihre Band nicht nur Bahnhof verstehst, nehmen wir von enemy.at einige dieser Begriffe unter die Lupe.

Unser heutiger Begriff „Sampling“

Hast du die Band letztens gehört, da ist so viel vom Band gekommen, das kauft ihnen ja keiner ab…

Im Musikbiz ist es nicht unüblich dem Publikum mehr vorzugaukeln als tatsächlich passiert. So greift die eine oder andere Musikgruppe auch klanglich ganz schön in die Trickkiste, um die Realität ein Unrealer zu machen.

Dazu bieten sich sogenannte Samples bzw. die Technik des Samplings an. Doch, was steckt hinter diesem Begriff?

Das Internet spuckt folgende Definition aus: In der Musik bezeichnet Sampling den Vorgang, einen Teil einer – bereits fertigen – Ton- oder Musikaufnahme (ein Sample; engl. für ‚Auswahl‘, ‚Muster‘, ‚Beispiel‘, von lat. exemplum: ‚Abbild‘, ‚Beispiel‘, Sound Sample für ‚Klangprobe‘) in einem neuen, häufig musikalischen Kontext zu verwenden (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Sampling_(Musik)).

Diese sogenannten Klangproben sind auch eine wirklich nette Geschichte und stiften einige Geeks zum technischen Wettrüsten an.

Vom einfachen Sampling Pad, welches auf Knopfdruck ein funkiges Yeah oder recht krassen Drumeffekten abspielt bis hin zum Apple-Addicted Rechenzentrum mit Softwaregesteuerten Gitarrenfußtreter biete die Samplingtechnologie Bandbreite an Gagenverschlingenden Produkten an. Damit ist es beinahe möglich den kompletten Sound der Band durch Bits und Bytes von der solidstate Festplatte zu ersetzten. Und das alles nur um Schein zu wahren.

Aber sein wir mal ehrlich. Wer kauft denn einer Dreier Kombo ab, dass sie im Chorus plötzlich wie eine Big Band oder ein Seemannschor klingt? Und warum sehen es einige Solisten nicht ein, dass ein guter zweistimmiger Gesang wirklich zwei echte Stimmen benötigt?

Natürlich möchte man dem Publikum für den (meist überteuerten) Konzerteintritt mehr bieten, als man drauf hat, aber trotzdem kann das beste Sample den miesesten Song nicht retten.

Also lieber zurück in den Proberaum, den Technikschnickschnack auf eBay verticken und weiter brav an den Songs feilen. Das hat ja auch bei den Bands, die man heute so gern auf Vinyl hört, ja auch funktioniert!

Das war es auch schon wieder. Beim nächsten Mal schauen wir uns an, was es mit einer Pre-Production auf sich hat.

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