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Sonic Boom: Feuer und Eis im Test

Sonic Boom: Feuer und Eis im Test

Sonic ist wieder da! Der blaue Igel sprintet durch ein neues Abenteuer. Kann er endlich wieder an alte Erfolge anschließen oder wartet eine erneute Enttäuschung? Wir haben Sonic Boom: Feuer und Eis für den Nintendo 3DS getestet!

Die lange Geschichte des blauen Igels

Der Plot der die einzelnen Level von Sonic Boom: Feuer und Eis zusammenhält könnte simpler kaum sein. Dr. Eggman (oder Robotnik, je nach persönlicher Vorliebe) hat ein neues Element entdeckt, nutzt dieses um seine Roboter anzutreiben und droht damit der Umwelt zu schaden. Sonic und seine Freunde können ihn damit natürlich nicht durchkommen lassen.

Wie gesagt, die Handlung ist simpel. Sie erfüllt ihren Zweck, wird jedoch kaum ein großes Publikum begeistern. Da ist die Geschichte um Sonic – die Spielreihe, nicht die Figur – gleich viel interessanter. Jeder weiß, dass die großen Tage von Segas Vorzeigeigel längst hinter ihm liegen. Lange Zeit galt eine einfache Faustregel: Ist Sonic im Namen, dann ist das Ergebnis enttäuschend oder gar eine einzige Katastrophe (Sonic the Hedgehog 2006 lässt grüßen). Dann kam jedoch die Wende. Mehr und mehr konnte Sega bei Fans und Kritikern Boden gutmachen, mit gelungenen Titeln wie Sonic Generations.

Cool bleiben: Wer sich eisige Wege erschließen will muss auch die richtige Aura nutzen.

Cool bleiben: Wer sich eisige Wege erschließen will muss auch die richtige Aura nutzen.


Sonic Boom
sollte schließlich der ganze große Neuanfang werden. Neue Figurendesigns, neue Fernsehserie, neues Spiel, ein ganz neues Zeitalter für Sonicfans! Allein, die Begeisterung hielt sich in Grenzen und nun ist es an Feuer und Eis zu beweisen, dass auch Sonic Boom einiges zu bieten hat!

Mit Vollgas in die richtige Richtung!

Die schlechte Nachricht zuerst: Während der Plot nur simpel ist, dreht sich einem bei den Dialogen der Magen um. Man merkt, dass die Intention scheinbar öfters darin liegt witzig zu sein, bloß funktionieren will es nicht. Da kann auch die technisch einwandfreie Synchro mit ihren sehr guten und bemühten Sprechern nicht helfen.

Die gute Nachricht: Cutscenes tauchen nur alle paar Level auf und der Fokus ist beim Gameplay.

Die beste Nachricht: Das Gameplay ist gut. Wirklich gut. Wie in Sonic Generations fühlt man sich auch hier zurückversetzt in die Zeit der klassischen Sonic Games. Das Gameplay ist einerseits rasant, gleichzeitig muss man jedoch Geschick und schnelle Reaktionen beweisen. Vorbei ist die Zeit als man das Gefühl hatte wie eine Kugel beim Flippern herumgeschleudert zu werden. Ob man hier erfolgreich das Ziel erreicht ist letztlich eine Sache der eigenen Fähigkeiten. Das ist es, was man bei der Reihe in jüngsten Jahren oft vermisst hat.

Hammer Time: Für manche Routen braucht es auch den richtigen Charakter – wie Amy samt Hammer.

Hammer Time: Für manche Routen braucht es auch den richtigen Charakter – wie Amy samt Hammer.

Mit den Mächten von Feuer und Eis

Die Feuer und Eis-Kräfte, über welche die Figuren neuerdings verfügen, tragen entscheidend dazu bei. Mittels den Schultertasten kann man zwischen Feuer und Eis wechseln. Je nachdem welche der beiden Optionen aktiv ist, ist Sonic – oder einer der anderen Helden – von einer entsprechenden Aura umgeben. Auf diesem Weg kann man durch bloßes Vorbeilaufen Sprengstoffe zünden oder Wasser gefrieren. So können neue, oft auch die einzig möglichen, Wege erschlossen werden. Wer nicht rechtzeitig wechselt fällt dann schon mal in einen Abgrund oder sprintet mit Karacho in die nächste Mauer. Es ist simpel genug, dass man es trotz der hohen Geschwindigkeit meistern kann. Nur zögern darf man dabei auch nicht.

Die einzelnen Level sind zwar auf schnelles Durchsprinten ausgelegt, bieten aber auch so manches Geheimnis. Um diese zu entdecken muss man jedoch öfter mal zwischen den fünf spielbaren Charakteren wechseln. Schließlich verfügt jeder von ihnen über ganz eigene Fähigkeiten. So kann Amy ihren Hammer einsetzen und Knuckles sich durch die Erde graben. Während man, bis auf ein paar Ausnahmen, praktisch alle Level auch allein als Sonic spielen kann, ist das bei den Bosskämpfen anders. Hier muss Sonic zumindest kurzzeitig das Feld räumen und jeden seiner Freunde zum Einsatz kommen lassen. Es ist eine willkommene Abwechslung. Bei allem Lob für die bloße Option, ist letztlich das rasante Gameplay mit Sonic selbst jedoch das Highlight des Spiels.

Kurze Fahrzeugmissionen sorgen für die nötige Abwechslung.

Kurze Fahrzeugmissionen sorgen für die nötige Abwechslung.

Abwechslung wird hier übrigens groß geschrieben. Neben den normalen Leveln, ihren multiplen Passagen je nach individuellen Charakterfähigkeiten und den Bosskämpfen gibt es noch mehr: Rennen zwischen Sonic und Eggman tauchen ebenso auf, wie Fahrzeugmissionen bei denen man das Kommando über U-Boote und andere Gefährte übernimmt. Auch diese sind überwiegend jedoch optional. Tatsächlich kann man sich flott durch die Welten arbeiten und dabei schon mal die Hälfte der Stages ignorieren. Für Spaß über das bloße Durchspielen hinaus ist also gesorgt. Man muss sich nur die Zeit nehmen.

Mehr für die Ohren als die Augen

Optisch ist Sonic Boom: Feuer und Eis eine ungemein unspektakuläre Angelegenheit. Es ist nicht hässlich und immerhin wird das hohe Tempo nie gestört, aber am Ende sieht das Spiel aus wie jedes andere beliebige 3DS Jump’n’Run. Sogar etwas enttäuschender, da den Farben ein gewisser Knalleffekt fehlt. Alles wirkt einen Hauch zu dunkel, zu gedämpft. Schade, da hat das Franchise schon Besseres geboten. Zumindest die Cutscenes, das muss man ihnen lassen, sind sehr nett anzusehen.

Der Ton schneidet da umso besser ab. Die bereits erwähnte deutsche Synchronfassung ist solide. Allein der Fakt, dass wir eine brauchbare deutsche Synchro haben hebt Sonic Boom: Feuer und Eis von vielen Konkurrenten ab. Auch die Musik weiß zu gefallen. Die einzelnen Tracks betten sich gut in die Level ein und unterstützen das dynamische Feeling des Gameplays.

Fazit

Sonic Boom: Feuer und Eis ist ein absolut gelungener Titel. Es ist kein großer Genremeilenstein, aber bietet wirklich spaßiges Gameplay. Vor allem hat es schnelles Gameplay, dessen Geschwindigkeit ihm nicht das Genick bricht. Schnell aber immer noch spielbar, immer noch durch die eigenen Reaktionen beeinflussbar. Näher an Sonic Generations als an sonst einem Sonic-Titel der jüngsten Jahre. Gleichzeitig muss man zugestehen, dass die Geschichte belanglos ist. Die Cutscenes, so hübsch sie optisch sein mögen, sind doch dann am besten wenn sie vorbei sind und man die Dialoge nicht mehr ertragen muss. Aber der Spielspaß sollte schließlich im Vordergrund stehen und das tut er hier alle mal. Sonic Boom: Feuer und Eis ist ein tolles Game, welches dazu beiträgt, den Namen Sonic reinzuwaschen. Mehr Releases in diese Richtung und man kann sich bald wieder auf alle kommenden Sonic-Titel freuen.

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Release Date: 30.09.2016
Plattform: 3DS
Genre: Jump’n’Run
Publisher: SEGA
Entwickler: Sanzaru Games
PEGI: 3

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