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Story Of Seasons im Test

Story Of Seasons im Test

Wenn man sich nicht ganz sicher ist, dann sollte man sich noch einmal Zeit nehmen, zu überlegen, oder? Das war jetzt nicht die Entscheidung, ob ich mir die Hose kaufen soll oder nicht, auch nicht welchen TV-Sender ich pünktlich zum Hauptabendprogramm wählen soll – es war schlicht und einfach die Entscheidung, ob ich Story of Seasons mag oder nicht. Und die Antwort hat mich auf eine kleine Odyssee gebracht.

Story Of Seasons ist der 3DS-Ableger der beliebten Serie der Harvest Of Moon Spiele. Die dürfen nicht mehr so heißen, das Prinzip ist aber gleich geblieben. Motto: Werde Bauer und erfolgreich! Nicht, dass ich das im echten Leben unbedingt wollen würde – das wäre mir zu anstrengend und wer weiß, ob mir die viele frische Luft überhaupt bekommen würde? In Story Of Seasons kann ich es aber (natürlich ohne die frische Luft) austesten. Gestartet wird natürlich zuerst mit meinem Charakter – da ICH jetzt Bäuerin bin, will ich, dass sie ausschaut wie ich. Ihr Gesicht kann „cool“ aussehen, wie ein“ babyface“, oder doch natürlich?

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Der Charakter kann beliebig angepasst werden, auch nachträglich.

 

Na gut, ich muss es zugeben. Für mich ist das Erstellen des Charakters immer ein ganz großes Ding. Mein Highlight. Mag am jahrelangen Sims-Spielen liegen, dass das für mich einfach dazugehört. Ist der Charakter erst fertig, waltet Oma Eda ihres Amtes. Eine Woche lebe ich bei ihr und darf alles lernen, was ich für mein Bäuerinnen-Dasein brauchen werde. Heißt, ich darf gleich mit dem Spielen beginnen, oder Oma Eda? Was, das stimmt so nicht ganz? Hmpf. Tatsache: Eine gute Stunde erklärt mir Oma Eda alles. Wirklich alles. Jemand, der in Kindertagen keinen Gameboy hatte und auch noch nie auf der Playstation gezockt hat, der mag das ganz gut finden. Allerdings ist die Handhabe und Bedienung des Spiels genauso simpel wie bei jedem anderen Spiel und so langsam, wie das vorangeht, frage ich mich, ob sie mir jetzt auch noch erklärt, wie ich den Nintendo 3DS abschalte, weglege und schlafen gehe. Im echten Leben jetzt.

Der Ärger über diese Tatsache zieht sich leider auch noch mehrere Stunden lang. Alles wird genauestens erklärt und das Spiel hat mich überhaupt nicht. Nach drei bis vier Spielstunden muss ich mich immer wieder selber überreden, noch einmal „reinzuspielen“. Immerhin will ich ja unvoreingenommen eine Review schreiben – da sollte ich doch zumindest mal etwas geerntet haben? Also geht’s weiter. Irgendwann habe ich dann endlich gelernt, wie ich Bäume fälle und Steine zerschlage, damit ich mein Häuschen updaten kann. Hab‘ ich vorher erwähnt, dass ich nicht gerne Bäuerin wäre, weil mir das sicher zu anstrengend wäre? Tja, so geht’s auch meinem Alter Ego – sie hat gerade mal ein, zwei Holzscheiterln zerschlagen, will ich aber schon ins Bett. Dabei ist es gerade mal elf Uhr am Vormittag.

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Herstellbare Produkte brauchen die verschiedensten Pflanzen. Aber nicht auf’s Gießen vergessen!

 

Aber ich will nicht zu viel Sudern, immerhin bin ich Bäuerin und Bäuerinnen sind kräftig, stark und robust. Ich will ernten, handeln, Kühe melken und Leute kennenlernen. Nach ein paar Tagen kann ich das erste Gemüse ernten und mich daran versuchen, es zu verkaufen. Schön, dass jeder Schritt bis ins Detail erklärt wird – bis ich endlich gecheckt habe, wie ich handle, vergehen Tage. Die ersten selbstgefangenen Fische und Schmetterlinge habe ich schon verkauft und kann mich endlich den Menschen in meiner Umgebung widmen. Ein Ziel im Spiel ist es ja, zu heiraten.

Steckrüben, Pfirsiche, Kühe, Hühner. Wilde Tiere finden, Freunden Präsente überreichen. Möbel auen, Kleidung kaufen, Händler finden, Kochrezepte lernen. Alpakas, Honigbienen, Seidenhühner. Bei Wettbewerben mitmachen, Pilze und Reis kaufen. Saisonale Pflanzen anbauen und Blumen pflücken. Blaue Rose, Karotte, Melanzani, Schneeglöckchen. Kaktus, Baumwolle, Flachs. Ring basteln, Blumen-Events, Heiratsantrag. Die Liste an Dingen, die man in Story Of Seasons machen kann und muss, ist schier endlos.

Fazit

Story Of Seasons ist ein süßes Spiel und glänzt vor allem mit starken Charakteren und, zumindest für mich, vielen, lieben, kleinen Ideen. Dass es nicht nur einfach einen „Fisch“ zu Fangen gibt, sondern unterschiedliche Fischarten, so wie auch bei Schmetterlingen oder Blumen, zeigt die Detailverliebtheit der Macher. Das macht ein längeres Spielen umso spannender – wenn es dann erst mal angelaufen ist! Dass die Tutorials so lange dauern und auch danach alles nur sehr langsam vorangeht, macht das Spielen mühsam. Auch, dass zwar alles bis ins Detail erklärt wird, viele Dinge, die aber wiederum nicht auf der Hand liegen, dann nicht ordentlich beschrieben sind, sind ein wenig fragwürdig und verbesserungsfähig. Wer sehr geduldig ist, und sich gerne erst einmal vier bis fünf Stunden „einspielt“, bis sich ein wenig tut, dem sei das Spiel aber ans Herz gelegt.

7 von 10 Punkte

Release Date: 31.12.2015
Plattform: 3DS
Genre: Rollenspiel, Farm-Simulation
Publisher: Nintendo

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Anna Obermeier
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