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The Neon Demon – Filmkritik

The Neon Demon – Filmkritik

Nach dem internationalen Erfolg seines 2011 erschienenen Meisterwerks Drive ist der dänische Regisseur Nicolas Winding Refn bei Filmfestspielen nicht mehr wegzudenken. Seine Filme sind unverkennbar. Sie stechen mit extremen Kontrastbildern hervor und selbst der Soundtrack wird zu einer eigenen Figur. Auch The Neon Demon macht da keine Ausnahme.

Die 16-jährige Jesse (Elle Fanning) ist vor allem eines: Schön. Und das weiß sie auch. Deshalb reißt sie nach Los Angeles um ein großer Star in der Modelbranche zu werden. Und genau diese Branche hat nur auf Jesse gewartet. Sehr schnell wird sie in der Stadt der Träume erfolgreich. Doch Jesses Erfolg zieht bald den Neid von schönheitsfanatischen Konkurrentinnen auf sich und ihr Leben wird zu einem Albtraum.

 

Wer Nicolas Winding Refns Filme schon einmal gesehen hat, kennt die langsame Erzählstruktur. Tatsächlich passiert wenig und doch gleichzeitig so viel. Jede einzelne Veränderung in der Mimik sagt mehr, als es ein 10 minütiger Monolog beschreiben könnte. Und dafür wurden ausgezeichnete Schauspieler gefunden. Die erst 18-jährige Elle Fanning verkörpert perfekt die unschuldige Jesse, die doch langsam zur Femme Fatale wird, während Bella Heathcote und die wunderschöne Abbey Lee ihre Konkurrentinnen verkörpern. Doch die hervorstechendste Rolle wird von Jenna Malone gespielt. Ihre Performance war so überragend, dass Refn das halbe Drehbuch ändern musste, um ihrem Können gerecht zu werden. Keanu Reeves und Christina Hendricks sind zwar die bekanntesten Namen, doch ihre Charaktere kann man nur wenige Minuten auf der Leinwand bewundern.

The Neon Demon fällt vor allem wegen den energiereichen Bildern auf. Jeder einzelne Frame sieht aus, wie ein Kunstwerk und durch die Farben wird die Stimmung noch mehr hervorgehoben. Eine Person, die seit Drive mit seiner Musik einen wichtigen Beitrag zur Atmosphäre leistet ist Cliff Martinez. In dem neuesten Werk von Refn setzt Martinez auf düstere Electronicmusik. Somit ist The Neon Demon nicht nur etwas für das Auge, sondern auch für das Ohr. Eine weitere Konstante in Refns Filmen ist Matthew Newman, der für den Schnitt zuständig ist. Zwar sind die Szenen so geschnitten, dass sie stark auf den Zuschauer wirken, doch ab und an stimmt das Timing einfach nicht.

Fazit

Nicolas Winding Refn hat mit The Neon Demon sich selbst übertroffen. Er nimmt eine total einfache und nicht mal wirklich innovative Story und macht daraus eine Erfahrung, die man erlebt haben muss. Er lässt so viel Platz für Interpretationen und gibt in jeder Szene kleine Hinweise, die jeder anders versteht. In wunderschönen Bildern, wird eine so oberflächliche und innen drinnen hässliche Welt gezeigt, wie erst selten zuvor. Wie auch schon in seinen vorherigen Filmen polarisiert Refn ganz extrem. Entweder man liebt The Neon Demon, oder man findet ihn abgrundtief schlecht. Diskutieren kann man darüber jedenfalls stundenlang.

Kinostart: 23.Juni 2016
Genre: Thriller, Horror
Regisseur: Nicolas Winding Refn
Cast: Elle Fanning, Jenna Malone, Abbey Lee, Keanu Reeves
Land: Frankreich, Dänemark, USA
Dauer: 117 Minuten
Filmverleih: Thimfilm
Für Fans von: Black Swan, Mulholland Drive

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