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The Revenant – Filmkritik

The Revenant – Filmkritik

Spätestens seit der letzten Oscar-Verleihung ist der mexikanische Regisseur Alejandro Gonzalez Iñárritu den meisten Filmfans ein Begriff, räumte er dort doch mit Birdman gleich vier der begehrten Trophäen ab, unter anderem für die beste Regie und den besten Film. Ziemlich genau ein Jahr nach diesem riesigen Erfolg ist er nun mit seinem neuesten Werk The Revenant zurück und begibt sich mit Leonardo DiCaprio und Tom Hardy in den Hauptrollen in die Wildnis Nordamerikas des 19. Jahrhunderts.

Der Film erzählt die Geschichte vom Jäger und Abenteurer Hugh Glass (verkörpert von Leonardo DiCaprio), der während einer Expedition von einem Bären attackiert und dabei lebensgefährlich verletzt wird. Nach einigen Tagen beschließen seine Begleiter ihn vorerst unter dem Schutz von John Fitzgerald (Tom Hardy) zurückzulassen und weiterzuziehen. Dieser ist jedoch nur auf die versprochene Belohnung aus und möchte den Schwerverletzten loswerden, indem er ihn lebendig begräbt und zudem noch ausraubt. Glass- scheinbar dem Tode geweiht- schafft es aber seine letzten Kräfte zu mobilisieren und sich mit Hilfe seines übermenschlichen Willens zurück ins Leben zu kämpfen. Sein Ziel: Rache an John Fitzgerald.

 

In gewohnter Manier inszeniert Iñárritu eine fesselnde Geschichte, gespickt mit wunderschönen Bildern und starken Performances. Dabei fällt vor allem die Kameraarbeit von Emanuel Lubezki auf, der schon bei Birdman brillieren konnte und sich in The Revenant erneut selbst übertrifft. Selten wurde die Natur so fabelhaft auf Film festgehalten, dass man sich in jedem Moment selbst in die winterlichen Wälder versetzt fühlt. Auch die Schauspieler-Riege rund um Leo DiCaprio und Tom Hardy weiß zu überzeugen, wobei vor allem die ebengenannten Hauptdarsteller hervorstechen. So gelingt es DiCaprio mit nur äußerst wenig Dialog eine seiner stärksten Leistungen abzuliefern und auf voller Linie in Hugh Glass aufzugehen (die Oscars lassen grüßen!).

Trotzdem bringt das neueste Werk vom mexikanischen Regisseur auch einige kleinere Probleme mit sich. Zum einen wäre da die Story, die zwar grundsolide ist, bei einer Laufzeit von 151 Minuten aber phasenweise doch eher langatmig wirkt. Das wird vor allem dann deutlich, wenn der Hauptprotagonist träumt beziehungsweise halluziniert und man an manchen Stellen nicht wirklich viel mit diesen Sequenzen anfangen kann. Zum anderen ist der Dialog auf ein Minimum beschränkt, was in meinen Augen kein Nachteil ist, Freunden von verbalen Schlagabtäuschen aber sicherlich ein Dorn im Auge sein wird. Apropos Schlagabtausch: auch die gezeigte Brutalität muss hier noch kurz angeschnitten werden, gibt es doch zahlreiche Kampfszenen, die mit Blut nicht geizen und dem einen oder anderen zu viel werden könnten.

Insgesamt kann man aber trotz der ebengenannten Mängel von einem äußerst gelungenen Beitrag zur diesjährigen Oscar-Saison sprechen, der aufgrund seiner Andersartigkeit im Vergleich zum Mainstreamkino zwar nicht jedem gefallen wird, nach Birdman aber erneut die Vielseitigkeit und das Talent von Alejandro Gonzalez Iñárritu unterstreicht und schon alleine deswegen sehenswert ist. Wenn man dann noch die wunderschönen Bilder und die Top-Performances bedenkt, ist The Revenant schon fast ein Pflichttermin für alle Kinofans.

Kinostart: 06. Jänner 2016
Genre: Abenteuer, Drama
Regisseur: Alejandro Gonzalez Iñárritu
Cast: Leonardo DiCaprio, Tom Hardy, Domhnall Gleeson
Land: USA
Dauer: 151 Minuten
Filmverleih: 20th Century Fox
Für Fans von: Die Ermordung des Jesse James, The Tree Of Life

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