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The Technomancer im Test

The Technomancer im Test

Die Szenerie bei Rollenspielen kann meist vorausgesagt werden, da die meisten Titel nicht wirklich von den üblichen Verdächtigen abweichen, wie Fantasy, Sci-Fi oder Post-Apocalypse. Umso nennenswerter ist deshalb die Entscheidung des französischen Studios Spider The Technomancer auf dem Mars spielen zu lassen. Erfahrung mit dem roten Planeten haben die Entwickler bereits, da ihr 2013 erschienener Titel Mars: War Logs bereits das gleiche Setting hatte, aber diesmal in einem anderen Ort mit anderen Charakteren spielt.

Im Rogue-Stil wird mit Säbel und Pistole kurzer Prozess gemacht.

Im Rogue-Stil wird mit Säbel und Pistole kurzer Prozess gemacht.

 

Der Hauptcharakter ist noch immer ein Technomancer, wie der Titel schon vermuten lässt. Die Fähigkeiten eines Technomancers können am besten mit „Elektro-Superkräften“ beschrieben werden, beziehungsweise der Möglichkeit, magische Kräfte durch Technologie zu erhalten. Diese können offensiv eingesetzt werden (ähnlich wie Imperator Palpatine aus Star Wars mit Machtblitzen) oder defensiv, beispielsweise durch magnetische Schilder, die Attacken kurzweilig abwehren.

Für jeden Spielstil etwas dabei

Man beginnt mit einem guten Pool an Fähigkeiten für Technomancy, so wie Fähigkeiten aus den drei verschiedenen Kampfstilen Rogue, Warrior und Guardian. Im Rogue-Stil fertigt man seine Gegner mit Dolch und Pistole ab und profitiert von Stealth-Elementen, wohingegen der Guardian-Stil mit Schild und Schwert die ideale Nahkampfklasse ist. Der mit Abstand aber am coolsten wirkende Stil ist der Warrior-Stil, in welchem man mit Stab ausgerüstet sind. Denn nichts ist beeindruckender, als wenn man sich mit einem elektrifizierten Stab, aus dem Blitze schießen, durch Gegnermassen wirbelt und alles mit Funkenflug zu Fall bringt.

Hinein in das Getümmel! Mit seinen Flächenangriffen ist der Stabkampf hier die ideale Wahl.

Hinein in das Getümmel! Mit seinen Flächenangriffen ist der Stabkampf hier die ideale Wahl.

 

Unähnlich zu anderen Rollenspielen muss man sich in The Technomancer nicht auf einen Kampfstil endgültig festlegen. Schnelles Wechseln der Stile in den Echtzeitkämpfen lässt sich einfach vollziehen und bringt oft einen Vorteil im Kampf. Zusätzlich hat der Spieler die Möglichkeit in den vier Fähigkeitsbäumen neue Moves/Talente zu erlernen oder bestehende zu verbessern. Diese Bäume spezialisieren sich jeweils auf die drei unterschiedlichen Kampfstile und auf einen allgemeinen Technomancer-Baum. Allerdings wird man sich nur auf zwei bis maximal drei Bäume konzentrieren können, wenn man effektiv zu den starken Talenten hin skillen will.

Gute Kämpfe, aber nichts für Schleicher

Das Kampfsystem war bereits in Mars: War Logs und Bound by Flame gut, aber für The Technomancer wurde es nochmals verbessert. Die AI agiert ziemlich gut und obwohl das Spiel kein Dark Souls ist bezüglich Schwierigkeit, können Kämpfe manchmal schon ziemlich knifflig werden. Vor allem dann, wenn man auf dem schweren Schwierigkeitsgrad spielt, bei welchem das Ausweichen zum täglich Brot wird. Einzig allein das Stealth-System ist zu kritisieren, das dem Spieler ermöglicht, sich Gegnern unbemerkt anzunähern. Die Stealth-Erkennung der AI variiert zwischen „viel zu gut“ und „nicht existent“, was einen die Mechanik bald wieder in der Schublade verstauen lässt.

Zivilisten werden von uns verschont. Wir spielen natürlich als einer der "Guten".

Zivilisten werden von uns verschont. Wir spielen natürlich als einer der „Guten“.

 

Wie es für viele Rollenspiele üblich ist, können auch in The Technomancer manche Situationen friedlich innerhalb von Dialogen gelöst werden. Das Steigern des Attributs Charismas ist hier ausschlaggebend. Das Voice Acting ist mittelmäßig und die Story ist auf jeden Fall gut genug, dass man die Hauptquest den Nebenquests bevorzugt. Rund 25-30 Stunden umfasst die Story, welche mittels den ganzen Nebenquests auf ungefähr 50 Stunden Spielzeit aufgestockt wird.

Zachariah, der Protagonist, verfügt über einen untypischen Haufen von Gefährten. Diese reichen von einem Pop Star bis hin zu einem Mutanten, der auf dumm tut, aber eigentlich unglaublich schlau ist. Bis zu zwei Gefährten kann der Spieler in den Kampf mitnehmen und obwohl diese keine Level aufsteigen, können sie mit Ausrüstung aufgewertet werden. Somit verfügen sie über eigene Statuswerte und ihnen können auch Standardaufgaben zugeteilt werden, wie z.B. Angriff/Verteidigen/Heilen. Auch gibt es ein Beziehungssystem zwischen Zachariah und seinen Gefährten. Unterstützt man sie bei ihren persönlichen Problemen, steigert das die persönliche Situation zwischen dem Protagonisten und dem jeweiligen Gefährten, welche bis hin zu einer Romanze führen kann.

Das sind die Gefährten, die Zachariah begleiten können.

Das sind die Gefährten, die Zachariah begleiten können.

 

Fazit

The Technomancer ist ein gutes Rollenspiel mit ausgereiftem Kampfsystem und faszinierendem Setting. Das einzige Problem liegt an der Spielwelt. Viel zu oft fühlt man sein Erkunderherz höher schlagen bei schönem Ausblick, um dann doch nur von einer unsichtbaren Mauer oder einer Blockade zurück in den Spielbereich getrichtert zu werden. Wer aber in Kauf nehmen kann, dass er nicht wie in Fallout 4 oder The Witcher 3 die Welt erkunden kann, der findet in The Technomancer ein grundsolides Rollenspiel.

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Release Date: 28.6.2016
Plattform: PC, XBox One, PS4
Genre: Action-RPG
Publisher: Focus Home Interactive

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