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Willkommen im Indie-Dschungel – die Glass Animals im WUK

Willkommen im Indie-Dschungel – die Glass Animals im WUK

Zwei Tage habe ich gebraucht, um das Glass Animals Konzert vom Freitag vernünftig zu reflektieren, um heute endlich die Glücksgefühle adäquat artikulieren zu können: Es war so herrlich, es war das Highlight der Woche, eines der besten Konzerte in diesem Jahr, der musikalische Gegenentwurf zur Trump-Präsidentschaft, ein Abend voller Euphorie. Aber fangen wir am Anfang an.

Life Itself

An diesem eiskalten Novemberabend nahmen die Engländer das WUK mit auf eine Reise in den heißesten Indie-Dschungel der Welt. Den Gig mit Life Itself gefolgt von Black Mambo zu eröffnen war sicher nicht die schlechteste Idee zur Zündung der Turbinen. Es wurde heiß in der großen Halle, verdammt heiß.

 

 

How to be a Human Being

Man muss an dieser Stelle etwas ganz Wichtiges erwähnen, auch wenn die Phrase vermutlich schon nicht mehr so leiwand ist: Was war das für 1 Publikum? Es schien so, als hätten sich an einem Abend alle österreichischen Glass Animals Fanboys und Fangirls in einem Raum vereint. Die Textsicherheit, die Lust am Tanzen und die kollektive Euphorie haben dann auch die Band etwas überrascht, vor allem als bei Hazey die Hälfte des Saals plötzlich von ganz allein mit dem Singen der ersten Strophe begann, bevor Sänger Dave Bayley überhaupt zum Mikro greifen konnte. Das Debütalbum Zaba ist nach wie vor im Hirn eingebrannt.

Youth

Aber auch die Band zeigte sich spielfreudig und von ihrer besten Seite, vor allem Dave Bayley wirkte wie der fiktionale Charakter Dizzy on Caffeine aus dem Song Youth. Die Songs aus der Mitte des Sets, wie Poplar St, The Other Side of Paradise, Gooey, Take A Slice oder – mein absolutes Highlight – Toes, zeigten auch eindrucksvoll, dass es hier weniger um ein Konzert als um eine Gesamtperformance geht. Theatralisch, dramatisch, energetisch, exzessiv erzeugen die Glass Animals eine ganz eigene Szenerie, die noch stundenlang nachwirkt. So ist es schließlich auch nur konsequent, wenn Season 2 Episode 3 vom FOH aus gesungen wird bevor es in die Zugabe geht.

Pineapples are in my Head

Nach einem nicht allzulangen Set verabschieden sich die Glass Animals mit Pork Soda und Agnes wieder vom Wiener Publikum. Performance wird wieder einmal groß geschrieben, da Dave kurzerhand mit einer Ananas auf die Bühne kommt und statt auf das Tamburin den Rhythmus auf der Frucht klopft. It wish you could see the wicked truth.

 

 

Gooey

Schweiß riecht nur dann nicht gut, wenn er alt und abgestanden ist. Im WUK ist am Freitag der Schweiß von der Decke getropft, aber er war so gut, weil er so frisch und unverbraucht war. Die Glass Animals haben wieder einmal bewiesen, dass sie eine der derzeit spannendsten Bands sind.

Danke für das Lesen dieses Artikels. Zur Belohnung dürft ihr wieder zurück zum Serienschauen gehen. Schönen Sonntag:

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