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Band des Monats November – Hope Will Lead

Band des Monats November – Hope Will Lead

Hope Will Lead aus Wien sind eher auf der düsteren Seite des Popuniversums angesiedelt und trotzdem zieht ihre Musik so gar nicht runter! Das würde ja auch nicht zu ihrem Bandnamen passen. Oder wie sie selbst sagen:

Dark Pop? Vielleicht. Wen kümmert’s? Hope Will Lead.

Angefangen hat alles zunächst mit Sängerin Carina Stockinger, und nun, zwei Jahre später, ist das Bandprojekt zur respektablen Größe von sechs Personen herangewachsen. Zwei Cellos sind vertreten (Ida Leidl und Roman Richter), ein Piano (Patrick Summer), sowie die Klassiker Bass (Gwenael Damman) und Schlagzeug (Michael Schatzmann).

Ende September erschien die allererste EP der Band, passend und schlicht EP #1 betitelt. Die sechs Tracks handeln sowohl von persönlichen Themen wie Beziehungen als auch gesellschaftlich relevanten Inhalten – eben alles, bei dem man Hoffnung gebrauchen könnte. Wir sprachen mit Frontfrau Carina unter anderem über den Weg hin zur fertigen EP, wie man die am besten genießen kann und wie die Zukunft von Hope Will Lead aussieht.

Hope Will Lead – das Interview

Vor zwei Jahren habt ihr euch zusammengetan und Hope Will Lead gegründet. Wie kam es damals dazu?
Carina:
Hope Will Lead war ursprünglich ein Recording Projekt gemeinsam mit meinem Freund Patrick Koller und Sebastian Wurm. Ich hatte einen Song – Black Son – der die beiden zu einer elektronischen Produktion inspiriert hat. So ist die erste Single entstanden. Das Ganze war aber noch in einem experimentellen Stadium für mich, quasi der Anfang der Reise! Im Zuge des Releases öffneten sich dann neue Türen: Gemeinsam mit Produzent und Bassist Gwenael Damman stand plötzlich doch eine längerfristige Zukunft für das Projekt Hope Will Lead im Raum – eine EP war geplant. Dann folgte intensives Songwriting, parallel dazu habe ich eine Band zusammengestellt und gewartet bis Soundproof Entertainment endlich eröffnet, damit wir mit dem Recording beginnen können

Ihr seid zu sechst, was an sich organisatorisch schon schwer ist. Aber ihr habt nebenbei noch andere musikalische Projekte. Wie gestaltet sich die gemeinsame Arbeit bei Hope Will Lead?
Carina:
Wie wahr! Wir sind alle schwer beschäftigt, teils auch mit Vollzeitjob und Kindern, aber mit der nötigen Motivation – und die ist bei allen vorhanden – läuft die Organisation eigentlich recht rund! Der Großteil von uns hat sich zwar erst kurz bevor es ins Studio ging kennengelernt, aber obwohl (oder gerade weil) wir ein Potpourri an Charakteren und musikalischen Schwerpunkten sind, passte die Chemie von Anfang an überraschend gut. Seither wächst die Band rasant zusammen. Das gemeinsame Arbeiten im Proberaum ist ein Traum! Kreativität und Virtuosität der einzelnen Musiker bereichern meine Songs enorm.

Welche 5 Dinge sollte man unbedingt über Hope Will Lead wissen?
Carina:
Die Musik ist ehrlich. Sie passt in keine Schublade. Die Musiker sind großartig. Die Songs transportieren Message. Nomen est omen.

 

Ende September habt ihr eure erste EP veröffentlicht. Wie fiel das Feedback dazu aus?
Carina: Durch die Bank gut! Aber sehr gemischt. Ich habe natürlich Umfragen betrieben, um den Lieblingssong zu eruieren, aber es scheint, als hätte jede/r einen anderen. Viele fanden den deutschen Bonustrack am besten, aber die meisten schwärmten dann doch für die Energie unserer nächsten Single Wake Up – vielleicht weil das Thema aktuell sehr präsent ist.

Eure Musik ist ja eher düster, Stichwort: Dark Pop. Fiel euch das Recorden der EP leichter an Tagen, an denen ihr melancholisch gestimmt wart?
Carina:
Leider muss man Studiozeit vorplanen, was es schwierig macht, den perfekten Moment abzuwarten. Aber wir sind, glaube ich, alle sehr fokussiert und stark im Feeling, wenn wir live performen. Das Gleiche gilt im Studio. Das Schreiben allerdings drängt sich mir meist in tief emotionalen Momenten auf, wie man der Grundstimmung der Songs entnehmen kann. Ich arbeite dabei stark mit Bildern. Speziell beim Aufnehmen versuche ich, mich dabei in Situationen und Stimmungen zu beamen. Funktioniert fast immer und ich denke, den anderen Musikern geht es ganz ähnlich. Ich habe sogar von emotionalen Ausbrüchen während des Recordings erfahren, verrate aber keine Namen. 😉

Was ist eurer Meinung nach das perfekte Setting, um eure Musik zu hören?
Carina:
Dadurch, dass die Musik sehr persönlich ist, denke ich, sie berührt am besten in ebenso persönlichen Momenten. Wenn man für sich ist und gerade in diese Stimmung eintauchen möchte. Allerdings sind die Mixes (dank Patrick Koller) so smooth geworden, dass sie durchaus auch „im Hintergrund“ an mannigfachen Momenten des Tages laufen können.

Schon bald gibt es eine neue Singleauskopplung, Wake Up. Wie waren die Dreharbeiten vom Video?
Carina:
Wir fiebern ihr schon sehnsüchtig entgegen! Die Dreharbeiten liegen allerdings noch in der Zukunft, wir hinken mit der Planung etwas nach. Erst durch Krankheit des Regisseurs meines Vertrauens (Jura Branellec), dann kamen Dreharbeiten zu einem Spielfilm dazwischen. Konzept und Drehort stehen jedenfalls fest. Nur der genaue Zeitpunkt noch nicht. Wir wollen uns die Zeit nehmen, die es benötigt, um ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen.

Ein Song sticht auf der EP natürlich besonders heraus: Immer wieder sagen, der einzige deutsche Track. War das nur ein kleiner Ausflug, oder möchtet ihr auch künftig zweisprachig unterwegs sein?
Carina:
Ich habe lang herumüberlegt, ob er auf die EP soll oder nicht. Das Konzept des Bonustracks war dann in meiner Wahrnehmung das geeignetste, um ihn doch unterzubringen, da er ein echtes Herzstück ist! In Zukunft möchte ich aber mutiger sein und deutsche Songs zwischen die englischsprachigen reihen

Apropos Zukunft: Wird es im nächsten Jahr auch eine LP geben?
Carina:
Ob es eine LP geben wird, wissen wir noch nicht. Zumindest aber wird es eine zweite EP geben. Songs sind ausreichend vorhanden.

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Carina Stockinger
(c) Sebastian Toth

 

Am 5. Dezember spielt ihr ein Jahresabschlusskonzert im 25hours Hotel. Warum gerade dort?
Carina:
Der Dachboden des 25hours ist eine tolle, zentrale Location. „Live im 25 hosted by Kathi Kallauch“ ist hervorragend organisiert und stets gut besucht. Somit erhoffen wir uns einen wunderbaren Abend voller Bewegung und Emotionen.

Wenn ihr zurückblickt auf das Jahr 2017, woran erinnert ihr euch?
Carina:
Musikalisch an die zart entsprungene Knospe Hope Will Lead. An eine gelungene EP-Release Show und eine gewachsene Band. Global an Wahlergebnisse, die wahrscheinlich das große Unwohlsein und die tiefe Verwirrung der Menschen reflektieren.

Wir spulen ein Jahr vor und ich stelle euch die gleiche Frage: Woran möchtet ihr euch erinnern, wenn ihr an das Jahr 2018 denkt?
Carina:
Musikalisch an viele, unvergessliche Konzerte, eine neue gelungene EP oder LP und ein gewachsenes Publikum. Global wären wir dankbar dafür, wenn Donald und Kim es zuließen, dass wir überhaupt auf das Jahr 2018 zurückblicken werden können. Hope Will Lead!

Vielen Dank für deine Zeit, Carina! Wir sind schon gespannt, was wir 2018 von euch auf die Ohren bekommen!

Photos: (c) Florian Mair/Sebastian Toth

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