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Echt schön (überteuert): Harry Potter live in Concert

Echt schön (überteuert): Harry Potter live in Concert

Am 26.02.17 wurde die Wiener Stadthalle in Magie getaucht, denn es gab das erste Mal Harry Potter live in Concert zu bestaunen.

Das Publikum war erwartungsgemäß gut durchgemischt. Von ganz jung bis ganz alt, hatten sich alle Zauberfans an diesem Sonntagabend versammelt, um Harry Potter und der Stein der Weisen auf der großen Leinwand zu sehen und die Musik dazu live zu erleben. Man sah Familien, Paare, Freunde – und mehr Fanschals als in so manchen Fußballstadien.

Kurz nach 18 Uhr gingen die Lichter aus und das Radiosymphonieorchester Pilsen betrat die Bühne. Die Halle hieß die Musiker mit tosendem Applaus willkomen. Zumindest zu Beginn, denn bis ein ganzes Orchester seine Plätze eingenommen hat, dauert es etwas – für die Meisten zu lang, um durchzuklatschen. Doch als Dirigent John Jesensky auf der Bühne erschien und auch alle Musiker sich nochmal von ihren Plätzen erhoben, gab es erneut Jubelstürme.

Jesensky richtete ein paar kurze Worte an die Menge und ermunterte sie vor allem, nicht wie bei einer normalen Kinovorstellung still zu sein, sondern im Gegenteil, bei den Lieblingsstellen laut zu lachen und zu feiern. Während der Vorstellung wurde dies vom Publikum auch oft in die Tat umgesetzt – ein schönes Gefühl!

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(c) Robert Reischütz

 

Die Vorfreude stieg und ehrfürchtiges Schweigen lag in der Luft, als das Orchester Platz nahm und der Film daraufhin begann. Gezeigt wurde der Film in der deutschen Fassung – mit deutschen Untertiteln, was bei Vielen irritierte Blicke und aufgeregtes Gemurmel hervorrief. Das Paar, das direkt neben mir saß, stand nach ein paar Minuten sogar auf und kam nicht wieder. Ein sehr drastischer Schritt, wie ich finde, denn nach einiger Zeit habe ich persönlich es geschafft, die (zugegeben riesigen) Textzeilen einfach zu ignorieren.

Warum es die Untertitel überhaupt gab, ist leicht zu erklären: Im Gegensatz zum Ton im Originalfilm ist ein Liveorchester natürlich lauter und übertönt auch mal das Gesagte. Doch genau deswegen geht man ja zu einem Live in Concert – oder hab ich von dem Konzept was falsch verstanden? Stellenweise war es vielleicht schon schwer, die Worte der Schauspieler zu verstehen. Aber mal ehrlich: War auch nur eine Person in der Stadthalle, die Harry Potter und der Stein der Weisen nicht schon tausende Male gesehen hat? Ich lehne mich mal weit aus dem Fester und sage: Sicher nicht.

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(c) Robert Reischütz

 

Von den blöden Untertiteln mal abgesehen fällt mein Fazit ganz klar positiv aus. Harry Potter live in Conert war schönes Erlebnis! Das Orchester war großartig. Und der Score ist es ja sowieso. Aber, auch wenn bei einem Orchester natürlich viele Mäuler gestopft werden müssen, sind die Ticketpreise meiner Meinung nach doch echt überteuert. Was sich leider auch in einer nicht ausverauften Stadthalle bemerkbar machte. Auf vielen Rängen herrschte gähnende Leere.

Dem Veranstalter haben die verkauften Tickets doch offenbar genügt. Harry Potter und die Kammer des Schreckens live in Concert gibt es am 11.01.2018 wieder in der Wiener Stadthalle zu sehen. Tickets gibt’s ab € 64, 90 – nun ja…

Photos: (c) Robert Reischütz / Volume.at

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