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Ein Abend mit tiefen Einblicken – Jennifer Rostock live in Wien

Ein Abend mit tiefen Einblicken – Jennifer Rostock live in Wien

Nach über einem halben Jahr Vorfreude und einem Telefon-Speed Date mit Frontfrau Jennifer Weist war es am 11. Februar endlich so weit: Jennifer Rostock machten im Rahmen ihrer Genau in diesem Ton-Tour Halt im komplett ausverkauften Wiener Gasometer.

Für mich ein ganz besonderes Highlight, habe ich Jennifer Rostock doch erst ein einziges Mal gesehen und das damals am Donauinselfest (welches weiß ich jetzt allerdings nicht mehr so genau). Ihre Musik ist jedenfalls schon seit Jahren nicht mehr aus meinem Leben wegzudenken: In vielen Alltagssituationen habe ich plötzlich ihre Lyrics im Kopf – sei es jetzt an der Salatbar oder wenn jemand nach Feuer fragt. Sozusagen never ending Running-Gags.

Aber genug von mir. Das Konzert war meiner Meinung nach endlaser, auch wenn ich etwas enttäuscht von den Zuschauern war. Denn die wollten sich mal so gar nicht bewegen. Das hatte ich mir dann doch etwas anders vorgestellt. Jennifer Rostock (vor allem Jennifer Weist) gewährten jedenfalls wahrlich tiefe Einblicke an diesem Abend: nämlich zu ihrem neuen Album, interne Bandgeschichten und vieles mehr. Die ich euch natürlich auf keinem Fall vorenthalten möchte. Darum habe ich euch meine Top 5 hier festgehalten. Enjoy!

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(c) Alexander Blach

Top 5 tiefe Einblicke von Jennifer Rostock

1.) Elmar, das Multitalent

Der eigentliche Gitarrist der Band, Alex Voigt, ist letztes Jahr Vater geworden. Für diese erfreuliche Nachricht wurde im Gasometer gleich lauthals gejubelt. Und da er nun auf „Babypause“ ist, wurde er kurzerhand von seinem „Roadie“ Elmar ersetzt. Der kann selbstverständlich alle Lieder problemlos spielen. Ich finde: ein guter Ersatz und vollkommen in Ordnung. Und dem lieben Alex wünsche ich eine schöne und spannende Zeit mit dem neuen Familienzuwachs!

2.) Ein Lied für Jonas

Dass man auf ihre Texte genauer achten sollte, hat mir Jennifer damals am Telefon schon geraten. Aber die Tatsache, dass Jenga ihrem Exfreund Jonas gewidmet ist, hat sie mir verschwiegen. Doch habe ich beim Durchlesen der Texte schon Ähnliches geahnt, denn dieses Lied schreit gerade nach Herzschmerz und verarbeitetem Liebes-aus. Ein schöner Song und jetzt auch eine Geschichte reicher.

3.) Schadenfreude muss sein

Ein Klassiker auf jedem Konzert: Personen, die den ganzen Tag anstehen, um ja in der ersten Reihe stehen zu können und der Band ganz nahe zu sein. Blöd allerdings, wenn dann einfach mal eine B-Stage genutzt wird! Denn Jennifer Rostock wechselten zweimal Bühne und wanderten dann auf unterirdischem Weg vom einen Ende des Gasometers zum anderen. Ein besonders schöner Moment für diejenigen, die sich nicht unbedingt in die Menge stürzen wollten, denn die konnten die Akustik-Session der Band hautnah miterleben. Und Jennifer Weist ließ es sich auch nicht nehmen, sich darüber lustig zu machen.

4.) Mit Pfeffi on Tour

Ich weiß nicht mehr, wie oft „Zicke zacke zicke zacke“ laut durch das Mikrofon geschrien wurde. Aber die Band kann echt nicht ohne Pfefferminz-Schnaps! Frontfrau Jennifer Weist und Band trinken dieses Zeug wie Wasser. Und auch für eine Besucherin gab es eine Runde Pfeffi – nachdem sie Jennifers Spucke hinuntergewürgt hatte. Mädchen, das ist so was von grauslich. Aber manchen Fan muss und kann man einfach nicht verstehen.

5.) Ihr bisher größtes Konzert in Österreich

… war tatsächlich am 11. Februar im Gasometer! Nach 10 Jahren seit Gründung haben es Jennifer Rostock geschafft: Das Gasometer war restlos ausverkauft. Auch wenn sich in dieser Zeit einiges getan hat, denn neben alteingesessenen Fans fanden sich auch erstaunlich viele, in meinen Augen „untypische“, Konzertgeher ein. Und so standen Hardcore-Fans neben Hipster und Feministen, der Großteil jedoch ganz klar weiblich.

Man sieht, auch nach all den Jahren lernt man immer wieder dazu. Und Jennifer Rostock werden uns sicher noch häufiger in Österreich besuchen – vielleicht irgendwann einmal dann auch in der Wiener Stadthalle? Die Richtung stimmt jedenfalls. Ich bin gespannt und freue mich schon auf das nächste Konzert mit ihnen.

Photos: (c) Alex Blach

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