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Marrok: „Wir passen sowieso in keine Schublade“

Marrok: „Wir passen sowieso in keine Schublade“

Es gibt so einige Bands, die schon seit Jahren gemeinsam mit enemy.at über die Wege der österreichischen Musiklandschaft spazieren. Marrok ist eine davon. Wir haben sie beim Local Heroes begleitet, haben all ihre Alben auf und ab gespielt, und bei ihrer großartigen Releaseshow von Midnight Carnival gab’s 2011 (!) eine enemy.at-Livesession.

Lange Zeit haben sie nichts von sich hören lassen – nur um jetzt ein fettes Album namens ME VS ME rauszuschmeißen! An dieser Stelle sei erlaubt zu sagen: Auf der Platte finden sich so einige Ohrwürmer, One Night Hell ist der Redaktionsliebling! So, weiter aber im Kontext. Die Burschen von Marrok haben sich wieder einmal all unseren Fragen gestellt:

Neun Fragen an Marrok

Ihr habt euch fünf Jahre Zeit für euer neues Album gelassen. Hat es diese lange Zeit gebraucht?
Wir haben bewusst gesagt, wir wollen das beste Marrok Album schreiben, das überhaupt möglich ist – egal wie lange es dauert. Aus den fast 100 neuen Demos haben wir dann die finalen Album-Tracks ausgewählt und wir sind wunschlos glücklich mit unserer Entscheidung!

Sind Marrok nach fünf Jahren anders, neu? Was hat sich musikalisch gesehen geändert?
Natürlich haben wir dazugelernt, sind reifer geworden, haben viel ausprobiert und haben auch bei diesem Album mit Elementen experimentiert, die wir früher so nie verwendet hätten. Auf ME VS ME sind die härtesten als auch die poppigsten Songs enthalten, die wir bisher geschrieben haben. Wir haben uns bewusst keine Genre- und Zeitgrenzen gesetzt, um der Kreativität freien Lauf zu lassen!

Das Musikmachen hat euch vor allem auch in einer Zeit des Erwachsenwerdens begleitet. Macht ihr jetzt „anders“ Musik?
Wir sind auf jeden Fall viel offener geworden und trauen uns stilistisch mehr zu. Wir passen sowieso in keine Schublade, und mittlerweile finden wir das auch gut so. Dadurch müssen wir uns beim Songwriting keine Grenzen setzen und können uns selbst überraschen lassen, wo die Reise hingeht.

Gibt es Bands oder Künstler, die euch speziell in dem Prozess für das neue Album inspiriert haben?
Bei diesem Album wollten wir uns bewusst nicht von anderen Acts inspirieren lassen und mal sehen, was ohne Einfluss von Außen so passiert.

 

Was inspiriert euch unabhängig von anderen Musikern?
Das können ganz einfache, alltägliche Dinge sein, das Tagesgeschehen in der Politik, der Klimawandel oder die Flüchtlingsdebatte! Aber diesmal haben wir uns hauptsächlich von uns selbst inspirieren lassen. Wir haben uns sehr viel mit uns selbst auseinandergesetzt, mit persönlichen Problemen, die jeder von uns hat. Es ist dadurch natürlich ein sehr persönliches Album geworden!

Spielt die Zahl Fünf eine wichtige Rolle – oder war das Zufall? Fünf Jahre Zeit, fünftes Album?
Wer sich mit Numerologie auskennt, der weiß, dass Menschen mit der Schicksalszahl 5 (durch das von dieser Zahl symbolisierte Pentagramm) besonders geschützt vor dem Bösen sind 😉

Wie schaut der Rote Faden von ME VS ME aus?
Der rote Faden, das Thema ME VS ME /facing your demons, zieht sich durch alle Lyrics der Songs. Mal mehr, mal weniger beschreiben sie ein Auf und Ab der eigenen Gefühle, der eigenen Persönlichkeit. Instrumental wird diese Berg- und Talfahrt dynamisch unterstrichen. Die Songs lassen dem Hörer aber auch genug Raum für seine eigene Interpretation. Ein jeder kann ein Stück seiner selbst auf die eine oder andere Art wieder finden 🙂

Euch gibt es im österreichischen Musik-Universum ja jetzt schon lange. Was hat sich hier in den letzten Jahren verändert?
Das ganze Streaming hat den Markt natürlich ziemlich durchgerüttelt. Es wird größtenteils gestreamt und nicht mehr gekauft. Dadurch fällt natürlichen ein großer Teil der Einnahmen – mit dem man früher rechnen konnte – einfach weg. Man muss als Band mit der Zeit gehen, neue Wege ausprobieren und die Fans direkt ansprechen, da der Markt derart übersättigt ist und man sonst schwer zu den Fans durchdringt!

Welche heimischen Bands könnt ihr unseren Lesern ans Herz legen, wen hört ihr derzeit selbst gerne?
Da gibt’s einige: Centao, Guideline, Mother’s Cake, All Faces Down, Riotts, Curious, We Blame The Empire, Coperniqo, Pain Is, Call The Mothership und so weiter! Viel geiles Zeugs bei uns im Lande!

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Anna Obermeier

„Dance Like Nobody Is Watching.“

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