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Metroid: Samus Returns im Test

Metroid: Samus Returns im Test

Wunder gibt es immer wieder: Nach all den Jahren erscheint ein neues Metroid! Flop oder Franchise-Retter? Wir sind der Sache nachgegangen.

Willkommen zurück, Samus

Die Handlung von Metroid: Samus Returns ist wenig komplex. Sich der Gefahr durch die Metroids bewusst geworden und nicht in der Lage sie selbst zu beseitigen, sieht die galaktische Föderation nur noch einen Ausweg. Samus Aran wird angeheuert auf den Planeten SR388 zu reisen und sämtliche Metroids zu vernichten. Wem das bekannt vorkommt, der hat vielleicht schon das Original gespielt. Samus Returns ist nämlich ein Remake des Gameboy Klassikers Metroid II.

Der Titel sagt alles: Lange hat es gedauert, aber Samus ist endlich zurück!

Egal ob Original oder Remake, die Geschichte, welche hier wirklich interessant ist, ist nicht jene im Spiel selbst. Es ist die Geschichte der gesamten Metroid-Reihe, welche hier im Vordergrund steht. Stets beliebt und mit zumeisten guten bis exzellenten Kritiken gesegnet, war Metroid nie dafür bekannt sich extrem gut zu verkaufen. Dies hat dazu geführt, dass ganze Konsolen- und Handheldgenerationen vorbeigezogen sind, ohne ein neues Spiel der Reihe.

Das letzte Mal, als man in die Rolle von Samus schlüpfen durfte, war 2010, in Metroid: Other M. Mit all dem im Hinterkopf, die bereits erfolgte Ankündigung von Metroid Prime 4 zum Trotz, liegt eine große Last auf den Schultern von Samus Returns. Erfolg oder Misserfolg könnte ausschlaggebend für die Zukunft der gesamten Serie sein. Für Fans liegt in den kommenden Wochen hier der wahre Nervenkitzel.

Metroid für alle

Der Wichtigkeit eines Erfolges war man sich bei Nintendo und Entwickler MercurySteam auch bewusst. Das Resultat sind einige clevere Details, die dazu beitragen dürften, dass Samus Returns ein möglichst großes Publikum erreicht. Nichtsdestotrotz – Samus Returns ist ein waschechtes Metroid. Wie gehabt arbeitet man sich durch ein komplexes Labyrinth und besiegt Gegner. Dazwischen erhält Samus neue Fähigkeiten, welche ihr Zugang zu neuen Arealen verschaffen. Backtracking in bereits erkundete Gebiete ist dabei unvermeidlich.

Nichts davon wird Kenner der Reihe überraschen. Die paar Neuerungen die es gibt haben es, speziell im Vergleich zum Gameboy Original, jedoch in sich. In Sachen Gebietserkundung und Herangehensweise an das Spiel, sind es vor allem die neuen Aeon Fähigkeiten, die hier ins Gewicht fallen. Tatsächlich kann man die Revolution für die Reihe sogar auf einen einzigen Skill herunterbrechen. Die erste dieser Aeon Fähigkeiten, welche Samus auf ihrer Mission erlernt, erlaubt es ihr die nähere Umgebung zu scannen. Dies deckt nicht nur Teile der Karte auf, verrät also wo sich Türen, Extras und andere Geheimnisse verbergen. Sollte man in der Nähe zerstörbarer Mauern stehen, werden diese ebenfalls als solche enthüllt!

Bosskämpfe in Metroid: Samus Returns sind anfangs eher simpel und keine allzu große Herausforderung.

Andere Aeon Fähigkeiten sind nett und beinflussen natürlich auch das Spiel. Aber Keine sonst ist derart darauf ausgelegt das Spiel einsteigerfreundlicher zu machen. Schluss mit endlosem Herumraten auf der suche nach dem richtigen Weg. Ein kurzer Scan, ein schneller Blick auf die Karte und man wird sich zurechtfinden. Dinge wie Amiibo Support mit gleich zwei eigens dafür geschaffenen Figuren zeigen, dass Nintendo diesmal wirklich hinter Metroid steht. Es ist jedoch diese Änderung, welche, gepaart mit einem mehr auf Konfrontation ausgelegtem Kampfsystem, die besten Chancen hat neue Fans für Serie zu gewinnen.

Erkunden und Erobern

Natürlich war Metroid stets ein Spiel, welches auch eine Menge Action beinhaltete. Außerhalb von Bosskämpfen konnte man etwaige Gegner jedoch meist leicht meiden. Erst in jüngeren Jahren, mit Titeln wie Other M, wurde der Fokus auf actionreicheres Gameplay größer. Samus Returns stellt die logische Folge dieses Trends dar. Hier erkundet man die Welt von SR388 nicht nur. Man erobert sie. Wer nicht gewillt ist zu kämpfen, wird nicht weit kommen.

Aggressivere Gegner sind der Schlüssel hierzu. Sobald eines der feindlichen Wesen am Bildschirm auftaucht, eilt es auch schon auf Samus zu. Die Option von einem Kampf einfach wegzugehen besteht hier nicht. Dennoch bleibt das Spiel stets fair, auch wenn Horden von Gegnern gleichzeitig attackieren. Neue Nahkampfkonter machen es möglich – ein Knopfdruck im richtigen Moment und jeder Angriff wird fatal. Für den Feind.

Überwältigende Möglichkeiten

Auch abseits dieser Neuerung muss man den Kämpfen jedoch Lob aussprechen. Sie machen ungemein viel Spaß, nicht zuletzt dank einer sehr präzisen Steuerung. Anfangs ist diese jedoch etwas gewöhnungsbedürftig. So haben Raketen keine designierte Taste. Halten der rechten Schultertaste wechselt zu diesen, während die linke Schultertaste Samus stillstehen lässt. In dieser Haltung hat sie die Freiheit in jeglichem Winkel um sich zu schießen. Praktisch, doch dauert es ein wenig bis man den Dreh raus hat.

Mit der Zeit begegnet man neuen Formen der Metroids. Schon früh entpuppen sich manche von ihnen als harter Brocken.

Ständiges Wechseln der Aeon Fähigkeiten (mittels Steuerkreuz) sowie der Primärwaffenmodi (mittels Touchscreen) tun ihr übrigens zur anfändlichen Überforderung. Man lernt schnell mit den zahlreichen Möglichkeiten die einem das Spiel bietet umzugehen, vor allem da viele nur nach und nach eingeführt werden. In manch hitzigem Gefecht kann es aber schon passieren, dass man die falsche Aktion ausführt.

Hart aber fair

Hier ist es noch einmal wichtig anzumerken, wie fair das Samus Returns gegenüber Gamern doch ist. Die Anfänge nehmen sich die Zeit und gewöhnen Spieler langsam an die Steuerung, Konfrontationen mit hiesigen Monstern sind überschaubar und eine gewisse Fehlertoleranz ist gegeben. Erhält man neue Fähigkeiten, führt einen das Leveldesign unvermeidlich an mehrere Stellen, wo es sogleich heißt diese einzusetzen. Auch am laufenden Lernprozess gibt es damit kein vorbei. Metroid: Samus Returns ist cleveres, wenn auch nicht immer subtiles Gamedesign, so wie man es von Nintendo kennt und liebt.

Nach und nach wird das Spiel schließlich auch fordernder und Tode häufen sich, insbesondere ab den ersten Kämpfen gegen Gamma-Metroids. Selbst dann liegt es jedoch daran, dass die eigene Taktik in diesem konkreten Fall einfach die falsche war. Dennoch kommen einem die Entwickler hier noch einmal entgegen. Vor und nach jedem Bosskampf ist ein Checkpoint angesetzt. Die braucht man auch, da Speicherpunkte umso rarer gesäht sind. Letztlich gilt, dass man in Samus Returns sehr wohl öfter mal der Kopfgeldjägerin beim sterben zusehen muss. Spürbaren Verlust von Fortschritt, wird es dabei jedoch selten geben. Es ist das bestmölgiche Szenario, welches sich ein Spiel wünschen kann: Man hat den Nervenkitzel wenn man sich scheinbar unbesiegbaren Gegnern stellt, jedoch ohne unnötigen Frust.

Gerade wenn man droht in Routine zu versinken, entdeckt man ein neues Power-Up…

Ein Fest der Sinne

Metroid: Samus Returns ist ein ziemlich schönes Spiel auf ziemlich betagter Hardware. Es mag nicht das schönste 3DS Spiel sein, kann sich aber dennoch sehen lassen. Mit dem Wissen was denn überhaupt möglich wäre auf dem System.

Die Optik für reichlich Stimmung, wenn sie einen auch nicht umwirft. Der König der Athmossphäre ist jedoch die Geräuschkulisse. Auf der einen Seite Musik die, wie man es von der Reihe gewöhnt ist, ungewöhnlich aber voller Ohrwurmpotential ist. Auf der anderen Seite Hintergrundbeschallung, welche die Welt von SR388 lebendig wirken lässt – wenn auch auf eine kalte, befremdliche Art. Es ist genau das Feeling, welches Samus Returns (und vielleicht jedes Metroid) gebraucht hat.

Ein fast perfektes Spieleerlebnis

Spannende Kämpfe, beeindruckendes Sounddesign, solide Optik, präzise Steuerung, haufenweise Skills die es zu sammeln gilt. Samus Returns hat einfach alles. Allen voran: Pacing.

Immer dann wenn die Gefahr droht, dass man des Spiels für den Moment überdrüssig wird, entdeckt man etwas Neues. Neue Wege. Neue Gegner. Neue Fähigkeiten. Neue Bosse. All diese neuen Aspekte werden dann entsprechend ausgekostet – bis es Zeit für den nächsten Schritt, den nächsten Stimmungswechsel ist. Spieler werden an das Kampfsystem ebenso wie an neue Fähigkeiten gewöhnt. Die Welt ist gewaltig, neue Areale werden aber nur nach und nach, durch den eigenen Fortschritt zugänglich. Zusätzlich ist SR388 in mehrere Regionen unterteilt. Es ist gleichermaßen eine riesige Map und dennoch vollkommen überschaubar.

…und damit eröffnen sich völlig neue Wege zu bisher unerreichbaren Arealen.

Was dieses Pacing mit sich bringt sind regelmäßige Erfolgserlebnisse, ohne einen daran zu übersättigen. Man wird etwa nie von neuen Waffen gelangweilt sein. Es gibt immer wieder Bosskämpfe, aber nie so dicht hintereinander (außer man legt es selbst darauf an), dass man sich gestresst fühlt. Obwohl man selbst bestimmt wie man das mächtige Labyrinth angeht, so haben die Entwickler doch alle Eventualitäten bedacht. Jeder Pfad bringt mit sich seine eigenen Hochs und Tiefs, Spitzen von Action ebenso wie Verschnaufpausen. Kämpfe die schwierig, aber fair sind. Rätsel die knifflig sind, aber nie so sehr, dass einem das AHA-Erlebnis verwehrt bleibt. Es ist ein fast perfektes Spieleerlebnis, vor dem man nur Respekt haben kann.

Fazit

Metroid: Samus Returns ist, wenn man es nicht schon gemerkt hat, ein grandioses Spiel. Eines der besten für den 3DS, einem System welches vor exzellenten Titeln nur so strotzt. Es ist die umwerfende Rückkehr einer Spieleikone, mit all dem was Fans vermisst haben und all den Extras, die auch Neulinge begeistern werden. Negativ anrechnen kann man allenfalls, dass man gelegentlich ein wenig mit der Steuerung und dem eigenen Waffenarsenal kämpft. Wäre dies nicht gegeben und die Optik noch ein wenig aufpolierter, dann hätten wir hier einen klaren Kandidaten für das beste 3DS Spiel überhaupt. So wie es ist, wird Metroid: Samus Returns auf jeden Fall als einer der Klassiker des Systems, der Reihe und des Genres in die Geschichte eingehen.


Release Date: 15.09.2017
Plattform: 3DS
Genre: Action-Adventure
Publisher: Nintendo
Entwickler: MercurySteam
PEGI: 7

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