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Monster Hunter Stories im Test

Monster Hunter Stories im Test

Monster Hunter Stories verfrachtet die Monster Jagd in ein neues Genre – wieviel Story in so ein Monster Hunter reinpasst, zeigt unser Test.

Alle noch einmal aufs´ Klo, und dann reiten wir los

Lange hat es gedauert bis Monster Hunter Stories (in Japan schon Oktober 2016 erschienen) den Weg zu uns findet. Umso weniger Zeit lässt es sich in seinen Anfangsstunden. Eine kurze Introsequenz stellt endgültig klar das zuerst das Ei da war und dann das Monster (das Huhn folgt vermutlich später). Dann kommt auch schon der obligatorische Angriff auf das Heimatdorf und der traditionelle Elterntod. Anders als sonst, erwischt es diesmal nicht den Hauptcharakter sondern seinen besten Freund Cheval. Ebenfalls anders: Der Verlust dient nicht nur als Grundlage einer tragischen Vergangenheit. Er treibt den Plot voran. Ein Plot der bereits in den Anfangsstunden eine – vorzeitige – Auflösung erfährt.

Monster Hunter Stories hat sich das plural im Namen nämlich redlich verdient. Das Spiel erzählt nicht nur eine, sonder mehrere, teils in sich abgeschlossene Geschichten. Diese decken ein weites Spektrum an möglichen Handlungssträngen ab. Auf der einen Seite will der Gildenmeister seine Leidenschaft nach Kronkorken gestillt sehen. Auf der anderen Seite will Cheval ausziehen um den Tod seiner Mutter zu Rächen.

Die eine Konstante, welche alle Geschehnisse verknüpft, ist die ständige Bedrohung durch den Schwarzen Pesthauch. Dieser infiziert Monster und macht aus vermeintlich harmlosen Kreaturen aggressive Killermaschinen. Was es damit auf sich hat, muss sich jedoch erst weisen.

Wie soviele Geschichten, beginnt auch diese mit einem jungen Helden in einem kleinen Dorf.

Alles bleibt anders

Bisher ging es in Monster Hunter stets darum, immer wieder ein Monster zu bekämpfen um eventuell, vielleicht das fehlende Stück zum Bau einer Rüstung zu bekommen. Monster Hunter Stories geht hier andere Wege. Diesmal geht es darum, immer wieder ein Monster zu bekämpfen um garantiert sämtliche Ressourcen für den Bau einer Rüstung zu bekommen. In Capcoms neuester Monsterjagd folgt das Crafting nämlich einem Punktesystem. Jedes Monsterteil hat einen bestimmten Wert. Jede Rüstung bedarf eine bestimmte Punktezahl um geschmiedet zu werden.

Die Jagd auf seltene Ressourcen erübrigt sich damit. Es reicht auch einfach viel zu haben.

Eine drastischere Abweichung von bisherigen Titeln der Reihe stellt das Kampfsystem dar. Dieses ist nämlich rundenbasiert und folgt gängigen Konventionen des JRPG-Generes. Was es auszeichnet ist die Implementierung eines Schere–Stein–Papier–Systems. Bei jedem normalen Angriff muss man zwischen drei Angriffstypen wählen. Geschwindigkeit, Kraft und Technik.

Dabei gilt: Kraft > Technik >  Geschwindigkeit > Kraft

Die andere Besonderheit des Kampfsystems ist der Einsatz von Monstern. Diese ziehen nicht für einen in den Kampf, wie etwa in Pokemon. Stattdessen kämpfen sie an deiner Seite, vergleichbar mit Ni no Kuni oder Final Fantasy XIII-2. Monster agieren grundsätzlich Eigenständig, man hat jedoch die Möglichkeit im Kampf auf ihnen zu reiten. Wenn die Freundschaftsleiste entsprechend gefüllt ist, kann man ihnen außerdem Befehle erteilen. In Monster Hunter Stories sind die diversen Kreaturen demnach nicht nur als Feinde wichtig sondern auch ein essentieller Bestandteil der eigenen Party.

Fast Travel mal anders: Wenns´ mal dringend ist, auf die Katzavaner ist Verlass.

Gotta hatch ´em all

Die Monster mit denen man in die Schlacht zieht, kann man sich natürlich nicht so ohne weiteres aus der Tasche ziehen. Immer wieder bekommt man die Möglichkeit kleine Dungeons zu erkunden in deren Zentrum ein Monsternest auf einen wartet. Hier findet man Eier verschiedener Monsterarten, welche man stehlen und im eigenen Stall ausbrüten kann.

Der Brutprozess fordert jedoch einiges von werdenden Monstereltern: Will man das ein Ei schlüpft, muss man im Rahmen eines Minigames hemmungslos auf Tasten oder Touch Screen hämmern. Insgesamt kann man zwar nur 12 Eier, dafür jedoch bis zu 200 Monster auf einmal lagern. Also – ran ans brüten, bis die Daumen bluten.

Monstergeile Grafik

In vielen Belangen ist Monster Hunter Stories nichts besonderes. Die Musik ist nett, aber unspektakulär. Insbesondere im Vergleich mit anderen Ablegern des Franchise enttäuscht es. Die Synchronisation hingegen wird ihren Vorgängern gerecht, ist sie doch gar nicht erst richtig vorhanden.

Schönere Aussicht gibt es am 3DS selten.

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Womit das Spiel jedoch absolut begeistert, ist die Grafik. Nicht nur ist Stories der schönste Handheld-Ableger der Reihe, sondern auch eines der schönsten 3DS Spiele. Das Geheimnis ist das Design des Spiels. Selten sah ein Monster Hunter so simpel und niedlich aus. Gleichzeitig hat die Reihe bisher selten mit derart sauberer und farbenfroher Optik beeindruckt. Die Schlichtheit wird ihm auch nicht zum Verhängnis, da das Spiel dennoch eine große Liebe für Details aufweist. Wer Rüstungen mit haufenweise Klimbim und Verzierungen gewöhnt ist, bekommt diese auch hier geboten. Nur das man sie diesmal auch in Action noch erkennen kann.

Fazit

Wer am klassischen Monster Hunter Kampfsystem festhält und nichts Neues akzeptiert, wird mit Monster Hunter Stories nicht glücklich werden. Schade, denn er verpasst einen neuen, anderen Einblick in die Welt von Monster Hunter. Voll mit Easter Eggs und liebevollen Details. Auch wenn vieles anders ist als zuvor, bleibt es immer noch ein waschechtes Monster Hunter. Fans die offen für Experimente in Sachen Gameplay sind, werden vollends auf ihre Kosten kommen. Und wer weiß, vielleicht gewinnt Monster Hunter Stories auch den einen oder anderen neuen Fan für sich. Zwischen teils neuartigem Gameplay und großartiger Grafik, war kein Monster Hunter je in einer besseren Position, auch all jene zu begeistern die der Serie skeptisch gegenüber stehen.


Release Date: 08.09.2017
Plattform: Nintendo 3DS
Genre: Rollenspiel
Publisher: Capcom
Entwickler: Marvelous
PEGI: 7

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