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Nicht alles was glänzt ist Gold, aber Konfetti von Ghost ist auch OK

Nicht alles was glänzt ist Gold, aber Konfetti von Ghost ist auch OK

Am 20. April hat sich eine wirklich unterschiedliche Mischung von Menschen im Gasometer versammelt um der Musik von den namen- und gesichtslosen Ghouls und Papa Emeritus III zu frönen. Als Support hat sich die schwedische Band Ghost das amerikanische Duo Zombi ins Boot geholt.

Fangen wir also gleich mal mit dem schlechtesten Aspekt am Konzert an: die Vorband. Zombi lässt sich in Space Rock, Dark Wave uns Synthwave kategorisieren. Das sind wahrscheinlich Genres, die man mögen muss. Ich bin leider keiner dieser Personen und für mich hat auch jeder Song gleich geklungen; außerdem habe ich schon ein bisschen die Vocals vermisst. Es gibt durchaus schöne oder fetzige Musikstücke ohne Gesang, Zombi haben dafür aber leider keine Begabung. Naja, wenigstens haben Ghost mit der Vorband ein 45-minütiges Intro bekommen. Genau so hat sich das nämlich angehört – wie ein ewig langer Auftakt zu etwas Großartigem. Ich hatte dauernd irgendwie das Gefühl, dass doch gleich irgendeine Art von Höhepunkt kommen muss oder die Amerikaner noch voll loslegen. Aber Fehlanzeige.

 

Als die Schweden dann endlich – wie gewohnt maskiert und in päpstlicher Kluft – die Bühne betrat, war meine Stimmung schlagartig wieder aufgehellt. Persönlich finde ich die Band ja irgendwie ein bisschen unheimlich, auch ein wenig verrucht und genau das zieht mich aber so an und lässt mich die Truppe lieben. Generell ist das Konzept mit der Kostümierung fantastisch! Hätte ich Talent und eine Band, würde ich das genau so machen.

Kommen wir nun aber zurück zum Konzert: Natürlich haben Ghost mit einem Song vom neuen Album angefangen – Square Hammer. Zugegeben, nicht mein Lieblingssong, weil er einfach zu poppig klingt. Da habe ich schon kurz das Geheimnisvolle und Gefährliche vermisst.

Kurz am Rande, weil mich das schon verwirrt: Papa Emeritus III ist ja der dritte Sänger, wobei ich mir da auch nie sicher bin – aus jeder Ecke hört man so viele unterschiedliche Sachen. Man weiß ja gar nicht, wer jetzt hinter der Band steht und vielleicht ist das auch immer nur ein riesiger Marketing-Gag. Aber man hört trotzdem Unterschiede in der Stimmlage und wenn ich ehrlich bin, hat mir die Stimme des Vorgängers einen Hauch besser gefallen. Da habe ich mir immer einen „Nice-Guy“ vorgestellt, der aber ein riesiges, dreckiges Geheimnis hat und eigentlich ein ziemlicher Psycho ist. Sänger Nr. drei ist definitiv auf der sanfteren Schiene – auch gut.

 

Spätestens bei Secular Haze war ich voll in Fahrt und hab mich aufs Neue in die Band verliebt. Der Song gehört zu meinen absoluten Favorites und die Live-Version hat meine Erwartungen voll getroffen.

Ich weiß leider nicht mehr, bei welchem Song es so weit war, aber Ghost haben unerwarteter Weise auch einen Haufen Konfetti herabrieseln lassen. Goddammit, ich liebe Konfetti. Danke dafür 🙂 Der obligatorische Kostümwechsel hat natürlich auch nicht fehlen dürfen. Anstatt eines Papstes stand nach der Hälfte des Konzerts auf einmal ein Oberkellner/Butler (i schwör, er hat wirklich so ausgesehen!) auf der Bühne. Ungewohnt, aber schon ein bisschen sexy (das lag wahrscheinlich an der Frisur).

Weiter geht’s also mit einem weiteren Highlight: Year Zero. Das mag ich fast noch lieber als Secular Haze. Ihr seht schon, ich steh‘ eher auf das alte Zeugs von Ghost. Deswegen war ich auch kurz traurig, dass Elizabeth (best song ever!) nicht gespielt wurde. Trotzdem kein allzu großes Manko – der Gig hat mir sehr gut gefallen und auch das Publikum war in Stimmung, aber nicht rücksichtslos und mir ist auch kein Arschloch begegnet. Das hat man doch schon sehr selten auf Konzerten – vielleicht bin ich auch übersensibel. Aber bei Ghost war alles easy und jeder entspannt.

Photos: (c) Mario Baumgartner

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Doris Arnusch
Reps for Jesus!
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