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Together, Forever, Whatever: No Turning Back in der Arena

Together, Forever, Whatever: No Turning Back in der Arena

Die Niederländer No Turning Back haben gestern ein Lineup der Superlative in der Dreiraumbar zusammengetrommelt. Eine große Portion New York Hardcore, ein angenehm gefüllter Konzertsaal und viele Jubilare. Ein paar Worte zu den vier Shows in 3,5 Stunden.

Erste Show

Die Amis Strength For A Reason eröffneten den Abend. Knapp 12 Leute sind bereits anwesend. Etwas schade für die Band, aber gut, es ist erst 19:30. Strength For A Reason feierten ihr 20-jähriges Jubiläum. Sie störte es nicht, dass erst so wenig Menschen anwesend waren. Immerhin spielen sie auch vor Hunderten und wären das erste Mal in Wien. Sänger Karl nahm einfach den Pit ein, die anderen blieben auf der Bühne. Mit Reality Check, Brotherhood oder Stand By My Side klappern sie solide Hardcore Hymnen runter. Ein, zwei Tanzwütige, der Rest nickt mit dem Kopf. Solide. Medioker. Aber ein ganz gelungenes Opening.

Zweite Show

Mittlerweile sind schon gut 30 Menschen hier. Die überaus sympathischen Briten Knuckledust betreten die Bühne. Bereits seit 1996 verbreiten sie den Hardcore Spirit á la Madball oder Agnostic Front in London und der ganzen Welt. Sänger Pelbu verbringt das komplette Set im Publikum. Die Stimmung ist ganz gut. Ein paar wenige tanzen. Die Band fordert immer wieder auf, ein paar Schritte näher zu rücken, einen Circle Pit zu starten. Bassist Nic macht es vor, ein paar Leute folgen. So ganz ins Rollen kommt das Ganze aber nicht. Die Band ist überaus sympathisch. Ein paar Witze, gute Musik – es macht Spaß zuzusehen. Mit ihrem Evergreen Bluffs, Lies & Alibis beenden sie ihr durchaus kräftiges Set.

Dritte Show

Bei Wisdom in Chains ist die Bude dann recht voll. Schätzungsweise 50-60 Menschen. Noch immer sehr wenig Menschen für dieses Lineup. Immerhin spielten alle Bands des gestrigen Abends ein paar Tage zuvor am Sound Of Revolution Festival im niederländischen Eindhoven vor gut 6000 Menschen. Wisdom In Chains liefern meiner Meinung nach die beste Show des Abends. Wie auch schon ihre Vorgänger sind sie eine sehr sympathische Band. Neben witzigen Ansagen, eine powergeladene Show gibt es Hits, Hits, Hits. Songs To My Killer, My Friend und ihren neustens Hit Someday, den sie auf einer mit Madball gemeinsam Split-7 veröffentlicht haben. Chasing The Dragon läutet das Ende der Show ein. Mehr als gelungen.

Vierte Show

No Turning Back sind verantwortlich für den netten Abend. Auch sie feiern ihr 20-Jähriges Jubiläum. Die Niederländer sind ein wichtiger Bestandteil der internationalen Hardcoreszene. Wie gewohnt ein schnelles, hartes Set mit vielen Hits wie Stand My Ground, True Love und Sick Society. Für Letzteren brauchten sie zwei Anläufe. Mittlerweile tanzen mehr als zwei Menschen, das Mikrofon wird wild herumgereicht. Anständige Stimmung für den kleinen Raum. No Turning Back kündigen an, dass sie zwar nächstes Jahr nicht nach Wien kommen werden, aber ihr Handwerk nicht niederlegen werden. Und sollten sie es doch einmal tun, könnte Sänger Martijn ruhig in die Stand-Up Szene wechseln. Immerhin führt er mit witzigen Anekdoten und hoher Publikumseinbeziehung durchs Set. Man fühlt sich wohl, gut unterhalten. Wie es auf einer Nischen Hardcoreshow nun mal sein soll. Ab und zu ne Faust am Kopf, aber gemeinsam bis in den Tod. Do Your Care und Stronger sind die letzten beiden Nummern. Kurz nach 23:00 ist das Konzert vorbei.

Fazit

Kurz und bündig wie die Sets der Bands: So muss Hardcore, so sollen Hardcoreshows sein. Wenn dann auch noch ein paar mehr Leuten kommen, entsteht vielleicht auch einer, der von allen Bands geforderten, ordentlichen Circle Pits. Bedenkt man, dass alle Bands zusammengerechnet gut 80 Jahre Bandgeschichte auf dem Buckel tragen, ist es schade, dass ein solches Konzert im Dreiraum stattfinden muss. Denn (fast) alle der Bands stehen ihren Idolen Agnostic Front, Madball oder Sick Of It All, mit denen sie schon oft die Bühne teilten, um nichts nach.

 

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Robert Ziffer-Teschenbruck
"Über Musik schreiben ist wie zu Architektur tanzen" (Marcus Wiebusch)
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