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Personal Shopper – Filmkritik

Personal Shopper – Filmkritik

Personal Shopper ist ein eiskalter, fesselnder Thriller, der alles andere als gewöhnlich ist.

Maureens (Kristen Stewart) Zwillingsbruder Lewis ist verstorben, und so sucht sie sein Anwesen in Paris auf, um mit seinem Geist Kontakt aufzunehmen. In einem Hollywood-Film wäre hier eine Montage mit Recherche in der Bibliothek, Befragungen, ausführliche Monologe/Dialoge, das Übliche. Stattdessen wandert sie minutenlang wortlos, großteils ohne Schnitt, durch die leeren Gänge und geht schließlich schlafen. Niemand im gesamten Film hinterfragt ihre Überzeugung, mit Geistern Kontakt aufnehmen zu können, was die unwirkliche Stimmung nur weiter in die Höhe treibt.

 

Um sich die Suche nach Lewis zu finanzieren, arbeitet Maureen als titelgebende persönliche Einkäuferin für das exzentrische Model Kyra (Nora von Waldstätten). Dafür sucht sie die nobelsten Mode-Designer Europas auf, und wählt aus, was Kyra tragen wird. Sie selbst probiert hin und wieder etwas an, was ihr eigentlich verboten ist. Hier ist der Film etwas voyeuristisch, da Maureen öfter mal die Hüllen fallen lässt, um dann in extravagante Kleider zu schlüpfen, die immer noch nichts der Fantasie überlassen.

Aber ging es nicht eigentlich um Geister? An dieser Stelle muss ich betonen, dass Personal Shopper bei Weitem nicht so verläuft, wie man es erwarten würde. Bis zur Hälfte vom Film gibt es nicht einmal einen festen Handlungsfaden, an den man sich klammern könnte. Man wird sehr organisch in Maureens Leben eingeführt, wie sie denkt, ihren Tag verbringt, mit wem sie Kontakt hat – alles ohne aktive Exposition. Von Spannung kann nicht wirklich die Rede sein, aber fasziniert war ich außerordentlich.

Erst Maureens heimlicher Verehrer, der nur über Textnachrichten kommuniziert, bringt wirklich Schwung in das Geschehen, dann aber ordentlich. Die kalte Stimmung im Film bis dahin schlägt schnell in eine sehr bedrückende um. Hier ist Personal Shopper allerdings auch ein wenig langatmig, da man minutenlang Textnachrichten auf einem Handy präsentiert bekommt, ein nettes Gimmick, das etwas zu ausführlich genutzt wird. Dafür zieht die Handlung richtig an, und ich war bis zum Ende vollkommen in den Bann gezogen.

Fazit

Wenn man mir vor ein paar Jahren erzählt hätte, dass mich Kristen Stewart in einer Hauptrolle begeistern würde, hätte ich wohl gelacht. Doch hier zeigt sie, dass sie weitaus mehr kann, als leblos durch die Gegend zu starren, und vermittelt die Atmosphäre des Films perfekt. Ich hatte trotz des Fehlens echter Schockmomente Gänsehaut. Personal Shopper ist allerdings bei Weitem nicht für jeden. Wer ohne Action nicht leben kann, oder alles erklärt haben möchte, wird hier wohl nicht glücklich.

Kinostart: 27.1.2017
Genre: Thriller, Mystery, Drama
Regisseur: Olivier Assayas
Cast: Kristen Stewart, Nora von Waldstätten
Land: Frankreich
Dauer: 105 Minuten
Filmverleih: Filmladen
Für Fans von: Etwas experimentellen Thrillern

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