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Rock in Vienna – Tag 4 – Finale

Rock in Vienna – Tag 4 – Finale

Letzter Tag vom Rock in Vienna 2017. Heute ist alles anders, ist es doch der publikumsstärkste Tag auf der Insel. Mehr Schleusen am Eingang, strenge Kontrollen und Menschenmassen am Gelände bereits beim Opener The Living End.

Am vierten Tag hat sich das Publikum wieder komplett gewandelt, die Hosen Fans haben das Gelände fest im Griff. Menschentrauben bei der einzigen WC Station am Gelände, und sobald man es endlich wieder aus der Toilettenhölle nach draußen geschafft hat, kann man sich eigentlich gleich wieder anstellen.

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(c) Alexander Blach

 

Clutch sind als Zweites dran und bringen knochentrockenen Stoner-Rock. „Let´s get some exercise!“ brüllt Sänger Neill Fallon den Donauinsulanern ins sonnengerötete Gesicht. Ohne Gruß verlassen sie die Bühne, auf der sich Marteria sogleich breitmacht. Die Jungs und Mädels stehen wohl auf LED, eine ganze Batterie an Strobes knallt den Zusehern entgegen. Die Stimmung ist großartig, es ist mehr los als bei den Headlinern vergangener Tage.

Marteria gibt sichtlich alles, hüpft mit schweißgetränktem, zerrissenen T-Shirt ins Publikum und bleibt einen ganzen Song lang inmitten seiner feiernden Anhängerschar. Einen roten Bengalo hat er offenbar auch an den Securities vorbeigeschleust. Zu hören gibt es vorwiegend Songs seines eben erst erschienen Albums Roswell.

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(c) Alexander Blach

 

Zum hüpfenden Abschluss gesellt sich sogar Campino handtuchschwingend auf die Bühne.

Dann wird es Zeit für die Herren von den Beatsteaks, die sich sehr beeindruckt vom Wiener Publikum zeigen. Bewegendster Moment: Zwei Rollstuhlfahrer mutieren zu crowdsurfern, werden bis zur Bühne gereicht, wo sie die restliche Show hautnah miterleben dürfen. Sänger Arnim hat einen Dauergrinser im Gesicht und die Beatsteaks wirken fast wehmütig als sie die Bühne 60 Minuten wieder räumen müssen.

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(c) Alexander Blach

 

Tja, und dann fehlen nur noch Die Toten Hosen. Der Platz quillt mittlerweile regelrecht über, glücklich preist sich derjenige, der über eine starke Blase verfügt. Kurz vor 21 Uhr geht es los, die Fahnen werden hochgezogen und alle rasten aus. Die Hosen liefern ein starkes Set aus alten Klassikern und Songs ihres neuen Albums Laune der Natur.

(c) Rock in Vienna / Florian Matzhold

 

Ein paar Kübel voll mit roten Bengalos werden gezündet („Haben wir von Rammstein geklaut!“, meint Campino stolz grinsend) und nach Unmengen an Zugaben folgt mit der Liverpooler Fußballhymne You´ll never walk alone! die letzten Akkorde des diesjährigen Rock in Vienna.

Wer übrigens Die Toten Hosen auf der Donauinsel versäumt hat – der Wiener Veranstalter Arcadia Live holt die Düsseldorfer Jungs für zwei Shows retour nach Österreich. Am 14. 8. gastieren sie in Wiesen und tags drauf in der Olympiahalle in Innsbruck. (Der Vorverkauf startet am 20.06.17.)

Fazit

Rock in Vienna 2017 hinterlässt einen sehr durchwachsenen Eindruck. Großartige Einzelshows, durchwegs gute Acts, aber als Festivalkonzept fehlt die stringente Linie. Auch die unglaublich variierenden Zuseherzahlen an allen Tagen lassen das Fehlen eines Gesamtkonzeptes erkennen. Ob es Rock in Vienna in dieser Form auch 2018 geben wird, wagen wir stark zu bezweifeln. Schade eigentlich.

Photos: (c) Alexander Blach & Rock in Vienna / Florian Matzhold

 

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Luis Pasching
äähm, mir ist grad ein bisi schlecht
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