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Schiefe Zähne im Gasometer: Papa Roach waren in Wien

Schiefe Zähne im Gasometer: Papa Roach waren in Wien

Papa Roachs letzte Tournee wurde als Hallentour des Jahres prämiert, ein paar Emmys haben die Jungs auch schon am Kamin stehen – das schraubt die Erwartungen hoch!

Ihr aktuelles Album Crooked Teeth kam im Mai 2017 heraus und konnte kommerziell wieder etwas an vergangene glorreiche Tage anschließen – Platz 6 bei uns, für Amerika reichte es immerhin für Platz 20. Radiotauglicher als die Vorgänger, alles klingt sehr fresh und jugendlich. Nichts lässt vermuten, dass da ein paar Mannen an den Instrumenten stehen, die bereits seit 1993 auf der musikalischen Bildfläche agieren.

Albumcover „Crooked Teeth“

 

Überaus volksnah gab sich Papa Roach Sänger Jacoby Shaddix aka Coby Dick bei der letzten Wien-Show. Da freundete er sich kurzerhand mit ein paar Skaterbuben an, die nachmittags vor dem Gasometer abhingen und versorgte sie mit Miller Bier aus seinem Garderoben Kühlschrank.

Heuer war es kalt, keine Skater, kein Freibier für die sportliche Jugend. Und zu allem Überfluss hat auch noch eine der beiden Vorbands abgesagt. Frank Carter & The Rattlesnake Fans wurde mit den pünktlich beginnenden Deutschen Metalcore Typen von Callejon vertröstet.

Trotz früher Stunde war das Gasometer bereits gut gefüllt, die Düsseldorfer Jungs legten sich mächtig ins Zeug und das Publikum machte artig mit. Gegen Ende gab es noch mit Kind im Nebel die obligatorische Metalballade, die wie aus einem DMAX-Werbeblock klang. In Ermangelung einer eigenen Anti-Nazi Hymne bediente man sich noch gegen Ende ihres Sets bei dem Ärzte Klassiker Schrei nach Liebe.

 

Als nächstes stand der Umbau am Programm, ein halbdurchsichtiger Sichtschutz wurde aufgezogen, der um 21.20 zu Boden fiel und den Blick auf Papa Roach freigab. Die Anlage wurde um 10dB raufgeschraubt, was dem Sound alles andere als gut tat. Bereits beim dritten Song Between Angels and Insects war die Stimmung am Kochen, die gänzlich in Schwarz gekleideten Mannen rund um Mr. Dick waren sichtlich in Spiellaune und urgierten gleich zu Beginn Circle Pits und Walls of Death. Bierbecher flogen durch die Halle, sogar Papas Lichttechniker wurde gebechert.

Papa Roach lieferten ein 90-minütiges Hitfeuerwerk inklusive einer Coverversion von Blurs Song 2. Ein Gänsehautmoment war ein kurzer Exkurs zu Linkin Parks Song In the End – eine bewegende Hommage an den kürzlich verstorbenen Chester Bennington.

Mehr: Tod durch Suizid: RIP, Chester Bennington!

„Music is life – we celebrate life tonight“

betonte Sänger Coby nachdenklich, der abseits des Kuschelkurses mit den Fans auch eine starke gesangliche Leistung bot, trotz seiner Stimmband-OP, die erst einige Wochen zurückliegt.

 

Mit Help von ihrem aktuellen Album Crooked Teeth beendeten die Jungs ihr Set, um nach ein paar ruhigen Minuten mit None of the above ihren Zugabenblock zu beginnen. Und fast ganz am Schluß kam dann endlich das erlösende

„Cut my life into pieces, this is my last ressort“

gebrüllt aus 1000en glücklichen Kehlen.

Fazit

Papa Roach bewiesen eindrucksvoll ihre Livequalitäten und lieferten eine starke und beeindruckende Show aus ihrer gesamten Schaffensperiode, ohne viel Firlefanz und Effekthascherei.

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Luis Pasching

äähm, mir ist grad ein bisi schlecht

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