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100 Minuten Offbeat: The Skatalites in der Arena

100 Minuten Offbeat: The Skatalites in der Arena

Das Konzert der legendären Skatalites am Montag in der Arena kleinen Halle hat spät und mit diesen Worten begonnen:

We are the Skatalites. The Band responsible for music styles such as Ska, Rocksteady and Reggae.

Ja, berechtigt.

The Grandfathers and -mothers of Jamaican Ska

The Skatalites aus Jamaika sind eine dieser Bands, mit der man bei seinen Kindern angeben kann, weil man sie noch live gesehen hat. Selbst wenn die Blütezeit (in diesem Fall sind viele langjährige und Gründungsmitglieder bereits verstorben) längst vorbei ist. Die Bandgeschichte geht auf das Jahr 1963 zurück und endete recht schnell mit dem Tod von Don Drummond im Jahr 1967. 1982 das Revival und seit dem ist die Band wieder gemeinsam unterwegs. Sie legten den Grundstein für Ska, Rocksteady, Reggae, nach dem Jamaika die Unabhängigkeit von Großbritannien erreichte.

(c) Mario Baumgartner

 

Manche der aktuellen Skatalites sind erst seit dem neuen Jahrtausend in der Band, andere wiederum seit 1964 (Vin Gordon, Posaune). Letzterer spielte unter anderem 15 Jahre bei Bob Marley in der Band. Man kann sich vorstellen: Jeder einzelne der heutigen Skatalites ist ein Experte an seinem Instrument. Auch wenn das gar nicht nötig wäre, denn welches Tanzbein bleibt bei Ska schon ruhig.

100 Minuten Tanzen, Hitze, Stimmung

Die Band hatte wohl Anreiseschwierigkeiten. Daher startete das Konzert erst kurz vor 22:00. Die Dreiraumbar bzw. kleine Halle der Arena war gut gefüllt. Das Konzert wurde vom Chaya Fuera dort hin verlegt, weil der Ansturm zu gering war. Schätzungsweise 200 Leute waren vor Ort. Schade, dass bei The Skatalites nicht mehr Leute kommen. Andere verkaufen das Stadion zweimal hintereinander aus. Aber gut, es ist 2017. Und The Skatalites machten trotzdem Stimmung wie vor Tausenden Menschen. Mit Ska in seiner reinsten Form. Wie er in der Geburtsstunde zelebriert wurde.

(c) Mario Baumgartner

 

Das Konzert startete klassisch mit Freedom Sounds. Die Band ist sehr sympathisch. Vin Gordon kündete die Songs an. Zwischendurch wurde immer wieder gejammt und applaudiert. James Bond, Latin goes Ska und andere Hits folgten. Bei My Boy Lollipop kam Doreen Shaffer, Sängerin der Skatalites und einziges anwesendes Gründungsmitglied auf die Bühne und wurde mit einem tosenden Applaus empfangen. Wohl die coolste Oma, die es gibt.

Im Set waren einige Covers, unter anderem von The Wailers, Barbie Gay oder The Archies. Immerhin wirkten einige der Mitglieder auch bei diesen Bands/Künstlern mit. The Skatalites halten die Stimmung aufrecht. Es wird viel getanzt. Schon bewundernswert, denn viele der Songs sind ohne Gesang und manchmal kann einem der konstante Offbeat schon wahnsinnig machen. Nicht so bei The Skatalites. Gut 100 Minuten dauert die Show und hatte keinen Durchhänger. Gegen Ende noch Guns of Navarone und die Party war perfekt.

(c) Mario Baumgartner

Fazit

Soviel wie man über The Skatalites erzählen könnte, so wenig kann man über dieses Konzert sagen. Durchgehend gute Stimmung, tolle Musiker. Wer ohne Grinser nach Hause gegangen ist, muss schon sehr verbittert sein oder war das Konzert lang an der Bar. Was auch verständlich gewesen wäre, denn die Stimmung war am brodeln und die Luft ebenso.

 

 

Fotos (c) Mario Baumgartner

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Robert Ziffer-Teschenbruck
"Über Musik schreiben ist wie zu Architektur tanzen" (Marcus Wiebusch)
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