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Tom Clancy’s Ghost Recon Wildlands im Test

Tom Clancy’s Ghost Recon Wildlands im Test

The Boys are Back in Town

Bolivien. Hier umkämpfen gerade Drogenbosse und Rebellen das Land. Doch für Letztere trifft endlich eine Geheimwaffe ein. Als Teil des Ghost Recon, einer vierköpfige Spezialeinheit, wollen wir nun endlich wieder für Ruhe und Stabilität in Bolivien schaffen. Dabei stellt man uns aber vor mehr als nur spielerische Probleme.

Noch ahnen wir nicht welches Chaos wir vorfinden

In Tom Clancy’s Ghost Recon Wildlands übernehmen wir die Kontrolle über eines der vier Squadmitglieder des Ghost Recon. Anders als in den vorherigen Teilen bietet man uns dieses Mal eine riesige Open World, die wir zum größten Teil in der Third-Person mit unserem Protagonisten erkunden können. Kommt es zum Feuergefecht können wir per Tastendruck in die First-Person wechseln, um so eine bessere Zielmöglichkeit zu erhalten. Ob nun alleine oder im Koop: Wir erkunden, schleichen und kämpfen für die Freiheit Boliviens. Dabei zeigt uns Wildlands immer zwei Seiten seiner Medaille. Das bringt uns schon zu unserem ersten Punkt: Die Story.

Von Drogenbossen und Kartellen

Wer bei Wildlands auf eine Fortsetzung der packenden und durchdachten Storyline hofft, der wird in den ersten Spielstunden garantiert enttäuscht. Statt Geschichte bietet uns Ubisoft, ähnlich ihrer letzten Spiele, einen den Rahmen in dem unsere Protagonisten agieren können. Durch Open-World und Sandbox-Design hofft man auf persönliche Spielergeschichten, die ihren Weg auf Youtube, Facebook oder andere Share-Plattformen finden.

Wildlands baut auf spielerische Erlebnisse statt Storyline

Das bisschen Story ist kurz zusammengefasst: Bolivien ist im Ausnahmezustand, da ein Drogenboss das Land an sich gerissen hat. Die Rebellen leisten verzweifelt Widerstand. Da kommen ihnen unsere vier Ghost-Recon Agenten gerade rechtzeitig zur Unterstützung. Schritt für Schritt und in beliebiger Reihenfolge schalten wir die Unterbosse des Drogenbarons aus und übernehmen die Kontrolle über deren Gebiete.

Bolivien als großer Spielplatz

Bei der riesigen Open-World Boliviens hat Ubisoft ordentliche Arbeit geleistet. Ob man nun zu Fuß in einer der kleinen Städte umherschleicht, sich mit dem Auto auf eine Verfolgungsjagd nach dem nächste Ziel begibt oder einfach einmal die Landschaft im Helikopter oder Boot genießt: Wo Wildlands drauf steht, ist Bolivien drin.

Bolivien kann auf viele Arten erkundet werden

Die zuerst noch unbekannten Gebiete werden auf unserer Reise Stück für Stück aufgedeckt. Markante Punkte oder Ziele werden mit eigenen Icons auf der Minimap hervorgehoben. Wir hanteln uns in einem Gebiet von Hauptmission zu Hauptmission um am Ende dem jeweiligen Bezirksboss gegenüberzutreten. Ist dieser besiegt fällt das Gebiet unter die Kontrolle der Rebellen und wir sind einen Schritt näher an Boliviens Stabilisierung.

Neben den Handvoll Storymissionen gibt es auch zahlreiche Nebenmissionen. Diese stärken unser Verhältnis zu den Rebellen und belohnen uns mit Fähigkeiten der Rebellen. Durch diese können wir uns beispielsweise ein Fahrzeug bringen lassen oder einige Rebellen zur Unterstützung anfordern. Um noch zusätzlich ein bisschen Würze ins persönliche Erlebnis zu streuen bekommen können wir in Zufallsevents feindliche Konvois überfallen und so für Nachschub bei den Rebellen sorgen. Wer dann noch nicht genug von Bolivien hat, der findet in der ganzen Open-World zahlreiche Sammelobjekte. Dabei liefern uns Dokumente zusätzliche Hintergrundinformationen, Waffenkisten neue Ausrüstung und Zubehör oder Orden zusätzliche Fähigkeitspunkte bzw. Verbesserungen einer Fähigkeit.

Kein Gebiet ist auf Sammlersuche vor uns sicher

Da draußen ist niemand allein

Doch egal ob auf Haupt- oder Nebenmission oder beim einfachen Abgrasen von Sammelobjekten: In Bolivien herrscht nur ein Gesetz und das ist das Recht des Stärkeren. Statt Worte gibt es in Wildlands nur das Schwert, oder besser gesagt die nächstbeste Schusswaffe. Denn mit Feinden setzt man sich nur auf zweierlei Arten auseinander. Entweder man schleicht an ihnen vorbei und versucht ein Missionsziel lautlos zu erledigen oder man wählt die direkte Konfrontation. Meistens finden wir uns in letzterer wieder und vom bisherigen Taktik-Shooter bleibt somit nur noch ein Bleiregen über. Serienfans kommen daher eher nicht auf Ihre Kosten.

Zumindest das Squad wurde beibehalten und so dürfen wir alleine, mit drei weiteren KI-Partnern, die Wildlands erkunden. Da aber, wie zuvor erläutert, die grandiose Storyline eher flach ausfällt sorgen auch die repetitiven Aktionen im Alleingang nach kurzer Zeit für Langeweile. Dem kann aber ganz leicht gegengesteuert werden, ersetzt man die KI durch bis zu drei Spielern aus der eigenen Freundesliste oder aktuell verfügbaren Koop-Spielern. Denn gerade im Koop macht Wildlands erst so richtig Spaß und sorgt für die erhofften persönlichen Spielgeschichten. Ob nun einer der Angriffe extrem Spektakulär zu Ende ging oder doch einmal wieder einer der zahlreichen Bugs für allgemeine Unterhaltung sorgte. Gemeinsam macht es halt doch mehr Spaß.

Eine unserer persönlichen Spielergeschichten

Apropos Bugs. Die technischen Problemchen bessern sich zwar mittlerweile seit der Veröffentlichung, sorgen aber doch immer wieder für ein interessantes Aha-Erlebnis. Wenn zum Beispiel ein Mitspieler statt im Fahrzeug im gleichen Tempo hinterherläuft oder der Hubschrauber dieses Mal auch ohne drehenden Rotoren abheben kann leuchte bei unserem inneren Auge einige Alarmglocken auf. Erlebt man diese Situation aber gemeinsam mit anderen Spielern hat man garantiert eine persönliche Best-Of Geschichte. Ob Ubisoft das aber so erreichen wollte bezweifeln wir aber ein wenig.

Fazit

Ghost Recon Wildlands ist seit langem ein Spiel, das wir nicht einfach in eine Schublade stecken können. Zum einen weil es uns immer wieder positiv überrascht. Zum anderen weil es das leider viel zu selten tut. Wer in letzter Zeit genug von Spielen ala Finde deinen eigenen Weg hat, der wird sich beim Kauf von bei Wildlands sicherlich nachträglich ins eigene Waderl beißen. Wer allerdings mal wieder Lust auf gemeinsame Aktion mit seinen Online-Freunden hat, der wird mit Boliviens Sandbox vollstens zufrieden sein.


Release Date: 07.03.2017
Plattform: PS4, Xbox One, PC
Genre: Third-Person-Shooter
Publisher: Ubisoft

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