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Why Him? – Filmkritik

Why Him? – Filmkritik

Wer schon immer wissen wollte, wie die aktuelle Hollywood-Formel für Teenager-Anbiederung aussieht: Why Him? hat die Antwort.

Habe ich aktuell gesagt? Fäkalhumor, die alte Generation, die die coolen Kids von heute nicht versteht, der tolle Rebell, den man ironisch vergöttern soll…der Film betritt nicht gerade erzählerisches Neuland. Stephanie (Zoey Deutch) will ihrer Familie über Weihnachten ihren Freund vorstellen, den sozial untragbaren Silicon Valley-Millionär Laird (James Franco). Das Fest soll in dessen extravagantem Anwesen stattfinden, also fliegen Stephanies Vater Hal Ned (Bryan Cranston), Mutter Barb (Megan Mullally) und Bruder Scotty (Griffin Gluck) nach Kalifornien. Während Scotty und Barb schnell mit Laird auskommen, ist Hal Ned weiterhin der festen Überzeugung, dass der ungebildete Flegel Baird unter keinen Umständen Teil der Familie werden soll.

 

Für einen Film der ach so verdorben sein soll ist Why Him? außerordentlich zahm. Wer Wörter wie Bukkake (besser nicht googeln wenn jemand zusehen könnte) noch nicht kennt, mag vielleicht schockiert sein, aber mich persönlich schocken Schimpfwörter und Gespräche am WC nicht. Viele der Witze bauen allerdings darauf auf, was vielleicht in den biederen USA zieht, mir allerdings nicht mehr als ein weiteres Gähnen entlocken konnte. Die Witze sind extrem vorhersehbar und funktionieren fast allesamt nach dem Wegwerfprinzip, sind also nicht in die Handlung eingebettet und werden später nicht mehr referenziert. Bei einer Länge von fast zwei Stunden fällt das deutlich auf. Es schwächt die Charaktere („Haha eine Frau will Sex mit ihrem Mann haben LOL wie lustig“) da sie keine wirklich eigenen Momente haben, sondern nur dazu dienen, die nächste Punchline vorzubereiten.

Die witzigsten Szenen sind eindeutig die, in denen Laird nicht vorkommt, nicht weil James Franco sich nicht wieder erfolgreich selbst spielt, sondern weil sein Charakter einfach zu eindimensional ist, um interessant zu sein. Bryan Cranston spielt wieder den Vater aus Malcolm mittendrin, was deutlich besser funktioniert, inklusive Bowling-Callback, von dem ich mir zu 100% sicher bin, dass es nur deswegen im Film ist. Trotz der absurden „Handlung“ will Why Him? eine Art Familienfilm sein, mit Tiefe – Probleme mit den Finanzen, Generationenkonflikt, das Übliche. Funktioniert halt nicht, weswegen die einzigen Charaktere, die mich unterhalten haben, der Verwalter Gustav (Keegan-Michael Key) und die Haus-KI Justine (gesprochen von Kaley Cuoco) waren, da beide nie so tun müssen, als wäre es ein ernster Film.

Fazit

Why Him? ist einer dieser Filme, die eigentlich keine Kritik brauchen. Wer den Trailer anschaut kann auf der Stelle für sich entscheiden, ob der Film gefallen wird oder nicht. Wer auf anspruchs-/geschmackslose Komödien steht wird hier auf jeden Fall gut unterhalten. Mit einer Gruppe Freunde hätte der Film wohl auch mehr Spaß gemacht, dann wiederum macht so ziemlich alles mit einer Gruppe Freunde mehr Spaß. Bukkake etwa.

Kinostart: 12.1.2017
Genre: Comedy
Regisseur: John Hamburg
Cast: James Franco, Bryan Cranston, Zoey Deutch
Land: USA
Dauer: 151 Minuten
Filmverleih: 20th Century Fox
Für Fans von: Filmen mit James Franco

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