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Wir tanzen mit der Melancholie – Gorillaz live in der Wiener Stadthalle

Wir tanzen mit der Melancholie – Gorillaz live in der Wiener Stadthalle

Endlich! Fast 20 Jahre hat es gedauert, seit der Gründung der Gorillaz, der inzwischen bekanntesten Comicband der Welt, bis zum allerersten Livekonzert in Österreich. Doch war es das Warten wert?

Es war auf die Sekunde genau 20:45 Uhr, als die Gorillaz die Bühne betraten und es wurde sofort die Anwesenheit des Publikums mit dem Song M1A1 überprüft. Das Outro des Debüts als Intro zu verwenden hat was an sich, vor allem, wenn die ersten beiden Minuten aus „Hello? Is anyone there?“ bestehen. Hat sehr gut funktioniert. Multiinstrumentalist, Mastermind und Frontman Damon Albarn wirkte zunächst niedergeschlagen bis zum geht nicht mehr. Tatsächlich war es einfach die Rolle des Comicfrontmannes 2D, die er spielte. Die gesamte erste Hälfte des Konzerts ließ Albarn die Schultern hängen und erschuf damit exakt die Stimmung, die sie auch mit ihren Videos schaffen: Melancholisch, aber trotzdem sehr schön.

Dieser Melancholie blieben die Gorillaz mit Hits wie Last Living Souls, Saturnz Barz oder Tomorrow Comes Today absolut treu. On Melancholy Hill wurde sowohl von dem Original-Musikvideo, als auch von dem Gesang des Publikums begleitet. Die erste „traurige“ (nicht negativ gemeint) Hälfte wurde mit El Mañana abgeschlossen und es war einfach traumhaft.

Damon Albarn (c) enemy.at David Bitzan

 

Mit Sex Murder Party wurden mit Jamie Principle und Zebra Katz die ersten Gastmusiker auf die Bühne geholt. Zwar ist die Stammband eh schon elf oder zwölf Leute groß, doch wenn es um die Gorillaz geht, dann haben immer noch ein paar Leute auf der Stage Platz. Ich bin nicht der größte Fan von dem Song und er hat mich auch anfangs nicht vom Hocker gehaut, doch die Live Version hat einfach einen großartigen Abschluss, der die (Sex Murder) Party so richtig zum Kochen brachte. Direkt im Anschluss wurde Garage Palace gemeinsam mit Little Simz perfomed, die auch schon als Supporting Act dem Publikum eingeheizt hatte. Ich sag’s ganz ehrlich: Erst selten habe ich es so bereut, dass ich den Supporting Act verpasst habe. Little Simz ist ein Wahnsinn. Die 23-jährige Londonerin ist ein Energiebündel und es macht extrem Spaß mit ihr mitzufeiern.

Little Simz with big skillz    (c) enemy.at David Bitzan

 

Doch zum Glück war das noch nicht das Letzte, was wir von Little Simz sehen durften, denn sie unterstützte die Gorillaz auch bei We Got The Power. Und last but not least waren die Hip-Hop Legenden von De La Soul mit von der Partie. Doch kommen wir nun zum größten Kritikpunkt des Auftritts: Nach nur 65 Minuten verließ die Band die Bühne um wenige Minuten später die Zugabe einzuleiten. Dabei wurden die Megahits Stylo, Feel Good Inc. und der Song, der die Band bekannt gemacht hat Clint Eastwood performed. Das gesamte Publikum tanzte. Auch auf den Sitzplätzen. Selbstverständlich wurde den Fans auch noch die Chance gegeben, den Chorus von Clint Eastwood alleine zu singen und diese wurde auch genutzt.

Nach 80 Minuten wurden Don’t Get Lost in Heaven und Demon Days als Outro gespielt, während sich die Band bedankte und endgültig von der Bühne verschwand. Es war ein fantastisches Konzert, jedoch einfach zu kurz. Dare hätte man ruhig noch performen können. Aber vielleicht dann beim nächsten Mal, das hoffentlich nicht erst in 20 Jahren ist.

 

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