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Yo-kai Watch 2: Geistige Geister im Test

Yo-kai Watch 2: Geistige Geister im Test

Yo-kai Watch ist wieder da! Wir sagen euch wie gelungen der neueste Ableger der Reihe wirklich ist. Aufgewärmte Reste oder würdige Fortsetzung? Findet es heraus in unserem Test.

Das Dritte seiner Art

Man mag annehmen, dass es sich bei Yo-kai Watch 2: Geistige Geister um den zweiten Teil des Verkaufsschlagers handelt. Nicht ganz. Tatsächlich handelt es sich hierbei um die vierte Veröffentlichung der Reihe hierzulande. Die Macht der Untertitel ermöglicht es. Geistige Geister ist nämlich ebenso wie Yo-kai Watch 2: Kräftige Seelen und Yo-kai Watch 2: Knochige Gespenster nur eine Variation desselben Spieles.

Fragen über Fragen: Wer Auflösungen für die Geheimnisse von Yo-kai Watch will, muss sich erst durch träge Anfangsstunden arbeiten.

Yo-kai Watch war noch ein eigenständiges Spiel, welches ein ähnliches Publikum wie Pokémon ansprach. Mit der Fortsetzung hat man jegliche Ambitionen sich von Nintendos Megahit abzusetzen aufgegeben und das Grundkonzept multipler Editionen mit verschiedenen Monstern übernommen. Ebenso kopiert wurde die Idee der ‚dritten‘ Edition, welche mit Verzögerung veröffentlicht wird. Die Notwendigkeit zu diesem Schritt ergibt sich aus dem Spiel selbst nicht. Vorneweg sei deshalb gleich betont: Mehr als eine der drei Variationen braucht es nicht.

Alles auf Anfang

Yo-kai Watch 2 erzählt eine unterhaltsame Geschichte, voller spaßiger Nebenstories und sympathischer Charaktere. Die Handlung strotzt, so simpel sie ist, auch diesmal nur so vor Charme. Allerdings muss man dafür erst die Anfangsstunden überwinden. Yo-kai Watch 2 beginnt nämlich damit jeglichen Fortschritt den man in Teil 1 gemacht hat zu beseitigen.

Dass man auf ein Neues Yo-kai finden und auf seine Seite ziehen muss ist durchaus verständlich. Dass jedoch der Plot selbst mittels Amnesie unseres Hauptcharakters zurücksetzt sorgt für ungemein mühsame und träge Anfangsstunden, in denen man erstmal wieder in die Welt des Spieles eingeführt wird.

Im weiteren Verlauf bessert sich dies, zu Beginn ist Yo-kai Watch 2 jedoch ein schmerzhafter Rückschritt. Es hilft ebenfalls nicht, dass der zentrale Konflikt zwischen Seelen und Gespenstern anfangs auf eine Entscheidung zwischen unterschiedlich Süßspeisenmarken reduziert wird.

Spaßig wie eh und je

So negativ all dies klingt, man muss auch noch einmal betonen: Es ist immer noch Yo-kai Watch. Der erste Teil der Reihe war ein großartiger Titel für den 3DS. Da sich am grundlegenden Gameplay wenig geändert hat, ist auch die Fortsetzung in vielen Belangen ein kleines Meisterwerk geworden.

Verfeinerungen halten sich in Grenzen, waren sie doch gar nicht nötig. Stattdessen gibt es Mehr und Neues. Neue Areale, neue Quests, neue Yo-kai. Der große Unterschied zu den direkten Vorgängeversionen von Yo-kai Watch 2 liegt auch primär darin, dass Elemente beider Varianten sich hineinschleichen. Wo zuvor die Entscheidung zu Gespenstern oder Seelen editionsspezifisch vorgegeben war, kann man nun selbst wählen und damit auch die Geschichte aktiver lenken.

Alles wie gehabt: Am unterhaltsamen Kampfsystem hat sich wenig geändert.

Wie schon bei Yo-kai Watch muss jedoch betont werden: Alle Ähnlichkeiten zum Trotz, handelt es sich hierbei nicht um ein Pokémon Spiel. Yo-kai Watch geht weiterhin seinen eigenen Weg. Der wird vielen Spaß bereiten, aber nicht Jedermanns Sache sein. Diese Abgrenzung gegenüber ähnlichen Titeln ist jedoch eine der großen Stärken von Yo-kai Watch. Gleichzeitig offenbahren sich hierdurch auch die größten Schwächen der Fortsetzung.

Inspiration an der falschen Stelle

Eine Ähnlichkeit zu Pokémon konnte man nie leugnen. Auf diesen Ähnlichkeiten aufbauen und erfolgreiche Aspekte von Nintendos Hit zu kopieren ist daher natürlich naheliegend. Leider geht es nicht wirklich auf. Pokémon war letztlich von Beginn an auch und vor allem auf ein Miteinander ausgelegt – Tauschen und Kämpfen sind ein Fokus. Selbst innerhalb der fiktiven Welt von Pokémon haben die Leute scheinbar nichts anderes im Sinn.

Yo-kai Watch hingegen legte weit mehr Elemente klassischer Rollenspiele an den Tag. Mehr Story, mehr Quests, mehr zu erleben. Kämpfe sind natürlich wichtig, aber nur ein Gameplayelement, nicht der absolute Fokus. Die Kämpfe in Yo-kai Watch machen Spaß, gerade weil sie anders sind. Aber es ist kein Spiel bei dem man Stunden über Stunden in Mehrspielerkonfrontationen stecken will. Die Aufspaltung auf mehrere Editionen, ein größerer Fokus auf dieses Element ist ein Schritt weg von dem, was Yo-kai Watch so unterhaltsam gemacht hat: Es ist eben NICHT Pokémon. Teil 2 ist immer noch ein exzellentes Spiel, aber es bleibt zu hoffen, dass es sich weitere Fortsetzungen nicht noch mehr in diese Richtung entwickeln. Denn so gut es als Alternative ist – als Pokémon Klon kann Yo-kai Watch nicht mithalten.

Am Rande des Möglichen

Wo Yo-kai Watch nach wie vor mithalten kann, ja Pokémon sogar in den Schatten stellt, sind Bild und Ton. Es ist fraglich ob auf dem normalen 3DS überhaupt noch viel Raum nach oben ist. So gut sieht das Spiel aus und so vollgepackt ist es mit gutem Sound sowie einer erstklassigen deutschen Synchronisation. In all diesen Belangen ist Yo-kai Watch 2, egal in welcher Variante, einer der Toptitel des Systems. Wie schon Teil 1 vor ihm.

Auch in Teil 2 ist Yo-kai Watch noch ein absoluter Hingucker.

Fazit

Yo-kai Watch 2 ist in gewisser Weise eine tragische Angelegenheit. Es ist ein eigentlich geniales Spiel, welches durch ein Pushen des Multiple-Editions-Prinzips und sehr schwache Anfangsstunden heruntergezogen wird. Das ändert am guten Gesamtbild nicht viel, lässt die Fortsetzung jedoch weniger beeindrucken als den brillianten Vorgänger. Geistige Geister im speziellen umgeht auf gewisse Weise das Editionsproblem, indem es zuvor auf eine Edition festgelegte Routen hier der Entscheidung des Spielers überlässt. Allein dadurch ist diese dritte Veröffentlichung jene, die man sich am ehesten besorgen sollte. Wer aber Kräftige Seelen oder Knochige Gespenster bereits besitzt, kann diesen erneuten Ausflug in die Welt von Yo-kai Watch getrost ignorieren.

Release Date: 29.09.2017
Plattform: 3DS
Genre: Rollenspiel
Publisher: Nintendo
Entwickler: Level-5
PEGI: 7

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