Home   /   CD Reviews  /  Reingehört  /  Musik  /   Zwischen Himmel und Hölle: PVRIS – All We Know Of Heaven, All We Need Of Hell

Zwischen Himmel und Hölle: PVRIS – All We Know Of Heaven, All We Need Of Hell

Zwischen Himmel und Hölle: PVRIS – All We Know Of Heaven, All We Need Of Hell

Willkommen in meiner Traumwelt! Seit einigen Jahren ist PVRIS für düstere Electrobeats und engelsgleich-verträumten Gesang bekannt. Aber mit dem am 25. August erschienenen zweiten Studioalbum All We Know Of Heaven, All We Need Of Hell schaffen es Lyndsey Gunnulfsen (bekannt als Lynn Gunn), Alex Babinski und Brian MacDonald eine völlig neue Welt zu kreieren und mit zehn Liedern ihrem (Musik-)Konzept endlich ein Gesicht zu geben.

Wie durch einen Schleier erlebt man dabei schon in den ersten Sekunden das Gefühl, als wäre man gerade erst am Aufwachen. Erinnerungen an Träume verblassen, die Realität formt sich. Und man selbst weiß nicht, ob man wach ist oder noch träumt. Oder sich zwischen Himmel und Hölle befindet.

You took my heart.

, haucht Lynn Gunn auf fast engelhafte Weise in den letzten Takten von Heaven. Und ich muss zustimmen: Schon ab dem ersten Song hat mich All We Know Of Heaven, All We Need Of Hell nicht nur begeistert, sondern auch mein Herz gestohlen. Denn ich bin abgedriftet in eine ferne, andere Welt.

Und dabei dreht sich alles um Herzschmerz und Verlust: Als würde Sängerin Lynn Gunn gerade in einer traurigen Realität erwachen. Zwischen Melancholie und Heiterkeit. Und gegen einen Trennungsschmerz ankämpfen, den wohl jeder kennt und in diesem Moment fühlt.

In meinen Augen haben PVRIS hier durchaus ein Meisterwerk geschaffen, das seinesgleichen sucht – denn die Übergänge zwischen den einzelnen Songs sind spürbar, gehen aber ineinander über. So passt sich Half nach einer kurzen Sequenz ideal als zweiter Song an. Und weist eine neue Facette der Geschichte auf. Zart und zerbrechlich halten PVRIS die melancholische Stimmung aufrecht, bis im zweiten Teil von Anyone Else Sängerin Lynn Gunn schließlich Stimmgewalt zeigt und mit ihrer rockig-raunzigen Stimme den Schmerz so richtig herausschreit.

 

Was sofort auffällt: Anders als beim ersten Studioalbum White Noise (2014), sind die düsteren Beats in All We Know Of Heaven, All We Need Of Hell deutlich zarter und präziser gesetzt und geben Raum zum Entfalten. Die Stimmung wird durch das ganze Album getragen, eine Harfe bzw. Lynn Gunn’s raunzige Stimme verstärken dabei den Effekt. Und geben dabei jedem einzelnen Song einen eigenen Wendepunkt.

Fazit

Mit diesem Album beweisen PVRIS, dass man ein Konzept durchaus noch verfeinern und aufpolieren kann. Denn All We Know Of Heaven, All We Need Of Hell fügt der schwarz-weißen Scheinwelt, in der das Trio sich in ihren bisherigen Videos und auch in den sozialen Kanälen bewegt, eine emotionale Komponente hinzu. So mystisch es klingt: PVRIS verzaubern nämlich mit ihrer sehr stringenten Bildwelt. Und haben es nun geschafft, diese bildhafte Welt zu vertonen und ihr dadurch Leben einzuhauchen.

Das neue Album geht auf jeden Fall ins Ohr und bleibt dort, lässt aber genug Freiraum für die eigene Fantasie. Und mit jedem Mal entdeckt man doch wieder etwas neues. Kurz: Top!

PVRIS – All We Know Of Heaven, All We Need Of Hell

Für Fans von: CHVRCHES, PARAMORE
Rise Records
25.08.2017
Gesehen um € 12,9910punkte-cd-review_neu

Home   /   CD Reviews  /  Reingehört  /  Musik  /   Zwischen Himmel und Hölle: PVRIS – All We Know Of Heaven, All We Need Of Hell

Tags

Related Article