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Das sind (nicht) die Neunziger: Alice In Chains in Wien

Das sind (nicht) die Neunziger: Alice In Chains in Wien

Arena Open Airs könnten ruhig das ganze Jahr stattfinden. Denn selbst wenn auch die Band nicht zu 100% überzeugt, ist es trotzdem immer wieder ein Fest in einer gemütlichen Atmosphäre, wie man es sonst wo kaum bekommt. Eben so ein gemütlicher Abend wie vorgestern bei Alice in Chains & Mother’s Cake.

Mother’s Cake

Die Arena ist nicht ausverkauft – aber sehr gut besucht. Die Tiroler Institution Mother’s Cake eröffnet den Abend. Aber nicht nur den – sondern auch die drei nächsten Abende mit Alice In Chains. Das freut. Aber eigentlich könnten Mother’s Cake auch gut den Abend headlinen.

(c) Mario Baumgartner

 

Mother’s Cake verzichten auf jegliche Lichtspielereien oder sonstige Schnörkel, was um die Uhrzeit (19:50) eh noch keinen Sinn ergeben hätte. Sänger Yves spuckt beim ersten Lied noch schnell die letzte Tschick aus dem Mund und los geht’s. Abgesehen von der spannenden Prog-Rock-Mischung, die Mother’s Cake mittlerweile auf drei Alben verewigt haben, ist es vor allem das powergeladene Bass Slapping von Bassist Benedikt, das einem einen fetten Grinser ins Gesicht zaubert. Beendet haben Mother’s Cake ihr Set mit ihrem legendären Achtminuter Runaway. Die Meute ist aufgewärmt. Es war eine super Show.

Alice in Chains

Genau um 21:04 kamen Alice in Chains auf die Bühne. Schlagzeuger Sean Kinney und Gitarrist Jerry Cantrell sind von den Gründerzeiten erhalten geblieben. Bassist Mike Inez spielt seit 1993 mit, William DuVall ersetzt seit der Reunion (2006) Sänger Layne Staley, der 2002 an einer Überdosis gestorben ist. Mit Bleed The Freak beginnen Alice In Chains ihr Set. Für die Lichtershow ist es noch etwas hell – es kommt Stadionfeeling auf. Fotografieren durfte man nur vom Soundturm aus – hätten wir das gewusst, hätte unser Fotograf Mario wohl auch eine größere Linse mitgebracht.

(c) Mario Baumgartner

 

Die Band ist motiviert, aber auch sehr fordernd, bekommen aber auch das, was sie wollen: Laute Chöre, viel Geklatsche und ein bisschen weniger als 3000 Leute, die sie abfeiern, als wären die Neunziger. Dort, wo auch heute noch der Großteil ihres Sets herkommt. 14 der 19 Nummern des Abends sind aus der Zeit mit Layne Staley entstanden und befinden sich auf einem der ersten drei Alben oder einer EP aus den Neunzigern. Vor allem Dirt und Facelift sind gut im Set vertreten. Wer’s verpasst hat – hier gibt es die komplette Setlist des Konzerts zum Nachhören auf Spotify.

Sänger William wechselt immer wieder zwischen E-Gitarre, Akustik und gar keiner Gitarre. Gesanglich überzeugt er auch heute noch. Wobei auch Jerry Cantrell gut die Lead Vocals übernehmen könnte. Der Rest der Show ist recht solide. Eine tobende Meute bei Last Of My Kind, großer Aufschrei bei Man In The Box, Geschunkel bei Nutshell. Für die Zugabe lassen sich Alice In Chains recht lang bitten – die hat es dafür aber in sich. Zuerst spielten sie ihr neustes Werk The One You Know, gefolgt von Got Me Wrong und Would? bis sie letztendlich mit Rooster das Konzert beendeten.

Fazit

Alice In Chains lieferten ein solides 90er-Jahre Rock/Grunge Konzert. Drückend, unterhaltend und etwas zu langsam. Wie man es halt von Bands dieser Ära gewohnt ist. Trotzdem sind Alice In Chains auch heute noch eine Band, die man sich definitiv anschauen kann. So wie Mother’s Cake. Da gibt es auch mehr Action.

Fotos (c) Mario Baumgartner

 

 

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Robert Ziffer-Teschenbruck
"Über Musik schreiben ist wie zu Architektur tanzen" (Marcus Wiebusch)
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