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Anekdoten aus der Jugend: Good Charlotte live in Wien

Anekdoten aus der Jugend: Good Charlotte live in Wien

Der 31. Mai war nicht nur ein Feiertag (man frage bitte nicht, welcher es genau war), sondern auch der perfekte Tag, um mal wieder in Erinnerungen zu schwelgen: Good Charlotte statteten der Wiener Arena nämlich einen Besuch ab! Und hatten neben Frank Carter & The Rattlesnakes auch ordentlich viel 2000er-Vibes mit dabei. Also: Ein Arena Open Air vom Feinsten!

Gute Laune ab der 1. Minute

Auch dieser Konzertabend hat es wieder einmal bewiesen: Vorbands sollte man auf keinen Fall verpassen! Frank Carter & The Rattlesnakes heizten die Stimmung nämlich ordentlich an. Und gaben ab Minute 1 Vollgas. Kein Stein blieb auf dem anderen, alles war außer Rand und Band. Wortwörtlich. Denn Frontmann Frank Carter nutze den doch noch etwas kargen Moshpit gleich aus und performte einfach mal äußerst spektakulär in der Menge! Wer bis dato kein Fan war, war es spätestens ab diesem Moment.

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(c) Mario Baumgartner

 

Doch war das nicht das einzige Highlight der Briten. Bei den fetzigen Gitarrensounds und Frank Carters raunzigem Gesang musste man einfach ganz vorne mit dabei sein und sich ins Getümmel stürzen. Und einfach mal die Sau rauslassen. Die Jungs wissen halt einfach, wie man für gute Stimmung sorgt. Kurz: Der perfekte Einstieg für einen legendären Konzertabend. Eine Frage habe ich von dieser Performance allerdings mitgenommen – wie schafft man es, meterhoch in die Luft zu spucken?

Hymne(n) unserer Jugend

Wer jetzt aber glaubt, Frank Carter & The Rattlesnakes haben Good Charlotte einfach die Show gestohlen, der irrt: Die Band eröffnete mit ihrer ultimativen Hymne, The Anthem. Wer da nicht schon bei den ersten Takten mitgesprungen ist, wurde einfach mitgerissen. Denn eine halbe Armlänge Abstand zum Nachbarn gab es spätestens da nicht mehr. Und nicht nur der Moshpit blühte auf, sondern auch der Lärmpegel stieg enorm an. Klar, denn bei diesem Klassiker von Good Charlotte kann wirklich jeder mitsingen – oder kreischen.

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(c) Mario Baumgartner

 

Doch war der Konzertabend nicht nur ein feuchtfröhlicher Tanzabend mit sehr viel Körperkontakt. Er hat auch aus einem ganz anderen Grund einen hohen Erinnerungswert: Sowohl Leadsänger Joel Reuben Madden, als auch sein Zwillingsbruder und Leadgitarrist Benjamin Levi Madden hatten so einiges zu erzählen. Und das vor fast jedem Song. Bei so manchem Konzert ist das dann schon ein wenig anstrengend, nicht aber bei Good Charlotte: Die haben ihre Fans nämlich 6 Jahre lang warten und zittern lassen, bevor sie 2016 ihr derzeit aktuelles Album Youth Authority herausgebracht haben. Dass die Freude seitens der Band deshalb besonders groß war, nach so langer Zeit immer noch vor so einer großen Fangemeinde zu stehen, ist verständlich – und konnte der Stimmung nichts anhaben. Nostalgie pur!

Außerdem muss ich mein Lob neben einer überaus stimmigen Setlist von Good Charlotte auch an die Wiener Arena richten. Der Sound war einfach grandios! Und das Open Air wie geschaffen für diesen bewegenden Konzertabend. Die frische Brise war eine weitaus bessere Abkühlung als das Bier, das ich mir gleich zu Beginn über meine Kleidung gekippt habe. Auch optisch verpasste die Location dem Auftritt noch den letzten Schliff: Dreckig, aber geil. Nach dem ganzen Rumgehopse bei The Story Of My Old Man, I Just Wanna Live, Lifestyle Of The Rich And The Famous oder dem neuen Song Actual Pain sah das Publikum aus, als hätte es dringend eine Dusche nötig.

Mein Fazit

Zugabe gab es nach diesem nostalgischen Konzert keine. Es wurde sofort abgebaut. Ob das aus Zeitgründen passiert ist oder aber in der Setlist nicht vorgesehen war, sei dahingestellt. Doch das ist nicht weiter tragisch. Auch das Fehlen so mancher Good Charlotte-Klassiker konnte den Abend nicht trüben. Zusammengefasst war der Abend wirklich legendär. Und das Wichtigste auf jedem Konzert ist ja immer noch, dass man Spaß hatte – und den hatten nicht nur Good Charlotte, sondern auch ich.

 

Photos: (c) Mario Baumgartner

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