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Dragon Quest Builders im Test

Dragon Quest Builders im Test

Dragon Quest Builders findet endlich den Weg auf Nintendos Switch! Ob die Portierung gelungen ist, zeigt euch unser Test.

Können wir das schaffen?

Dragon Quest Builders ist kein Spiel, welches allzu komplexe – oder überhaupt allzu viel – Handlung aufweist. Monster haben die Herrschaft über die Länder der Welt erlangt. Wo einst große, belebte Städte waren, bleiben nur Ruinen. Von einer Göttin auserwählt, schlüpfen Spieler in die Rolle eines jungen Helden mit einer ganz besonderen Fähigkeit: Dem Bauen!

Diese Fähigkeit gilt es zu nutzen um nicht nur Städte wieder aufzubauen. Auch Kameraden muss man um sich scharen und, natürlich, Waffen und Rüstungen schaffen, welche stark genug sind, um letztlich auch das Böse im Kampf zu besiegen.

Dragon Quest Builders vereint gekonnt Blöckchenlook und Dragon Quest Style.

Die Geschichte von Dragon Quest Builders kann man quasi auch als grobe Zusammenfassung des Gameplays sehen. In jedem Kapitel geht es darum ein Reich wieder aufzubauen, was mehr Räume, mehr Möglichkeiten und mehr Bewohner bedeutet. Die einzelnen Bewohner leisten dabei selbst ebenfalls keinen großen Beitrag zur Handlung. Was sie, und Dragon Quest Builders in seiner Gesamtheit, jedoch haben ist Charakter. Das Spiel überzeugt nicht mit Tiefe und Wendungen. Stattdessen hat es Charme und Humor, welcher zwar kindgerecht ist, aber auch ein erwachsenes Publikum ansprechen wird.

Wenn du es baust, dann werden sie kommen

Obwohl Dragon Quest Builders über eine Queststruktur verfügt, wie man es von einem Rollenspiel erwartet, stellt diese nur ein grobes Gerüst für die beiden Gameplayelemente dar, um die sich hier alles dreht: Kämpfen und Bauen! Wobei das Bauen, wenig überraschend, den Löwenanteil der Spielzeit für sich beansprucht. Das heißt für Quests, dass man entweder bestimmte Konstruktionen erstellen soll oder sich auf die Suche nach neuen Dorfbewohnern machen muss. Diese bringen natürlich wieder neue Quests und damit neue Ideen und Baupläne mit sich.

Quests sind jedoch nur ein Weg, wie man zu neuen Dorfmitgliedern kommt. Ein anderer großer Faktor ist das Aufbauen der Stadt selbst. Ausreichend Räume, bestimmte Gebilde, all dies kann der Schlüssel sein, der einen neuen Bewohner anlockt. Das Bauen selbst macht dabei ungemein viel Spaß ohne übertrieben kompliziert zu sein. Dies ist gleichermaßen positiv und negativ zu sehen: Extrem umfangreiche Möglichkeiten wie man Sie in Minecraft hat, wird man in Dragon Quest Builders nicht so schnell finden. Auf der anderen Seite handelt es sich hierbei jedoch um den einsteigerfreundlicheren Titel, welcher besser daran tut Spieler langfristig zum Bauen zu motivieren.

Die Welt ist voller Ressourcen die es sich zu holen gibt. Aber Achtung – Monster wollen auch bekämpft werden.

Eine Frage der Perspektive

Ein Punkt, der eine klare Linie zwischen Minecraft und Dragon Quest Builders zieht, ist schon die Perspektive. Wo man in Minecraft entweder in der Egoperspektive oder nah bei der Figur ist, hat man bei Dragon Quest Builders eine ziemliche Distanz zu seinem Charakter aufgebaut. Dazu kommen Kleinigkeiten, wie der Umstand, dass Gebäude keine Dächer benötigen um als vollständig zu gelten. Dadurch wirkt das Spiel in Summe weniger wie eine Welt in die man eintaucht um zu bauen, und erinnert mehr an Kindertage als man mit Lego gespielt hat. Das ist nicht negativ, durch die größere Übersicht ist es sogar noch ein Punkt, welcher Dragon Quest Builders zur simpleren, einsteigerfreundlicheren Alternative zu Minecraft macht.

Alles nach Plan

Einsteigerfreundlicher ist es auch deshalb, weil das Spiel schlicht ein wenig mehr einschränkt. Natürlich kann man sich selbst kreativ austoben. Aber viel von dem Platz den man für das Bauen seiner Städte vorgesehen hat, braucht man um questrelevante Räume anzulegen. Teilweise kommen diese sogar mit konkreten Bauplänen. Hier ist die Platzierung jedes einzelnen Blocks genau festgeschrieben. Der Vergleich mit Lego bietet sich erneut an: Manchmal baut man einfach drauf los. Aber manchmal muss man auch der Anleitung folgen. Es klingt einschränkend, funktioniert für die Storykampagne aber sehr gut. Keine Sorge – es gibt auch einen Modus in dem freies Bauen erlaubt ist.

Das etwas andere Rollenspiel

Bauen ist letztlich aber nur ein Teil von Dragon Quest Builders. Es handelt sich hier immer noch um ein Rollenspiel. Damit gehen die bereits erwähnten Quests einher, aber auch und vor allem Charakterentwicklung und Kämpfe. Auch hier geht das Spiel jedoch seinen ganz eigenen Weg. So gibt es keine Möglichkeit Charaktere selbst hochzuleveln. Was man stattdessen levelt, ist die eigene Stadt. Damit gehen dann natürlich neue Möglichkeiten einher wenn es um das erstellen von Items, Rüstungen und Waffen geht.

Immer fest draufhaun: Man muss erst zerstören was man nutzen will….und dafür braucht es die richtige Waffe.

Die Entwicklung des Charakters selbst, erinnert dementsprechend mehr an Titel wie The Legend of Zelda: Durch Quests bekommt man Items, welche die eigene Lebensleiste ausbauen. Davon abgesehen ist man komplett auf sich und sein Equipment gestellt. Ein anderer, passender Vergleich wäre wohl jedes Rollenspiel mit einer Crafting Komponente – bloß, dass es bei Dragon Quest Builders fast ausschließlich darum geht. Kämpfe selbst gibt es natürlich, wozu denn sonst sich derart verbessern? Sieht man von einigen Storygefechten ab, dienen jedoch auch Kämpfe nur dem Erlangen von Ressourcen. Damit wird man dann auch sehr viel Zeit verbringen. Dragon Quest Builders ist ein etwas anderes Rollenspiel. Aber dennoch ein Rollenspiel – Grinding inklusive.

Unverkennbar Dragon Quest

Dragon Quest Builders ist ein Spiel zwischen zwei Grafikstilen. Die Welt im Weiten erinnert stark an Minecraft mit ihrem Blöckchenlook. Alles ist jedoch einen Hauch ansprechender. Alles ein wenig weicher, trotz der unvermeidlichen Ecken und Kanten. Den entscheidenden Unterschied, der Dragon Quest Builders zu einem optisch weitaus ansprechenderen Titel als Minecraft macht, sind die Figuren. Hier hat man sich nämlich dazu entschieden den klassischen Dragon Quest Look beizubehalten.

Sie werden so schnell groß. Was als kleine Ruine für eine Person anfängt, entwickelt sich schnell zur dicht bevölkerten Stadt.

Schöne Musik und stimmige Soundeffekte in Ehren: Es ist der Look, welcher die Präsentation von Dragon Quest Builders auf seinen Schultern trägt. Die Mischung ist überraschend, aber erstaunlich stimmig. Nichts wirkt deplatziert, knallige Farben wissen zu gefallen und auch wenn sie sich ergänzen, spiegeln die beiden visuellen Stile gekonnt die verschiedenen Facetten des Gameplays wieder. Minecraft-artiges Bauspiel auf der einen Seite. Mehr-oder-minder klassisches Rollenspiel auf der anderen Seite. Gut so.

Fazit

Dragon Quest Builders war schon beim ersten Erscheinen eine kleine Überraschung. Was wie ein halbgarer Minecraft-Klon aussah, hat sich als ähnliches, aber letztlich ganz eigenes Spiel entpuppt. Nein, in Sachen bauen teilt es nicht die Komplexität von Minecraft. Dafür ist es weitaus einsteigerfreundlicher und bringt, Rollenspielelemente sei dank, an anderer Stelle einiges an Tiefe ein. Das Ergebnis ist ein Titel, mit dem man so nie gerechnet hat, der aber enorm viel Spaß macht.

Ein Titel, den man nun auch endlich unterwegs genießen kann. Die Portierung ist gelungen und auch auf der Switch macht das Spiel einfach nur Spaß. Tatsächlich passt es auf Nintendos Hybriden besser, als auf manche stationäre Konsole. Wer Dragon Quest Builders schon sein Eigentum nennt, der kann jedoch darauf verzichten, außer man will es UNBEDINGT unterwegs spielen. Neulingen sei die Switchversion jedoch sehr ans Herz gelegt. Das Spiel hat es verdient.


Release Date: 09.02.2018
Plattform: Switch (außerdem erhältlich für PS3, PS4 und PS Vita)
Genre: Rollenspiel
Publisher: Nintendo
Entwickler: Square Enix
PEGI: 7

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