Home   /   Games  /   God Wars: The Complete Legend im Test

God Wars: The Complete Legend im Test

God Wars: The Complete Legend im Test

God Wars: The Complete Legend bringt das taktische Playstation Abenteuer nun auch auf die Nintendo Switch. Ist es ein Spiel, dass die Portierung wert war? Unser Test sagt es euch.

Ein Opfer für die Götter

Wie so viele Geschichten über Götter, egal welcher Art, steht auch bei God Wars der Zorn der Götter im Vordergrund. Wie man es gewöhnt ist, ist die Lösung auch diesmal ein Menschenopfer. So beginnt auch das Spiel: In einer dramatischen Introsequenz muss man mitansehen wie eine Mutter ihre Tochter den Göttern opfert. Die Wut der Götter wird beruhigt, doch war es das wert?

Diese Frage begleitet einen durch die Anfänge des Spiels. Wieder ist es eine Tochter von Tsukuyomi, Herrin von Fuji, die ein Opfer werden soll. Diese Tochter, Kaguya, nimmt die Dinge jedoch nicht einfach so hin. Mit der Unterstützung ihres Freundes Kintaro sowie des niederen Gottes Kuma entkommt sie dem Schrein in dem sie gefangen war. Gemeinsam machen sie sich auf Kaguyas Mutter zu finden und die Wahrheit über ihre Absichten zu erfahren.

Taktik, Taktik, Taktik! Bei God Wars will jeder Zug genau überlegt sein.

Die Geschichte von God Wars ist in einem Wort: Groß. Mehr als bloß die groben Ansätze anzuschneiden würde die Grenzen eines Reviews sprengen. Hier werden zahlreiche Facetten japanischer Mythologie eingebunden und Geschichten über menschliche Konflikte ebenso erzählt wie jene mit Gottheiten. Hinzukommt, dass die Vielzahl an spielbaren Charakteren ihren Beitrag leistet um die Welt und den narrativen Aspekt von God Wars weiter auszubauen. Die erzählte Geschichte ist dabei auf der einen Seite schön und spannend. Gleichzeitig ist sie dennoch für ein Nischenpublikum, da sie nicht nur langsam erzählt wird, sondern einige Feinheiten der asiatischen Mythologie auch nicht weiter erklärt werden. Man sollte sich aber nicht abschrecken lassen, denn die Geschichte ist es absolut wert erlebt zu werden.

Mit Taktik zum Sieg

God Wars ist nicht nur im Hinblick auf seine Erzählweise ein langsamer Titel. Auch das Gameplay ist davon betroffen. Langsam bedeutet hierbei nicht, dass nichts geschieht, ganz im Gegenteil – die bloße Menge sorgt nur dafür, das jedes Gefecht einiges an Zeit in Anspruch nimmt. Ähnlich wie Final Fantasy Tactis oder Fire Emblem, handelt es sich bei God Wars um ein taktisches Rollenspiel. Charaktere haben Skills die verbessert werden während man auflevelt, Ausrüstung kann angepasst werden und Items nutzt man selbstverständlich auch. Genreprägend ist jedoch, dass man sich auf einem Raster bewegt und sich Viereck nach Viereck vorankämpft. Pro Zug ist jeder Einheit eine Aktion vergönnt. Klingt simpel und flott und die Maps in God Wars sind überwiegend sogar recht überschaubar. Mit etlichen Einheiten am Feld, verschlingt jeder Kampf trotzdem einiges an Zeit.

Dies ist auch ein Schlüssel für die Länge des Spiels in seiner Gesamtheit. Hier gibt es keine 100+ Kämpfe die man bestehen muss, auch wenn das Wiederholen mancher Nebenmissionen nicht schadet. Da manche Gefechte jedoch gerne eine Stunde oder mehr verschlingen, noch ehe man die Vorbereitungszeit einrechnet, hat man es hier mit einem Titel zu tun, der eine Menge Gameplay für sein Geld bietet. Vor allem ist es nicht ständige Wiederholung derselben Kämpfe: Hier wird nicht künstlich in die Länge gezogen, sondern stets fesselndes und abwechslungsreiches Gameplay geboten. Dennoch macht die Dauer einzelner Abschnitte, gepaart mit dem sehr fordernden Schwierigkeitsgrad eines klar. God Wars ist ein Spiel für hartgesottene Taktik Fans. Wer einen locker-flockigen Zeitvertreib für Zwischendurch sucht, ist hier Fehl am Platz!

Abseits der Haupthandlung gibt es auch Nebenquests mit denen man nicht nur aufleveln, sondern auch Geld und Items verdienen kann.

Das Komplettpacket

God Wars erschien ursprünglich als God Wars: Future Past für PS4 und Vita. In Sachen Content hat sich der Titel schon da nicht lumpen lassen und etliche Stunden an Gameplay zur Verfügung gestellt. Mit The Complete Legend legt man nun noch eins drauf. Nicht nur alle bisherigen Erweiterungen sind inkludiert, sondern auch eine vollkommen neue Story. Parallel zum Release von The Complete Legend wird auch diese für Sony-Fans als Erweiterung veröffentlicht.

Zusätzlich gibt es auch noch fünf neue, spielebare Charaktere, wobei manche zuvor bereits in God Wars ihren Auftritt hatten, während Orihime eine gänzliche Newcomerin ist. Alles in allem gilt dennoch: Wer den Titel für PS4 oder Vita bereits hat, fährt günstiger indem er sich die Extras einzeln besorgt. Wer jedoch Future Past nie gespielt hat, dem sei ein Einstieg mit diese Komplettpacket nahegelegt. Der Name ist bei The Complete Legend nämlich wirklich Programm.

Grafisch enttäuschend

Der eine Punkt bei dem God Wars bedauerlicherweise zu Wünschen übrig lässt, ist die Präsentation. Hübsche Animesequenzen, ein sehr schöner Soundtrack und eine zumindest gute Sprachausgabe in Englisch und Japanisch lassen nicht über das größte Problem hinwegsehen: Die Grafik heut heutzutage niemanden mehr vom Hocker. Bei Neuauflagen ist dies natürlich nicht ungewöhnlich, aber God Wars kommt von PS4 und Vita, wirkt jedoch als könnte es auf einem 3DS ebenso problemlos laufen.

Vorbereitung ist der Schlüssel zum Erfolg. Wie es sich für das Genre gehört, wird man sehr viel Zeit in Menüs verbringen.

Die Figuren schneiden dabei noch am besten ab. Da das Spiel in 3D gehalten ist, gibt es zwar keine hübschen Sprites, dennoch sehen die kleinen Darstellungen der Charaktere recht ansprechend aus. Da sie nur als kleiner Bestandteil der Map aufscheinen, fallen etwaige Detailmängel auch nicht ins Gewicht. Weniger ansprechend ist da die Umgebung selbst. Eintönig, ohne knallige Farben und mit Texturen die manchmal fast schon unscharf wirken. Es ist ganz klar, dass sich God Wars für die kleinen Bildschirme von Vita oder Switch besser eignet als für den großen HD Fernseher zuhause.

Fazit

God Wars: The Complete Legend ist ein Spiel mit Schwächen in der visuellen Präsentation. Das sollte jedoch niemanden vom Kauf abhalten. Es wird zwar nicht den Geschmack der Menge im gleichen Ausmaß wie Genrekollege Fire Emblem treffen, den Durst nach einem guten Taktikgame jedoch mehr als stillen. Man muss sich jedoch bewusst sein, dass es sich eben um einen Nischentitel hat. Eine eher langsame Erzählweise. Ein Setting, welches eher die Japanophilen unter uns anspricht. Ein durch die Bank gehobener Schwierigkeitsgrad. Kämpfe, die mitunter weit über eine Stunde dauern. Nicht jedem wird all das gefallen. Wer eine komplexe, verworrene Geschichte, die sich über etliche Stunden eröffnet wertschätzt; wer ein forderndes Game, das an Taktik und RPG Titel aus längst vergangenen Tagen erinnert, will – der ist bei God Wars genau richtig.

Release Date: 31.08.2018
Plattform: Switch
Genre: Taktik-Rollenspiel
Publisher: NIS America
Entwickler: Kadokawa Games
PEGI: 12

Home   /   Games  /   God Wars: The Complete Legend im Test

Tags

Related Article