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Politik & Kaugummiromantik: Antimanifest – Am Ende aller Tage

Politik & Kaugummiromantik: Antimanifest – Am Ende aller Tage

Vier Jahre ließen sich die Jungs von Antimanifest aus Graz Zeit, um ihr erstes volles Album auf den Markt zu bringen. Ziemlich lange, denn so manch andere Band hätte in diesem Zeitraum wohl zwei Platten und eine EP veröffentlicht und sich nach einer ausgedehnten Abschiedstour durch österreichische Jugendzentren längst schon wieder aufgelöst. Doch gut Ding braucht eben Weile und so war es am 05.01.2018 nun so weit und Am Ende Aller Tage durfte – endlich – das Licht der Welt erblicken.

Im Gegensatz zu Jugendlichen auf ATV werden Antimanifest die Geburt ihres Erstlings wohl keinesfalls bereuen, denn das Ding knallt mal so richtig. Der Bass-lastige Pop-Punk Opener Neonstarter lädt ein auf eine zehnteilige Reise durch das Leben von Kevin, Siegi und Rensch.

Politische Haltung zeigen ist gut und das tun auch Antimanifest, doch in ihren Songs geht es mehr um Alltagsstorys, um Verlust und Tod und jede Menge Kaugummiromantik. Dabei heben sich die Grazer vor allem mit dem Tiefgang ihrer schlauen Texte von anderen Bands ab. Selten so gutes Storytelling mit Charme und „Schlauness“ gehört – da können wohl nur Muff Potter mithalten, die sich so ziemlich als beste Referenzband für Antimanifest eignen. Auch die Einflüsse von …But Alive… Sänger Marcus Wiebusch, dessen Song „Antimanifest“ als Namensgeber für die Grazer Punks fungiert.

Mehr: Grav Karellø – Graz ist tot EP

Ebenso begeistern können die Songs Freitag, Samstag oder so und Wie Liebe, nur leiser, obwohl sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Während erster Song wohl die lustigste Nummer auf Am Ende aller Tage darstellt und es um irrwitzige und banale Wochenendrituale geht, zeigt Wie Liebe, nur leiser die melancholische Seite von Antimanifest. Brachial, melodiös und dann wieder ganz ruhig – ganz großes Autokino!

 

Allgemein gefällt die Mischung aus fetten Knallern wie Steine aus Granit, oder Vielleicht und poppigeren Ansätzen (Im Blister, Freitag, Samstag oder so) richtig gut und zeigt, wozu Antimanifest imstande sind.

Einmal muss ich dennoch kurz motzen! Zwischen all den energiegeladenen Nummern befindet sich ein Stück namens Dann gilt, das von einem gesprochenen Monolog getragen wird, der aufgrund des nicht zu vertuschenden Dialekts der Sprecherin leider alles andere als gut kommt.

Fazit

Am Ende aller Tage von Antimanifest ist das krakelige Herz, das mit einem Buttermesser in den Holztisch deiner Lieblingskneipe gekerbt wird. Da steckt mehr darin als Musik, das ist wie Liebe nur richtig laut!

Antimanifest – Am Ende aller Tage

Für Fans von: Muff Potter, But Alive
Twisted Chords
05.01.2018
Gesehen um € 14,99
9punkte-cd-review_neu

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