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Yo-kai Watch 3 im Test

Yo-kai Watch 3 im Test

Es ist wieder soweit: Yo-kai Watch 3 ist da und mit ihm neue Yo-kai, neue Abenteuer und neue Freunde. Wir haben es für euch getestet.

Zwei Abenteuer

Yo-kai Watch 3 ändert einiges im Vergleich zu seinen Vorgängern, schon in seiner Herangehensweise an die Geschichte. Das zeigt sich schon allein darin, dass gleich zwei Geschichten erzählt werden! Tatsache, diesmal spielt man nicht nur den jungen Protagonisten, den man schon aus den Vorgängern kennt. Auch eine weibliche Hauptfigur mischt nun mit.

Ähnlich wie bei Pokémon können beiden eigene Namen gegeben werden (im Normalfall Nathan und Erika, beziehungsweise Nate und Hailey, wenn man von den englischen Namen ausgeht). Anders als bei Pokémon, muss man jedoch nicht zwischen den beiden wählen. Beide Figuren begleitet man durch das Spiel und beide erleben ihre eigenen Abenteuer. Das sorgt für jede Menge Abwechslung in der Story, aber auch im Gameplay. Wer mit ihm ein unschlagbares Team hat, muss womöglich mit ihr noch ein wenig grinden. Schließlich haben beide Helden auch einen eigenen Pool an Yo-kai, die sie in den Kampf schicken können.

Neue Helden braucht das Land: Mit Erika und Usapyon bekommt Yo-kai Watch frischen Wind.

Im Grunde ist es damit fast so, als würde man zwei Spiele parallel spielen. In jedem der beiden Handlungsstränge gilt es eben seine Yo-kai zu trainieren, Items zu besorgen und auf ein Ziel hinzuarbeiten. Es hilft dabei auch, dass die beiden Charaktere ihre Abenteuer an ganz anderen Orten erleben.

Ein Fall für Munkler und Skepty

Unsere neue Heldin ist nämlich im gewohnten Umfeld unterwegs – technisch gesehen Japan, aber die Lokalisierung hat beispielsweise auch den Euro zur hiesigen Währung gemacht. Währenddessen verschlägt es unseren alteingesessenen Protagonisten der beiden Vorgänger mitsamt seiner Familie in die USA. Der Umzug ist nicht nur eine Formalität: So zahlt man hier auch im Spiel mit Dollar und eines der ersten Quests dreht sich um das Erlernen der englischen Sprache.

Mit zwei Figuren kommen wie erwähnt auch zwei Geschichten. In Lenzhausen (so heißt die japanische Stadt in der deutschen Fassung) geht es darum Usapyon zu helfen. Bevor Erika das tun kann, muss sie jedoch erst in die Welt der Yo-kai eingeführt werden und verstehen was es damit auf sich hat. Bei Nathan in den USA steht einstweilen die Möglichkeit einer übernatürlichen, womöglich außerirdischen Präsenz im Raum. Dies führt zu einem der unterhaltsamsten Aspekte des Spiels: Munkler und Skepty, die Ermittler der Akte Y. Die Parodie auf Mulder und Scully ist an sich schon offensichtlich genug, aber sowohl Design als auch überzogene Verhaltensweisen machen jeden Auftritt der beiden zu einem Genuss.

Neues Land braucht der Held: Nathan erkundet die USA und darf dabei auch die Sprachbarriere meistern.

Trotz dieser Stärke und des Umstandes, dass man sich eine erneute Einführung in die Welt erspart, ist Nathans Story in Summe die schwächere. Das liegt primär an der Figur selbst. Nathan ist nett. Damit ist seine Persönlichkeit eigentlich schon zusammengefasst. Erika hingegen strotzt nur vor Persönlichkeit. Überdreht, verplant, gleichzeitig clever und öfter mal eigensinnig: Sie ist die wahre Heldin von Yo-kai Watch 3.

Die perfekte Edition

Bei zwei Handlungssträngen und zwei Hauptfiguren möchte man meinen, dass es auch zwei Spiele gibt, wiebei Pokémon oder auch dem direkten Vorgänger, Yo-kai Watch 2. Nun ist es so, dass die Geschichte zwar stets komplett enthalten war, es in Japan aber wirklich mehrere Editionen gab. Ursprünglich zwei, sowie abschließend eine im weitesten Sinne komplette Edition. Zwar gibt es immer noch Yo-kai die hierbei fehlen, dennoch ist es gut, dass wenn es schon nur eine Edition in den Westen schafft, dann zumindest diese.

Neu und besser

Was das Gameplay angeht hat sich auf den ersten Blick nicht so viel verändert, sieht man von der bereits angeschnittenen Situation mit den zwei Protagonisten ab. Ehe man sich ins Gefecht wirft, hat es den Anschein, dass sich außer der neuen Location in Form der USA wenig getan hat. Klar, es gibt neue Yo-kai, aber davon darf man ohnehin ausgehen. Ja, es gibt nun auch die eigene Unterart der amerikanischen Yo-kai, aber diese sind auch nur gewöhnliche Yo-kai unter einem anderen Namen.

Taktischer als je zuvor: Das neue Kampfsystem ist ein Highlight von Yo-kai Watch 3.

Erst wenn es ans Kämpfen geht, merkt man wie viel sich getan hat. Denn Yo-kai Watch 3 bringt eine unscheinbare, aber doch gewaltige Änderung des Kampfsystems mit sich. Es gibt nun nämlich ein schachbrettartiges Feld, ähnlich Taktik Titeln wie Fire Emblem, über welches man die eigenen Yo-kai bewegen muss. Richtig: Nur die eigenen Yo-kai stehen auf diesem Feld. Gegner bewegen sich auf einem separatem Grid und werden in klassischer Yo-kai Watch Manier bekämpft. Die Platzierung auf dem Feld ist dennoch nicht unwichtig: Je nachdem wie man sein Team ordnet, können sich die kleinen Monster gegenseitig beschützen oder beim Angreifen unterstützen. Auch können Heilungs- und andere Items auf dem Feld auftauchen – damit man diese bekommt muss sich jedoch erst ein Yo-kai hinbewegen. Taktischer, spannender und mehr als je zuvor der Kontrolle des Spielers unterworfen: Mit diesen Änderungen hat Yo-kai Watch 3 ganz klar das beste Kampfsystem der gesamten Reihe erhalten.

Visuelles Meisterwerk

In Sachen Präsentation hat sich sehr wenig verändert. Das ist gut – immerhin war Yo-kai Watch seit jeher eines der beeindruckensten Spiele für den 3DS. Auch das neueste Abenteuer bildet dabei keine Ausnahme. Yo-kai Watch 3 ist, wie schon seine Vorgänger, einer der schönsten Titel für den 3DS. Mehr kann man kaum rausholen, ohne auf den New Nintendo 3DS auszuweichen.

Immerhin sind nicht nur Grafik und Sound Top, das Spiel ist auch vollgestopft mit hübschen Cutscenes, die natürlich alle, ebenso wie weite Teile des Spiels, synchronisiert sind. Wieder einmal kommen wir dabei auch in den Genuss einer fabelhaften, deutschen Synchronfassung. Vor allem Erika wurde perfekt getroffen. Das einzige, kleine Manko der Lokalisierung: Der Introsong ist auch deutsch absolut unerträglich. Zum Glück kann man diesen aber auch einfach überspringen.

Visuell ist Yo-kai Watch auch mit Teil 3 einer der Toptitel für den 3DS.

Fazit

Yo-kai Watch 3 ist, wie nicht anders zu erwarten, wieder ein absoluter Hit. Visuell ohnehin ansprechend und mit einer erstklassigen Synchronfassung gesegnet, ist es wieder das Gameplay und der dem Spiel eigene Charme, der am meisten überzeugt. Vor allem die Einführung einer neuen Hauptfigur und die Überarbeitung des Kampfsystems punkten. Erika ist von ihrem ersten Auftritt an eine der witzigsten und liebenswürdigsten Figuren der Spieleserie. Das neue Schachbrettsystem sorgt währenddessen für zahlreiche neue Möglichkeiten die Kämpfe noch spannender – und taktischer! – zu gestalten. Zwischen dem neuen Kampfsystem, der neuen Heldin und dem Neubeginn für Serienprotagonisten Nathan ist Yo-kai Watch 3 nicht nur ein exzellentes Spiel, sondern auch der perfekte Einstiegspunkt für all jene, die es noch nicht probiert haben. Man kann es nur empfehlen!


Release Date: 07.12.2018
Plattform: 3DS
Genre: Rollenspiel
Publisher: Nintendo
Entwickler: Level-5
PEGI: 7

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